29.12.2017

Bischof wird Anzeige erstatten

„Blödsinnig und infam“: So bezeichnet das Bistum Limburg Aktionen radikaler Abtreibungsgegner gegen Bischof Georg Bätzing. Jetzt werden rechtliche Schritte eingeleitet.

Zuerst waren es konstruierte Vorwürfe auf einer Internetplattform, Bischof Georg Bätzing werbe für Schwangerschaftsabbruch. Der Hintergrund: Auf einer Homepage des Bezirks Hochtaunus hatte es ein Verzeichnis von Hilfsangeboten in der Region gegeben. In diesem war auch das Diakonische Werk aufgeführt, das eine Schwangerenberatung mit Ausstellen des Beratungsscheins anbietet, der Voraussetzung für einen Schwangerschaftsabbruch ist. Aus der Veröffentlichung dieses Verzeichnisses wurden die Vorwürfe an Bischof Bätzing konstruiert. Bistumssprecher Stephan Schnelle stellt klar: „Der Lebensschutz hat für Bistum und Bischof höchste Priorität.“ Die Schwangerenberatung der Diakonie sei kein Angebot des Bistums oder der Caritas. Das Verzeichnis ist mittlerweile von der Internetseite des Bezirks entfernt worden.

Die radikalen Abtreibungsgegner, zu denen unter anderem Gerhard Woitzik, der Bundesvorsitzende der Deutschen Zentrumspartei, gehört, haben inzwischen zu rabiateren Mitteln gegriffen. Ihre Anzeige gegen Bischof Georg Bätzing wegen Werbung für den Abbruch der Schwangerschaft nach Paragraf 219a des Strafgesetzbuchs hat die Staatsanwaltschaft Frankfurt geprüft und entschieden, nicht gegen den Bischof zu ermitteln. „Die Vorwürfe sind null und nichtig“, unterstreicht Bistumssprecher Schnelle.

Doch die Abtreibungsgegner lassen sich davon nicht abschrecken: In der Stadt Limburg wurden Flyer und Postkarten mit verleumderischen Aussagen verteilt, vor dem Wohnhaus des Bischofs ein Banner aufgestellt. Unter anderem wird Bätzing vorgeworfen, „abgetriebene Kinder im Massengrab verschwinden“ zu lassen.

„Jetzt ist die Grenze überschritten“, sagt Stephan Schnelle. „Das lassen wir uns nicht gefallen." Mit den neuerlichen Aktionen sei eine Öffentlichkeit geschaffen worden, die vor allem eins stifte: Verunsicherung. „Deswegen müssen wir gegen diese Leute vorgehen.“ Bischof Bätzing werde im Neuen Jahr juristische Schritte gehen und Anzeige erstatten wegen Rufmord und Verleumdung. (kai)