30.11.2017

Name für Prozess der Kirchenentwicklung gesucht

Bistum Limburg auf Namenssuche

„Eine neue Gestalt von Kirche entsteht nicht einfach automatisch.“ Darauf macht Bischof Georg Bätzing aufmerksam. Er ruft die Gläubigen im Bistum dazu auf, sich daran zu beteiligen. Vor allem ruft er dazu auf, sich auf die Suche nach einem neuen Namen für den Prozess der Kirchenentwicklung zu begeben.

Liebe Schwestern und Brüder,

Bischof Georg Bätzing Foto: Bistum Limburg
Bischof Georg Bätzing |
Foto: Bistum Limburg

seit gut einem Jahr bin ich nun im Bistum Limburg zu Hause und danke Ihnen für die vielen ermutigenden Begegnungen und für das Vertrauen, das Sie mir entgegenbringen. Täglich erlebe ich bei meinen Besuchen und Gesprächen, wie vielen Menschen die Zukunft unseres Bistums und unseres Glaubens am Herzen liegt. In meinem ersten Hirtenwort zur Österlichen Bußzeit 2017 mit dem Titel „Im Glauben wachsen“ habe ich diesen roten Faden aufgegriffen und beschrieben, welchen Weg und welchen Kulturwandel ich in den kommenden Jahren mit Ihnen gehen will. Ich bin Weihbischof Manfred Grothe und den vielen Verantwortlichen in den Gremien sehr dankbar, dass sie bereits in der Zeit der Administration die Weichen gut gestellt und mit der Pastoralwerkstatt im Juni 2016 in Hofheim ein wichtiges Zeichen gesetzt haben.

In unserem Bistum ist seither viel passiert. Am Prozess der Kirchenentwicklung ist viel gearbeitet worden. Und allmählich wächst ein gemeinsames Verständnis dafür, was das ist: Kirchenentwicklung. Für mich ist es nicht ein Prozess unter vielen, die derzeit im Bistum laufen. Kirchenentwicklung ist das Fundament, ja der Basis-Prozess, dem alle anderen zugeordnet sind. Denn Kirche in der Zeit ist für mich eine Kirche, die sich entwickelt; eine Kirche, die sich einübt in die selbstlose Haltung, mit der Jesus Menschen begegnet ist. Als Bischof gehe ich diesen Weg mit. Wir wollen uns ernsthaft fragen, für wen wir da sind. Wir werden schmerzlich Abschied nehmen vom Bild einer Volkskirche, das doch ehrlicherweise schon lange nicht mehr trägt. Eine neue Gestalt von Kirche entsteht nicht einfach automatisch. Es braucht dazu viele kreative Ideen, wie den Menschen von heute durch unsere Verkündigung und unser Lebenszeugnis auf dem Weg von Bekehrung und Glaube zu Jesus Christus geführt werden können. Das fordert uns freilich zu einem regelrechten Kulturwandel heraus. Grundhaltungen wie die Offenheit für die Zeichen der Zeit und die Lebenswirklichkeit der Menschen gehören genauso dazu, wie die Fähigkeit vertrauen zu können und vertrauenswürdig zu sein, etwas zu wagen und dabei mit Fehlern freundlich umzugehen. Wir suchen danach, den Willen Gottes für die Kirche unserer Zeit zu entdecken; darum suchen wir bewusster als bisher die Begegnung mit dem Wort Gottes. Wir brauchen intensive Beratungen sowie die Bereitschaft, unterschiedliche Stimmen ernst zu nehmen und Konflikte offen auszutragen. Unser Weg setzt auf die Beteiligung vieler und auf ihre von Gott geschenkten Begabungen. Wer ihn einschlägt, das ist meine feste Überzeugung, der lebt und entdeckt die Gemeinschaft der Kirche.
Für diesen kirchenbildenden Weg, der bislang mit „Kirchenentwicklung“ beschrieben ist, suchen wir nun einen guten Namen.

Logo für die Namensfindung
Mit diesem Logo wirbt das Bistum für die Aktion, mit der nach einem neuen
Namen gesucht wird. | Logo: Bistum Limburg

Ich lade Sie, liebe Schwestern und Brüder im Bistum Limburg, herzlich ein, sich zu beteiligen. Es geht darum, dass wir ein gemeinsames Verständnis entwickeln, was Kirchenentwicklung für uns ist und worum es uns im Kern dabei geht. Der Name oder das Leitwort sollte einladend, prägnant und eingängig zugleich sein. Gesucht wird ein Wort, das uns positiv motiviert und einen Bezug zu unserem geistlichen Weg erkennen lässt. Gehen wir miteinander auf die Suche! Tun Sie sich zusammen und machen Sie als Gruppe oder als Gremium mit. Fragen Sie Menschen in ihrer Nachbarschaft, spüren Sie dem Glauben in Ihrem Leben nach, stellen Sie sich miteinander unter Gottes Wort, beten Sie zusammen und kommen Sie so ins Gespräch. Vielleicht hilft auch ein Blick in mein Hirtenwort, einen gemeinsamen Vorschlag zu entwickeln. Natürlich sind auch Einzelpersonen herzlich eingeladen, sich an der Namenssuche zu beteiligen. Wichtig ist mir, dass sie dies in der beschriebenen geistlichen Haltung tun. Von Ihren Vorschlägen verspreche ich mir viel, denn sie werden zeigen, was Ihnen für die Kirchenentwicklung wichtig ist.

Ihre Vorschläge können Sie bis zum 31. Januar 2018 per Post, per E-Mail an zukunft@bistumlimburg.de oder online unter www.bistumlimburg.de einsenden. Bitte geben Sie uns eine kurze Erklärung oder Beschreibung dazu. Alle Vorschläge und Beschreibungen werden wir im Internet transparent machen. Die Einbindung der Erklärung wird es anderen erleichtern, die Vorschläge inhaltlich nachzuvollziehen und sie vielleicht auch ermutigen, eigene Vorschläge zu machen. Alle Einsendungen werden zusammen mit einer Gruppe von mir und dem Generalvikar beraten. Auch unsere diözesanen Gremien werden in den Entscheidungsprozess eingebunden sein. In meinem Hirtenwort zur Österlichen Bußzeit 2018, das am vierten Fastensonntag veröffentlicht wird, werde ich dann den neuen Namen für unseren gemeinsamen Weg vorstellen und inhaltlich aufgreifen.

Unter www.bistumlimburg.de finden Sie weitere Informationen zur Namensfindung, die wir unter das Motto: „Gib der Zukunft einen Namen“ gestellt haben. Zudem senden wir zum ersten Advent ein Paket mit dieser Einladung, mit einer Anleitung zum Mitmachen, mit weiteren Informationen und einer kleinen Motivation zum Mitmachen an die Pfarreien und Gremien im Bistum.

Ihnen allen danke ich schon jetzt für Ihre Überlegungen und Vorschläge und wünsche Ihnen einen gesegneten Advent.

 

Ihr Bischof Georg Bätzing

 

Zur Sache: Jede und jeder im Bistum kann mitmachen

Sie sind inzwischen in den Gemeinden des Bistums angekommen:

500 Kilogramm Spritzgebäck und Vanillekipferl, 2600 Beutel Tee, 10.000 Exemplare des ersten Fas-tenhirtenbriefs von Bischof Georg Bätzing, „Im Glauben wachsen“ und jede Menge Kerzen, verpackt in 850 Pakete. „Wir haben sie, zusammen mit dem Aufruf des Bischofs, an alle Pfarreien, Verbände, Ordensgemeinschaften, Gremien und Institutionen im Bistum geschickt“, berichtet Bistumssprecher Stephan Schnelle. „Sie sind gedacht als Motivationshilfe, sich zusammenzusetzen, um einen neuen, einen guten Namen für den Weg zu finden, der bislang mit ,Kirchenentwicklung’ beschrieben ist“, erläutert er. Zu jedem Paket gehören daher Antwortkarten, auf denen Vorschläge und Begründungen vermerkt werden sollen, sowie eine Anleitung über eine mögliche Herangehensweise bei der Suche nach einem neuen Namen oder ein Leitwort. So wird empfohlen, bei den Überlegungen zum Beispiel eine Kerze anzuzünden, zu beten und einen Text aus der Heiligen Schrift zu lesen. Denn, so heißt es: „Sie kommen zusammen im Bewusstsein, dass Gott in Ihrer Mitte ist und Gottes Geist unter Ihnen wirkt.“

Bischof Bätzing lädt unter dem Motto „Gemeinsam – Gebt der Zukunft einen Namen“ ein, sich im Advent auf die Suche zu begeben. „Auch Einzelpersonen können sich daran beteiligen“, unterstreicht Schnelle. Und damit ebenso alle Leserinnen und Leser der Kirchenzeitung „Der Sonntag“.

„Alle Vorschläge werden im Internet vorgestellt, um transparent zu machen, welche Ideen es gibt, und anzuregen, sich selbst Gedanken um einen neuen Namen zu machen“, erläutert Schnelle. Bätzing und Generalvikar Wolfgang Rösch werden – unter Einbeziehung der diözesanen Gremien – über die eingegangenen Vorschläge beraten.

In seinem Hirtenwort zur Österlichen Bußzeit 2018 wird der Bischof den neuen Namen beziehungsweise das Leitwort für den „Prozess Kirchenentwicklung“ vorstellen und inhaltlich darauf eingehen. (kai/bp)
Vorschläge können bis 31. Januar 2018 eingereicht werden.
Post: Informations- und Öffentlichkeitsarbeit (Rossmarkt 4, 65549 Limburg);
E-Mail: zukunft@bistumlimburg.de;
online: www.bistumlimburg.de