10.01.2018

Sternsinger in Fulda ausgesandt

Segensbringer in großem Zug

Für die größte Hausbesuchsaktion des Jahres in der Diözese dankt Bischof Heinz Josef Algermissen den Jungen und Mädchen der Sternsinger. In Fulda haben sie ihre zentrale Aussendung gefeiert. Von Evelyn Schwab.

Nach der Aussendungsfeier ziehen die Sternsinger durch Fuldas Innenstadt. | Foto: Evelyn Schwab
Nach der Aussendungsfeier ziehen die Sternsinger durch Fuldas Innenstadt.
Foto: Evelyn Schwab

„Gottes Stern leuchtet uns“, „Seht ihr unsern Stern dort stehen?, „Licht sein für die Welt“ oder „Da kommen die Könige“: Nicht nur optisch, sondern auch musikalisch dreht sich bei der diözesanen Sternsingeraussendung im Fuldaer Dom alles um funkelnde Attribute. Etwa 500 Jungen und Mädchen samt ihren Begleitern sorgen mit ihren Gewändern, dem Kopfschmuck und den Sternenstäben für ein buntes Bild.

An den Sternen Gottes Größe erahnen

Von persönlichen Beobachtungen des Sternenhimmels erzählt Bischof Heinz Josef Algermissen in der Predigt. Schon als Kind habe er das gerne getan. Und auch heute noch stehe er manches Mal, bevor er zu Bett gehe, am offenen Fenster und schaue zu den Sternen hinaus. Wenn er das tue, meine er, etwas von der Größe Gottes zu spüren.

An ihrem Ferientag sind die Gruppen von außerhalb bereits früh am Morgen aufgebrochen, um die Bistumsstadt zu erreichen. Einige mussten mehr als eine Stunde Fahrtzeit einplanen. Bereits um 10 Uhr hatte ein musikalisches Einstimmen mit Domkapellmeister Franz-Peter Huber und den jüngeren Sängern der Chöre am Dom begonnen. Jugendpfarrer Alexander Best und BDKJ-Diözesanvorsitzender Patrick Berg nennen in ihrer Begrüßung alle Sternsingergruppen namentlich und würdigen die weiten und frühen Aufbrüche.„Die Aktion Dreikönigssingen ist gleichzeitig die größte Hausbesuchsaktion im Laufe eines Jahres. Ich danke euch dafür, dass ihr dies leistet und den Menschen das Licht der Weihnacht bringt“, sagt Bischof Algermissen.

Sterne als wichtige Richtungsweiser

Wie sehr Menschen früher auf die Sterne angewiesen waren, um den richtigen Weg zu finden, das habe sich Algermissen erst anhand eigener Erlebnisse veranschaulichen können: Sterne im Planetarium als Leuchtpunkte gegen die Dunkelheit, der nächtliche Sternenhimmel auf dem Deck eines Schiffs und vor allem der atemberaubende Sternenhimmel in der Wüste Sahara. Die Erzählung von den Weisen aus dem Morgenland knüpfe an diese Erfahrungen an. Der Bischof: „Ich mag diese weisen Männer sehr; denn sie erinnern mich, dass es gut ist, nach etwas Größerem Ausschau zu halten.“

Nach dem Gottesdienst steht für die Kinder und Jugendlichen eine Polizei-Eskorte bereit. Vom Domplatz aus erreichen sie im großen Sternsingerzug quer durch die Innenstadt die Marienschule. Nach kurzer Stärkung in der Mensa folgen dort ein Workshopangebot, das viele Ehrenamtler mit auf die Beine gestellt haben, und ein Abschiedssegen von BDKJ-Präses und Jugendpfarrer Alexander Best.

 

Meinung: Erfolge weltweit

Evelyn Schwab Foto: Marie Eickhoff
Evelyn Schwab
Foto: Marie Eickhoff

Sternsinger bewegen Großes. Obendrein sammeln sie bei ihrer Aktion für sich selbst frohe Erlebnisse in einer guten Gemeinschaft und eine Menge gesellschaftspolitisches Hintergrundwissen.
In diesem Jahr findet die Aktion Dreikönigssingen zum 60. Mal statt. Seit ihrem Start haben junge Menschen mit Unterstützung engagierter Erwachsener deutschlandweit mehr als eine Milliarde Euro Spenden erhalten. Im Lauf der Zeit konnten damit rund 71.700 Projekte für benachteiligte Altersgenossen in aller Welt unterstützt werden. Solch eine Größenordnung ist beispielhaft. Neben der finanziellen Hilfe gelingt es in der Sternsingerzeit auch, eine Haltung des Hinschauens und Bewusstmachens zu entwickeln. Es gibt dieses andere Leben mit einer Menge Elend, Hunger, Dreck und Ungerechtigkeit.