26.07.2016

Thema: Das Jesus-Team (6) – Nächstenliebe

Bedingungslos mitfühlen

Was ist das, Nächstenliebe? Sara Mierzwa und Dominik Stoehr (Fotos) haben sich in Fulda umgehört und Menschen um ihre Gesten gebeten: Wie zeigen Sie Nächstenliebe?

Einander die Hände reichen: Uneigennützig für sein Gegenüber da sein. Foto: Dominik Stoehr
Einander die Hände reichen: Uneigennützig für sein Gegenüber da sein.
Fotos (7): Dominik Stoehr

Zum „Jesus-Team“ kann man nur gehören, wenn man auf die Frage nach dem Wesentlichen im Leben antwortet, wie er: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüt, und deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“

So berichtet es Lukas in seinem Evangelium (10,26-27). In der Bibel ist vielerorts von der Liebe die Rede – von der Gottesliebe, der Nächstenliebe, aber auch von der Liebe zu sich selbst. „Wer sich nicht selbst liebt, der kann auch keinen anderen lieben“, haben die Psychologen längst festgestellt.

Beim Stadtrundgang in Fulda lassen sich Jung und Alt motivieren, ihr Verständnis von Nächstenliebe in einer Geste auszudrücken. So wie Philipp und Justus Müller, die mit Nina Heil unterwegs sind. Ihre Geste: „Jemandem die Hand reichen“ (großes Foto oben): „Das heißt, sich vertragen und nicht streiten. Wenn man sich gestritten hat, kann man sich so versöhnen. Zum Guten-Tag- und Auf-Wiedersehen-Sagen gibt man sich auch die Hand. Oder wenn jemand gestorben ist, um sein Beileid zu bekunden.“

Zuhören heißt: aufmerksam sein.
Zuhören heißt: aufmerksam sein.

 

Zuhören: „Aufmerksamkeit schenken ist Nächstenliebe. – Wenn ich zuhöre, nehme ich mir wirklich Zeit für den anderen. Ich nehme ihn bewusst wahr und habe Geduld. Ehrlichsein ist dabei wichtig. Ob Ratschläge geben mit dazu gehört? Da sind wir uns nicht sicher. Aktives Zuhören und nicht innerlich abschalten gehört in jedem Fall dazu. Eine offene Körperhaltung drückt das aus.“
Bernadette Wahl, Teresa Krampf und Dominik Ritter

 

 

Vortritt lassen: Bitte nach Ihnen!
Vortritt lassen: Bitte nach Ihnen!

 

Den Vortritt lassen: „Nächstenliebe heißt, anderen Menschen helfen. Älteren oder Gehbehinderten zum Beispiel einen Platz anbieten. Im Zug oder Bus einen Sitz frei machen. Das kann mit einer einladenden Handbewegung ausgedrückt werden. Oder jemandem eine Tür offen halten. So haben wir das früher gelernt.“
Christel Weißenberger und Emilie Gärtner

 

 

Die Hand anbieten.
Die Hand anbieten.

 

Die Hand anbieten: „Bei Nächstenliebe muss ich an die Geste denken, wenn man jemandem zum Abstützen spontan die Hand hinhält. Es ist eine Geste, die ein Angebot ausdrückt, ohne jemanden aktiv an die Hand zu nehmen. Solche Gesten funktionieren, ohne darüber zu sprechen.“
Sebastian Blümel

 

 

 

Umarmen bringt Nähe.
Bildunterschrift

 

Umarmen: „Eine Umarmung ist eine ganz einfache Geste der Nächstenliebe, die viel zu selten im Alltag vorkommt. Sie drückt Nähe und Geborgenheit aus. Eine Umarmung fühlt sich schön an und ist heutzutage leider nicht mehr selbstverständlich. Kleine Gesten und Freundlichkeit im Alltag sind Nächstenliebe für mich.“
Klaus-Peter Bischof

 

 

Geben: heißen Kaffee anbieten.
Geben: heißen
Kaffee anbieten.

 

Geben: „Uns geht es gut. Wir können abgeben und andere teilhaben lassen. Das drückt unsere Geste fürs Geben aus. Nächstenliebe ist zweiseitig: Einer gibt und einer empfängt. Zeit zu verschenken, ist auch eine schöne Geste der Nächstenliebe.“
Manfred und Beate Krenzer

 

 

 

Helfen: Hand auf die Schulter.
Helfen: Hand auf die Schulter.

 

Helfen: „Jemanden an der Schulter zu berühren: Die Geste drückt aus, dass man sich um jemanden sorgt. Helfen ist ein Akt der Nächstenliebe, der das Wichtigste ist. Eine Hand auf der Schulter gibt Halt“.
Sandra Schumann