10.04.2018

Tag der offenen Klöster

Ein Tag in Engelthal

Sie gleichen Oasen in der Wüste. Klöster liegen oftmals an besonderen Orten: Im Tal, auf einem Berg, im Herzen einer Stadt. Ordensgemeinschaften sind eine Welt für sich. Am „Tag der offenen Klöster“ am 21. April gewähren sie bundesweit Einblicke. Wie etwa das Kloster Engelthal bei Altenstadt. Von Anja Weiffen.

Pferde in der Nähe von Kloster Engelthal Foto: Anja Weiffen
DIe Klosteranlage von Kloster Engelthal. Foto: Anja Weiffen

Wiesen und Wälder säumen die Abtei. Wie in einer großen Hand aus Grün liegt Kloster Engelthal geborgen. Wer mit dem Auto von Altenstadt kommt, könnte glatt dran vorbei fahren: Die Gebäude sind von der Bundesstraße aus nicht zu sehen. Und auch wer auf dem Parkplatz angekommen ist, kann noch nicht die Weite des Klosterkomplexes erfassen. Dazu braucht es mehr Zeit als für eine Stippvisite.

17 Benediktinerinnen leben in der Abtei Kloster Engelthal nach der Ordensregel des heiligen Benedikt von Nursia. „Ora et labora“ (beten und arbeiten), nach dieser Grundregel richten sich Benediktiner und Benediktinerinnen in aller Welt. Kloster Engelthal ist Ausdruck dieser Tätigkeiten. Fünfmal am Tag versammeln sich die Schwestern in der Kirche, um miteinander die Eucharistie zu feiern und das Stundengebet zu beten. Frühmorgens hat jede Schwester Zeit für Meditation und geistliche Lektüre. Das Gebet steht im Mittelpunkt ihrer Ordensgemeinschaft. Die Abtei ist zugleich ein Ort der Arbeit, zum Aufbau und Selbsterhalt der Gemeinschaft. Kochen, putzen, gärtnern, verwalten, Kranke pflegen, die Kirche schmücken … Um den Lebensunterhalt der Gemeinschaft zu erwirtschaften, betreiben die Schwestern ein Gästehaus für Klostergäste. In einer Werkstatt restaurieren sie Kunstwerke. Ihren Kloserladen, die Buch- und Kunsthandlung, geben die Schwestern jedoch Ende April auf. Am „Tag der offenen Klöster“ ist der Laden ganztägig geöffnet. Die Arbeit hat für die Ordensfrauen auch einen geistlichen Aspekt: Die Schwestern richten sich nach dem benediktinischen Motto, „jede Arbeit so zu verrichten, dass sie zur größeren Ehre Gottes beiträgt“.

Werkstätte im Kloster Engelthal Foto: Kloster Engelthal
Hier werden Gemälde und Skulpturen restauriert. Die Werkstatt im Kloster
Engelthal ist ein Filialbetrieb des Dom- und Diözesanmuseums in Mainz.
Foto: Kloster Engelthal

Gottes Schöpfung sind die Engelthaler Benediktinerinnen sehr zugetan. Sie bewirtschaften einen großen Garten und bauen Obst und Gemüse biologisch an. Vor zehn Jahren sanierten sie das Kloster nach Klima- und Umweltaspekten. Geheizt wird mit Erdwärme. Es gibt eine Solaranlage für Warmwasser. Auch der Umgang mit Wasser im Kloster ist vorbildlich. Im Jahr 2012 zeichnete das Bistum Mainz die Gemeinschaft für ihr ökologisches Gesamtenergiekonzept mit dem Umweltpreis aus.

Die Abtei Kloster Engelthal ist eines von mehr als 160 Klöstern in Deutschland, die am 21. April am „Tag der offenen Klöster“ teilnehmen. Nach 2014 findet diese Aktion zum zweiten Mal statt. Das Motto heißt diesmal „Gut. Wir sind da“. Die Deutsche Ordens-
oberenkonferenz (DOK) veranstaltet den Tag zusammen mit den Ordensgemeinschaften.

Viele Ordensgemeinschaften bieten zeitgleich nicht nur Einblick hinter sonst geschlossene Türen. Sie kommen ihren Gästen mit einem Tagesprogramm entgegen. In Engelthal wird von 10 Uhr bis 17 Uhr der innere Klosterhof geöffnet. Um 12 Uhr sind die Gäste zum Mittagsgebet in der Kirche eingeladen. Den Tag über gibt es verschiedene Führungen: Eingeladen wird zur Spezial-Klosterführung, zur Führung durch die Werkstatt und zum Spaziergang durch den Klostergarten. Darüber hinaus wollen die Schwestern mit ihren Gästen über das benediktinische Leben ins Gespräch kommen. Der Tag in Engelthal schließt um 17.30 Uhr mit der Vesper.

Das Programm zum Nachlesen und weitere Infos über Kloster Engelthal im Internet:
www.abtei-kloster-engelthal.de
Mehr über die Aktion am 21. April 2018 auf:
www.tag-der-offenen-kloester.de

 

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