Herbstinvestitur des Ritterordens vom Heiligen Grab in Mainz

Ritterschlag im Dom

Im Mainzer Dom sind 12 Männer und vier Frauen in den Päpstlichen Ritterorden vom Heiligen Grab aufgenommen worden. Acht Herren schlug der Aachener Bischof Heinrich Mussinghoff mit dem Schwert zum Ritter, die vier Damen und vier Priester versprachen sich dem Orden ohne Ritterschlag. Alle erhielten einen Ordensmantel und das Jerusalemkreuz als Zeichen ihrer Investitur (Einsetzung). Von Ruth Lehnen

Die neuen Ordensmitglieder versprachen, sich für das Heilige Land und besonders die Christen dort – in Isael, Palästina und Jordanien – einzusetzen. Sie wollen den Glauben bekennen und der Gesellschaft und der Kirche dienen. Insgesamt waren rund 400 Ritter und Damen aus Deutschland, der Schweiz, den Niederlanden, Belgien und Luxemburg zur Herbstinvestitur mit ihren Angehörigen nach Mainz gekommen. Gastgebende örtliche Gruppe war die Komturei St. Hildegard Mainz-Wiesbaden mit dem Leitenden Komtur Erwin Waider aus Limburg.

Erwin Waider
Erwin Waider, Leitender Komtur der Komturei St. Hildegard Mainz-Wiesbaden,
mit weiteren Grabesrittern. Foto: Ruth Lehnen
 

Der Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem ist ein päpstlicher Laienorden; es gehören ledige und verheiratete Männer und Frauen dazu ebenso wie Geistliche. Insgesamt hat er 30 000 Mitglieder, in Deutschland sind es etwa 1450. Unter den jetzt Aufgenommenen ist auch der Erzabt der Benediktinerabtei Beuron, Tutilo Burger.

Bischof Mussinghoff von Aachen ist Prior der Ordensprovinz Rheinland-Westfalen; er vertrat den deutschen Großprior, den Münchner Kardinal Reinhard Marx, der an der Bischofssynode in Rom teilnimmt. Mussinghoff rief die neuen Mitglieder des Ritterordens auf, zu "Experten der Barmherzigkeit" zu werden. Er sagte, die Ritter und Damen sollten das Heilige Land lieben und für Frieden und Versöhnung eintreten und aus der Freude über die Auferstehung leben.

Der Statthalter Dr. Detlef Brümmer umschrieb vor der Investitur die Aufgaben des Ritterordens so: "Für das Heilige Land sorgen, den Glauben bekennen, Gesellschaft und Kirche dienen: Beten, pilgern, opfern." Vor allem werden die 43 Schulen und 60 Pfarreien des Lateinischen Patriarchats und die katholische Universität Betlehem finanziell unterstützt. Ebenso leistet der Orden soziale Hilfe für Krankenhäuser, Altenheime und Menschen in Not. Im Jahr 2014 seien von der Deutschen Statthalterei (mit ihren 38 lokalen Gruppen, den Komtureien) etwa 1,7 Millionen Euro für diese Zwecke aufgebracht worden.

Jerusalemkreuz
Das Jerusalemkreuz, getragen unter dem weißen Ordensmantel der Herren. Die
Damen tragen schwarze Mäntel. Foto: Ruth Lehnen

Erkennungszeichen der Grabesritter ist das "Jerusalemkreuz". Es ist auch auf den Ordensmänteln zu sehen. Die Mitglieder des Ordens legen Wert darauf, dass die auffällige Ordenskleidung, die bei den Gottesdiensten getragen wird, zeichenhaften Charakter hat. In diesem Jahr lautet das Motto des Ritterordens: "Ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus als Gewand angelegt". Pfarrer Angelo Stipinovich erinnerte in einer Besinnung kurz vor Beginn des Investiturgottesdienstes an dieses Motto und sagte: "Christus als Gewand, nicht Euro, nicht Yen, nicht Dollar."

Beim Gottesdienst im Mainzer Dom erklangen neue Kompositionen des Regionalkantors im Bistum Mainz, Thomas Gabriel.