10.01.2018

Bistum Limburg bietet Fortbildungen für Gottedienste ohne Priester an

Gottesdienste ohne Priester

Die Gründung von Pfarreien neuen Typs geht bis 2021 weiter. Damit kommen neue Gottesdienstformen in den Blick. Die Katholische Erwachsenenbildung bietet Kurse für Ehrenamtliche an – wie „Oremus“, „Lasst uns beten“.

Wort-Gottes-Feiern leiten: Das können Ehrenamtliche im Kurs „Oremus“ lernen. | Foto: kna
Wort-Gottes-Feiern leiten: Das können Ehrenamtliche im Kurs
„Oremus“ lernen. Foto: kna

Die Pfarreien neuen Typs bieten viele Möglichkeiten und Facetten. „Es kommen zunehmend wieder Gottesdienste ohne Pries-ter in den Blick. Doch wer soll diese leiten? Was ist zu beachten? Welche Formen bieten sich an?“, gibt Diplom-Theologin Eva Knöllinger-Acker, KEB Westerwald-Rhein-Lahn, zu bedenken.

Für diese Fragen ist der „Ore-mus Basiskurs“ für ehrenamtliche Mitarbeiter entwickelt worden, berichtet Knöllinger-Acker: eine kompakte Vorbereitung, ausgelegt für etwa zwölf Teilnehmer, die an zehn Terminen für jeweils zwei Stunden zusammenkommen.

„Oremus“ nimmt Unsicherheiten von Teilnehmern auf

„Viele scheuen davor zurück, Wort-Gottes-Feiern zu leiten – obwohl sie es vielleicht sogar könnten“, hat Knöllinger-Acker festgestellt. Der Oremus Basiskurs nehme diese Unsicherheiten auf, indem die Teilnehmer lernten, wie die liturgische Ausgestaltung eines Gottesdienstes aussieht, man sich im Altarraum sicher bewegt, wie sie einen Text auswählen und diesen gut vortragen. „Außerdem geht es um die Deutung biblischer Texte und die Ergänzung durch passende Lieder“, erläutert die Theologin.

„Am Ende des Seminars werden die Teilnehmer in der Lage sein, eine Wort-Gottes-Feier, entsprechend den Richtlinien der Deutschen Bischofskonzerenz – auch mit Kommunionspendung – zu leiten“, verspricht Eva Knöllinger-Acker. „Viele der vermittelten Inhalte können sie aber auch für andere Gottesdienstformen nutzen.“

Für Gemeindemitglieder, die Frühschichten, Andachten, besinnliche Einstiege, Spätschichten, liturgische Nächte oder andere Gebetsstunden an Werktagen gestalten wollen, werden seit sieben Jahren Oremus-Kurse unter anderem in den Bezirken Westerwald, Lahn-Dill-Eder und Limburg durchgeführt.

Eva Knöllinger-Acker. | Foto: © Gros Fotografie
Eva Knöllinger-Acker.
Foto: © Gros Fotografie

Das Ziel: Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen theologischen Input bekommen, Hintergrundwissen erwerben und ihr Wissen vertiefen. Und darüber hinaus die Möglichkeit erhalten, sich mit anderen ehrenamtlich Tätigen auszutauschen, sagt Eva Knöllinger-Acker. Mit dem Angebot wolle man sie unterstützen und ermutigen, bestätigt Bernd Weil, Leiter der KEB Limburg und Wetzlar-Lahn-Dill-Eder.

Einen Nachmittag lang widmen sich die Teilnehmer des Oremus-Workshops einem bestimmten Thema aus dem Kirchenjahr – zum Beispiel Totengebet und Advent, Anregungen und Anleitungen zu Fastenzeit und Marienandachten, zu Rosenkranz und Erntedank.

Die Veranstaltungen sollen einen reichhaltigen theologischen Inhalt haben, ohne dabei überfrachtet zu werden. Deshalb bieten Eva Knöllinger-Acker und ihr Team auch praktische Tipps, etwa zur Liturgischen Nacht und Öffentlichkeitsarbeit oder dazu, wie man in Gottesdiensten für Senioren oder demenzkranke Menschen Fürbitten vorbereitet und wie man Wort-Gottes-Feiern und Andachten mit dem neuen Gotteslob gestaltet. Lieder, Gebete oder Textstellen werden gemeinsam ausgewählt und erarbeitet.

In diesem Jahr geht es um die Liedauswahl, kündigt Eva Knöllinger-Acker an. Sie ist sich sicher, dass auch dieser Workshop gut besucht sein wird. Zwischen 20 und 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmer seien immer dabei, sagt sie. Viele von ihnen kämen immer wieder, um dazuzulernen oder zu hören, was es in anderen Pfarreien gibt, wie es funktioniert und wie das vor Ort umgesetzt werden kann.

Es sind überwiegend Frauen, die sich von Oremus angesprochen fühlen. Verwunderlich findet die Theologin das nicht. Schließlich werde die meiste Gottesdienstarbeit, bei der kein Priester mitwirkt, von Frauen übernommen.

 

Zur Sache: Hier gibt es weitere Infos

Voraussetzung für die Teilnahme an dem Basiskurs ist die Befürwortung des Pfarrers oder hauptamtlichen Seelsorgers. Das zuständige Pfarrbüro übernimmt die Anmeldung. Verantwortlich für die Durchführung des Kurses sind: Stephan Geller, Bezirksreferent Westerwald und Rhein-Lahn, Telefon: 02602/ 68 02-21; kbb.westerwald@bistumlimburg.de
Katholisches Bezirksbüro Rhein-Lahn, Telefon: 02621/ 94 06-10, kbb.rhein-lahn@bistumlimburg.de
Eva Knöllinger-Acker, Telefon: 02602/ 68 02-36, keb.montabaur@bistumlimburg.de (abv)