Werte bewahren. Heute: Sei erschütterbar!
„Bleib erschütterbar und widersteh’!“ Eine Zeile aus einem Gedicht von Peter Rühmkorf. Ein ungewöhnliches Wortpaar. Es spreizt sich ins flüssige Alltagsdenken. Denn dort sind wir unerschütterlich. Kennen das Fundament. Tragfähig. Unverrückbar. Trutzig. Jetzt aber „erschütterbar“ bleiben. Das ist ein Gegenteil von gleichgültig. Das vereint mitfühlen und erzürnen. Da muss ein Widerstehen folgen.
Mit Wolf Biermann ließe sich singen: „Du, lass dich nicht verhärten, in dieser harten Zeit. Die allzu hart sind brechen, die allzu spitz sind stechen und brechen ab sogleich.“ Dann lieber rühmkorfen wir uns unserer Erschütterbarkeit. Erschütterbar an der Seite der Opfer, der Erniedrigten. Und widersteh’n. (job)