13.09.2011

Bischof , Erzbischof – wer ist da wem übergeordnet?

Ist ein Bistum einem Erzbistum untergeordnet? Gibt es hierarchische Strukturen zwischen Erzbischöfen und Bischöfen – ist ein Bischof einem Erzbischof untergeordnet? Ist der Erzbischof weisungsbefugt?
Dorothea Quadflieg, 52074 Aachen

 

Mehrere Bistümer sind in einer Kirchenprovinz unter der protokollarischen Leitung eines Erzbistums zusammengeschlossen. Die einzelnen Bistümer des Verbundes nennt man auch Suffragane – vom lateinischen suffragium: Sitz und Stimme in einem Kollegium.
In Deutschland gibt es sieben Kirchenprovinzen, also sieben Erzbistümer mit einem Erzbischof an der Spitze. Den Erzbischof einer Kirchenprovinz nennt man auch Metropoliten, er trägt bei Gottesdiensten innerhalb seiner Kirchenprovinz als Ehrenzeichen seiner Leitung das Pallium, einen schalartigen Überwurf über dem Messgewand, das er vom Papst erhalten hat. Er ist nach dem kirchlichen Gesetzbuch (Canones 432ff.) für seine Kirchenprovinz mit besonderen Rechten ausgestattet, unter anderem obliegt es ihm, „darüber zu wachen, dass der Glaube und die kirchliche Disziplin genau gewahrt werden, und eventuelle Missbräuche dem Papst mitzuteilen“ (Canon 436). Dennoch bleibt die direkte Leitungsgewalt innerhalb eines Bistums beim zuständigen Ortsbischof.
Neben den Metropoliten gibt es auch andere Erzbischöfe, die Titularbischöfe eines – untergegangenen – Erzbistums sind oder persönlich den Ehrentitel eines Erzbischofs erhalten. Diese sind protokollarisch den Bischöfen vorgeordnet, aber nicht deren Vorgesetzte oder Weisungsbefugte. Der Erzbischof ist direkt weisungsbefugt nur innerhalb seines Erzbistums oder wenn er vom Apostolischen Stuhl mit einer besonderen Vollmacht, zum Beispiel als Apostolischer Visitator eines anderen Bistums, ausgestattet wurde. Dies ist aber nicht an den Titel des Erzbischofs gebunden.
Michael Kinnen