Die Biologin Beatrice van Saan-Klein ist Umweltbeauftragte des Bistums Fulda
Von Bea Nolte-Schunck
Ihre engagierte Art passt zur Lebendigkeit der Schöpfung: Dr. Beatrice van Saan-Klein erfüllt ihre Aufgabe als Umweltbeauftragte des Bistums Fulda mit großer Einsatzfreude und beträchtlichem Fachwissen.
Der promovierten Biologin liegt die Artenvielfalt sehr am Herzen, beispielsweise an Kirchengebäuden. „Wie kann man Lebewesen helfen, dort heimisch zu werden?“ ist eine der Fragen, die van Saan-Klein umtreiben. Das reicht beispielsweise von Nistkästen für Turmfalken und Schleiereulen bis hin zu guten Lebensbedingungen für Fledermauskolonien. „In sehr vielen Kirchtürmen gerade auf dem Land leben Turmfalken, und damit das möglichst noch zunimmt, sollten die Türme nicht wegen einer Taubenabwehr rundum verbarrikadiert werden“, betont die Umweltbeauftragte. Außerdem ergänzt sie schmunzelnd: „Die Kirchenmäuse von heute sind eher die streng geschützten Fledermäuse.“
„Je mehr Erkenntnis, umso tiefer der Glaube“
Natur- und Glaubenserfahrungen gehören für van Saan-Klein eng zusammen. „Gott ist der Schöpfer, und der Glaube an ihn ist das tragende Element. Daraus ergibt sich meine Liebe zur Schöpfung.“ Für die Fachfrau, die knapp 20 Jahre lang in der naturwissenschaftlichen Forschung tätig gewesen ist, bedeutet die Natur also keineswegs eine Ersatzreligion: „Je mehr die Erkenntnisse in den Naturwissenschaften wachsen, desto tiefer wird der Glaube, weil ich sehe, wie wunderbar alles in der Schöpfung ist“, hebt die 47-Jährige hervor.
Für sie heißt Christsein nicht zuletzt, die Ressourcen der Natur verantwortlich zu gebrauchen und dabei das Wohl der Mitgeschöpfe zu berücksichtigen. Die Umweltbeauftragte befürwortet sehr den Vorschlag, in den Kirchengemeinden in der Zeit zwischen dem 1. September und dem Franziskustag am 4. Oktober einen ökumenischen Schöpfungstag zu begehen. Dafür wirbt auch der Katholikenrat der Diözese Fulda. Wie van Saan-Klein erklärt, gibt es schon Kirchengemeinden und Verbände, bei denen das Leben im Einklang mit der Schöpfung tief verwurzelt sei. Insgesamt sieht sie aber noch Lernbedarf, zum Beispiel beim Thema Ernährung, die saisonal, regional und fair sein sollte, oder bei der nachhaltigen Landwirtschaft. Bei Pfarrfesten könne man Zeichen setzen mit fair gehandeltem Kaffee und möglichst umweltverträglichen Lösungen bei Geschirr, Besteck und Verpackungsmaterial, meint van Saan-Klein.
Als weiteres Thema nennt sie das für Pfarrgemeinden ebenfalls wichtige Energiesparen. Die Umweltbeauftragte, die der diözesanen Bauabteilung zugeordnet ist, begleitet Energie-Projekte von Pfarreien, die zum Beispiel Fotovoltaik- Anlagen auf kirchlichen Gebäuden (aber nicht auf den Gotteshäusern selbst) installieren wollen.
Die Expertin, die mit ihrem Mann in Marburg-Ginseldorf wohnt, hatte sich ehrenamtlich in der internationalen kirchlichen Umweltbildungsarbeit engagiert, bevor sie 2007 Umweltbeauftragte des Bistums Fulda wurde. In dieser Funktion ist sie mit halber Stelle tätig, außerdem nimmt sie freiberuflich Lehraufträge wahr. Sie sieht es als Teil ihrer Berufung an, „dass ich mein Fachwissen meiner Kirche zur Verfügung stellen darf“.
„Immer mehr Türen öffnen sich“
Ihre Arbeit, die unter anderem Vorträge in Pfarreien und bei (Jugend-) Verbänden umfasst, macht ihr auch deshalb Spaß, „weil sie immer mehr angenommen wird“. Es gebe ein großes Entgegenkommen, manchmal aber auch Widerstände. Insgesamt überwiege freilich die Erfahrung, „dass Türen sich öffnen“. Zudem hat van Saan-Klein bei ihren Forschungen die Buchen sehr schätzen gelernt, die ihre Zeit brauchen, um zu schönen, großen Bäumen heranzuwachsen. Auch dadurch kennt sie den Wert von Ausdauer.
Kontakt per Mail: umweltbeauftragte@bistumfulda.de