25.07.2013

Adveniat-Reise durch die Metropole

„JüngerSchafft“ in Rio

Die Mainzer Studentin Florine Scherer ist mit dem Lateinamerikahilfswerk Adveniat durch Rio gereist. Sie lernt die Stadt von ganz unterschiedlichen Seiten kennen. Von Theresa Beck.

Gruppe tanzt
So geht das: Kinder aus dem Haus AMAR zeigen, wie man in Brasilien tanzt. Fotos Mareille Landau/Adveniat

„Let’s dance“, hieß es im Haus AMAR in der Nähe von Rio. Zwei achtjährige Brasilianerinnen versuchten ihren Gästen, fünf jungen Frauen aus Deutschland, das Tanzen beizubringen. Ein schwieriges Unterfangen: Zu brasilianischen Rhythmen die komplexen Schrittfolgen hinzubekommen, die Hüfte zu schwingen und in den Spagat zu springen, das ist nicht ganz einfach. „Der Großteil von uns war heillos überfordert. Das merkten auch unsere achtjährigen Tanzlehrerinnen schnell und tauschten die ersten vielsagenden Blicke aus“, schreiben die jungen Frauen in ihrem Blog auf adveniat.de. Doch siehe da, es zeigten sich auch Lernerfolge.

Bei der „JüngerSchafft“, einer Aktion des Hilfwerks Adveniat, konnten sich junge Leute bewerben, die sich sozial engagieren, und eine Reise nach Rio gewinnen. So wie Florine Scherer. Die evangelische Christin studiert Sozialpädagogik in Mainz. Einmal in der Woche hilft sie einer Studentin, die im Rollstuhl sitzt, ihren Alltag weitestgehend selbstständig zu meistern.

Bevor der Weltjugendtag offiziell begann, haben die jungen Frauen Projekte kennengelernt, die von Adveniat gefördert werden. Eines ist das Haus AMAR. In der kirchlichen Einrichtung am Rande von Rio wohnen Kinder und Jugendliche aus den angrenzenden Favelas.

Die Menschen in der Favela halten zusammen

Beeindruckt zeigt sich Florine Scherer von der Favela Santa Marta. Sie wird seit 2008 von der Friedenspolizei gesichert. Heute können die Bewohner ohne Angst durch die Straßen gehen. „Ich dachte nicht, dass der Zusammenhalt der Menschen in einer Favela so groß ist“, sagt Florine Scherer in einem Internetvideo von Adveniat. „Die Menschen haben doch eigentlich ihre eigenen Probleme.“ 52 Familien haben sich zusammengeschlossen, um gegen Pläne der Regierung zu protestieren, sie umzusiedeln. Die Favela ist an einem Hang gelegen. Geschäftsleute hoffen daher, dort Häuser oder Hotels mit bester Aussicht bauen zu können.

Es sind diese sozialen Fragen, die die jungen Frauen beschäftigen: „Ich freue mich darauf, die Kapelle nahe der Villa Mimosa, dem größten Straßenstrich von Rio, kennenzulernen. Dort werden wir mit zwei Ordensschwestern sprechen, die sich um Frauen im Rotlichtmilieu kümmern“, sagt Florine Scherer.
Doch Rio hat auch wunderschöne Seiten zu bieten. Wenn sich Florine Scherer an den Corcovado mit der Cristo-Statue erinnert, kommt sie ins Schwärmen. „Wir hatten Blick auf den Zuckerhut und den Strand von Ipanema. Das Panorama war einfach atemberaubend.“

Sie ist von ihrer Herzlichkeit überrascht

Und es sind die Brasilianer, die Florine Scherer begeistern: „Die Herzlichkeit und die Hilfsbereitschaft der Menschen in Rio haben mich überrascht, nicht nur der Menschen in unserer Unterkunft, die um unser ständiges Wohlbefinden bemüht sind, sondern auch der Bewohner von Rio, der Cariocas. Sie haben uns schon oft geduldig den Weg erklärt.“

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