20.09.2017

Kirchenmitarbeiter im Bistum Mainz sind vier Monate mit dem Rad zur Arbeit gefahren

15.000 Kilometer zur Arbeit

Fast drei Tonnen Kohlendioxid haben sie eingespart: Kirchenmitarbeiter des Bistums Mainz sind vier Monate mit dem Rad zur Arbeit gefahren. Der Umweltbeirat hatte zu der Aktion eingeladen. Radlerinnen und Radler sagen, warum sie mitgemacht haben.

Fototermin mit Rad im Hof des Bischöflichen Ordinariats in Mainz. | Foto: Alexander Matschak
Fototermin mit Rad im Hof des Bischöflichen Ordinariats in Mainz. | Foto: Alexander Matschak

Dietmar Lanius Foto: privatDietmar Lanius, Hausmeister im Bischöflichen Ordinariat in Mainz: Er ist täglich von Bischofsheim nach Mainz und zurück mit dem Rad gefahren: pro Tag 26 Kilometer. Die Gruppendynamik, in Teams Kilometer zu sammeln, hat ihm besonders gefallen. „Dann radel ich nicht nur für mich allein. Und wenn man dann noch wahre ,Sport-Monster‘ im eigenen Team hat, die die Kilometerzahlen hochtreiben, ist das besonders spannend“, sagt Dietmar Lanius. So war er schließlich in einem Team, das von den hinteren Plätzen an die Spitze aufgestiegen ist mit dem Endergebnis von 3783 Kilometern. „Bei schlechtem Wetter bin ich auch mal aufs Auto oder auf die S-Bahn umgestiegen. Ich nutze sämtliche Wege, um zur Arbeit zu fahren. Das möchte ich beibehalten.“

Bettina Hamel Foto: privat

Bettina Hamel, Pfarrsekretärin in der Pfarrgruppe Alsfeld/Homberg: „Das ist eine tolle Sache für die Gesundheit. Und gerne lasse ich der Umwelt zuliebe das Auto einfach mal stehen.“ Die Idee, vier Monate mit dem Rad ins Büro zu fahren, hat sie auch gereizt, „weil es für mich eine überschaubare Größe ist“. An drei Tagen die Woche circa elf Kilometer täglich zu fahren, überfordere sie nicht. „Ich habe vielmehr festgestellt, dass ich entspannt und frisch im Büro ankomme und nach der Arbeit durchs Radfahren Dinge sacken lassen kann.“ Schön sei es, frühmorgens durch die Natur zu
fahren, die Ruhe zu genießen und dabei vielleicht das eine oder andere Tier zu sehen. „Das fördert die Wahrnehmung für die Natur.“ Mit dem Wetter hat sie morgens meist Glück gehabt und auf dem Heimweg hat sie auch mal abgewartet, bis ein Schauer vorüber war. Sie überlegt, nach der Aktion weiterzumachen. „Das hängt natürlich auch vom Wetter ab. Aber ich vermisse das Radfahren jetzt schon. Ich merke, es entstresst mich.“

Mechthild Bitsch-Molitor, Kirchenmusikerin an den Ausbildungsstätten für pastorale Berufe: „Ich fahre immer mit dem Rad zur Arbeit. Bei der Aktion des Umweltbeirats habe ich mitgemacht aus Solidarität, um miteinander etwas zu teilen und um damit ein positives Signal zu setzen. Diese Idee soll andere anstecken.“ Täglich fährt Mechthild Bitsch-Molitor neun bis 14 Kilometer von Mainz-Gonsenheim nach Mainz in die Innenstadt und zurück, „und ich radel überall dorthin, wo ich im Einsatz bin, beispielweise zu Gottesdiensten“. Eine Alternative bei schlechtem Wetter ist für sie die Straßenbahn. „Aber ich hatte in den vier Monaten der Aktion meist Glück mit dem Wetter.“ Ob Straßenbahn, Rad oder Auto – es dauert immer dieselbe Zeit, um nach Mainz in die Stadt zu kommen, weiß sie. „Also verbinde ich das Nützliche mit dem Angenehmen, Bewegung mit der Fahrt zur Arbeit.“

Simone Dittrich

Simone Dittrich, Sekretärin in der Abteilung Fortbildung und Beratung im Bischöflichen Ordinariat in Mainz: „Unser Leiter Dr. Wolfgang Fritzen hat uns gefragt, ob wir nicht zusammen als Team der Abteilung bei der Aktion mitmachen. Dabei haben wir festgestellt, dass wir drei Sekretärinnen regelmäßig das Rad für unseren Arbeitsweg nutzen und auch unser Leiter oft mit dem Rad von Ebersheim aus zur Arbeit fährt.“ Simone Dittrich fährt täglich vom Mainzer Stadtteil Bretzenheim in die Innenstadt und zurück, circa acht Kilometer, auch bei Regen.

„Gut finde ich es durch die Aktion zu dokumentieren, dass es Leute gibt, die regelmäßig mit dem Rad zur Arbeit fahren. Und es lohnt sich, denn mit dem Auto in die Stadt zu fahren, wird durch Staus und Baustellen immer schwieriger.“ Einen Wunsch hat sie in Sachen Radfahren ans Bischöfliche Ordinariat: mehr überdachte Fahrradständer.

 

Zur Sache: Aktion des ADFC und der AOK

Acht Teams von Kirchenmitarbeiterinnen und -mitarbeitern haben von Mai bis August 2017 an der Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit“ von ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) und der Krankenkasse AOK teilgenommen und dabei mehr als 15 000 Kilometer zurückgelegt. Fast drei Tonnen Kohlendioxid haben sie dadurch gespart.
Beim Abschlussfoto im Hof des Bischöflichen Ordinariats mit 15 von 30 Teilnehmenden war man sich einig: Fahrradfahren macht Spaß, tut gut und bewahrt die Schöpfung. Auch mit Papst Franziskus, der in seiner Enzyklika „Laudato si“ dazu aufrief, das „gemeinsame Haus Erde“ zu schützen, wissen sich die Kirchenmitarbeiterinnen und -mitarbeiter beim Radfahren verbunden. Eingeladen zur Teilnahme an der Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit“ hatten der Umweltbeauftragte, Dr. Franz Jakob Hock, und der Umweltbeirat des Bistums Mainz.
Die meisten Kirchenmitarbeiterinnen und -mitarbeiter pendelten täglich 10 bis 20 Kilometer zur Arbeitsstelle, mancher legte aber auch eine längere Strecke zu einem Außentermin oder einer Konferenz mit dem Fahrrad zurück und kam dabei auf bis zu 80 Kilometer am Tag. Neben den Radlerinnen und Radlern rund um Mainz war auch eine Gruppe aus Alsfeld mit am Start. (pm)
Mehr Informationen über die Arbeit des Umweltbeirats und des Umweltbeauftragten im Bistum unter:
www.umwelt.bistummainz.de
Infos zum ADFC im Netz unter: www.adfc.de