05.09.2017

Weltfriedenstreffen in Münster und Osnabrück

Erster Schritt in eine neue Friedenszeit

Vom 31. Weltfriedenstreffen vom 10. bis 12. September in Münster und Osnabrück soll nach Worten der Organisatoren ein starkes Zeichen des Friedens in die Welt ausgehen.


Logo des Weltfriedenstreffens von Sant'Egidio

 

Das Weltfriedenstreffen in Osnabrück und Münster werde der "erste Schritt in eine neue Friedenszeit", sagte der Generalsekretär des internationalen Treffens, Alberto Quattrucci, am Montag vor Journalisten in Münster. Es gehe darum, ein "Netzwerk der Freunde des Friedens weltweit" zu schaffen.

Münsters Bischof Felix Genn verwies angesichts aktueller Krisen und Kriege auf die Notwendigkeit des Dialogs. Die Welt gerate aus den Fugen. Menschenrechte würden mit Füßen getreten. Diktatoren beschränkten Freiheitsrechte. Es scheine, als würden Terror, Gewalt und Krieg als normale Mittel der Politik eingesetzt. Der Welt mangele es an der Bereitschaft zur Kommunikation, so Genn. Diese Sprachlosigkeit solle mit dem Friedenstreffen überwunden werden.

Die friedensstiftende Kraft der Religionen

Die Tage in den beiden Friedensstädten müssen nach Worten von Osnabrücks Bischof Franz-Josef Bode deutlich machen, dass es über alle Grenzen hinweg eine gemeinsame Hoffnung auf Frieden unter allen friedliebenden Menschen gibt. Er erhoffe sich zudem, dass die "friedensstiftende Kraft der Religionen" deutlich werde. Wenn Christen, Juden, Muslime, indische und asiatische Religionen jeweils in ihrer eigenen Tradition gemeinsam beteten, sei das auch ein Zeugnis für gegenseitigen Respekt und eine Gemeinschaft aller Religionen.

Veranstalter des Treffens unter dem Motto "Wege des Friedens" ist die katholische Gemeinschaft Sant'Egidio. Die Bistümer Osnabrück und Münster sind Gastgeber. Im Zentrum von über zwei Dutzend Podiumsdiskussionen stehen unter anderem die Themen Flucht, Armut, Gerechtigkeit und Umweltschutz. Erwartet werden laut Angaben rund 5000 Teilnehmer. An der Eröffnung am Sonntag in Münster nehmen auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der Präsident des Europäischen Parlaments, Antonio Tajani, teil.

Diskussion über die Wurzeln des Terrorismus

Aus dem Vatikan kommt laut Angaben der frühere Ökumene-Beauftragte, Kardinal Walter Kasper. Daneben werden zahlreiche katholische, orthodoxe und evangelische Bischöfe aus aller Welt erwartet sowie etwa der Groß-Imam der Kairoer Al-Azhar-Universität, Ahmad Al-Tayyeb, und der Prior der Gemeinschaft von Taize, Frère Alois.

Als eines der Highlights kündigte Quattrucci eine Diskussion über die Wurzeln des Terrorismus an. Daneben verwies er auf Podien zu Migration, Gewaltlosigkeit und Abrüstung in Münster. Am Dienstagnachmittag ist in Osnabrück das Gebet für den Frieden geplant. Dabei beten die einzelnen Religionen für sich an verschiedenen Orten. Im Anschluss wollen sie vor dem Rathaus einen gemeinsamen Schlussappell in die Welt senden.

kna

Hier geht's zum vollständigen Programm