Papst Franziskus gibt Tipps zum guten Leben

Wie man glücklich wird

Das eigene Leben glücklich und sinnvoll verbringen – ein Wunsch, der oft am Alltag scheitert. Papst Franziskus hat in einem Interview mit der argentinischen Wochenzeitung „Viva“ zehn Tipps gegeben.

Lachend durchs Leben? Päpstliche Tipps können helfen, das Leben schön zu gestalten. Foto: fotolia/fotomerk

„Leben und leben lassen“, heißt das Sprichwort, das Papst Franziskus zur ersten Regel macht. Jeder sollte von diesem Prinzip geleitet werden, sagt er. Es ist der erste Schritt zu Frieden und Glück.

Seien Sie großzügig zu anderen: Menschen müssen offen und großzügig zueinander sein. Wer sich nur mit sich selbst beschäftigt, riskiert egozentrisch zu werden.

Gewinnen Sie Gelassenheit: Franziskus beruft sich auf eine Erzählung des argentinischen Autors Ricardo Guiraldes. Der Gaucho Don Segundo Sombra, blickt auf sein Leben zurück und zieht Bilanz: In seiner Jugend, war er ein reißender Strom voller Steine. Als Erwachsener war er ein schneller Fluß und im Alter hat er sich langsamer bewegt, wie Wasser in einem See. Franziskus bevorzugt das letzte Bild: Die Möglichkeit zu haben, mit Ruhe und Demut eine Gelassenheit im Leben zu finden.

Entwickeln Sie eine Freizeitkultur: Die Freude an Kunst, Literatur und dem Spielen mit Kindern ist verloren gegangen, sagt Franziskus. Die Menschen haben ihren Sinn für Freizeit verloren. Eltern müssen sich die Zeit nehmen, um mit ihren Kindern zu spielen. Familien sollten den Fernseher ausstellen, wenn sie gemeinsam essen, denn es stört die Unterhaltung.

Arbeiten Sie am Sonntag nicht – es ist die Zeit für die Familie.

Unterstützen Sie die Jugend und helfen Sie, Wege zu finden, damit Jugendliche in würdigen Berufen arbeiten können. „Wir müssen mit den jungen Leuten kreativ sein. Es reicht nicht, ihnen Essen zu geben“, sagt Franziskus. „Würde ist dir gegeben, wenn du Essen selbst nach Hause bringen kannst, von deiner eigenen Arbeit.“

Respektieren und schützen Sie die Natur: „Die Schädigung der Umwelt ist eine der größten Herausforderungen, die wir haben“, sagt Franziskus. „Ich denke, es gibt eine Frage, die wir dabei vergessen: Begeht die Menschheit Selbstmord mit diesem unüberlegten und tyrannischen Gebrauch der Natur?“

Denken Sie positiv: „Über andere schlecht reden zu müssen, zeugt von geringem Selbstwertgefühl. Ich fühle mich so klein, dass anstelle mich aufzuraffen, ich andere kleinhalten muss“, sagt Franziskus. Das negative Denken schnell zu vergessen, ist gesund.

Bekehren Sie nicht, respektieren Sie andere Religionen: „Wir können andere inspirieren, indem sie uns beobachten und wir ins Gespräch mit ihnen kommen. Das Schlimmste aber ist religiöse Bekehrung, die meint: Ich rede mit dir, nur um dich zu überreden. Nein. Jeder persönliche Dialog startet mit der eigenen Identität. Die Kirche wächst, indem sie attraktiv ist, nicht bekehrend“, sagt Franziskus.

Arbeiten Sie aktiv für den Frieden: „Wir leben in einer Zeit vieler Kriege“, sagt der Papst, „und der Ruf nach Frieden muss lauter geschrien werden. Manchmal vermittelt das Wort „Frieden“ den Eindruck, ruhig sein zu müssen. Aber Friede ist niemals ruhig, der Frieden ergreift immer die Initiative und ist dynamisch.“