13.09.2011

In den Fürbitten oder im Hochgebet?

Seit ein paar Jahren werden die Messintentionen – die Anliegen, für die besonders gebetet werden soll – als letzte Fürbitte eingebaut, teilweise auch frei formuliert. Aus meiner Sicht könnten die Messintentionen im Hochgebet genannt werden. Ist es in Ordnung und geboten, dass die Messintentionen nur in den Fürbitten genannt werden?
Franz Knoop, 38686 Vienenburg

 

In den Fürbitten wendet sich die Gemeinde ausdrücklich in den Anliegen der gesamten Kirche und für das Heil der Welt an Gott. Sie heißen deshalb auch „Allgemeines Gebet“ der Gläubigen. Dabei werden Personen und Gruppen wie zum Beispiel Regierende, Notleidende und die Ortsgemeinde regelmäßig in den Blick genommen.
Bei besonderen Feiern wie Trauung, Taufe, Begräbnis und so weiter werden die Fürbitten dem Ereignis angepasst. Das ist auch für die Messe mit einer Intention für einen Verstorbenen sinnvoll. Nur in der Begräbnismesse selbst wird der Verstorbene in den Interzessionen, den fürbittenden Einwürfen des Hochgebets, genannt.
Auf jeden Fall sollte der liturgische Grundsatz berücksichtigt werden, dass Dopplungen zu vermeiden sind. Die Interzessionen haben in erster Linie den Sinn, die große Gemeinschaft (Communio Sanctorum) zum Ausdruck zu bringen, an der die irdische Gemeinschaft der Glaubenden schon teilhat.
Die Gottesdienstgemeinschaft geht aber über die konkret Anwesenden hinaus. Deshalb werden zum Beispiel auch die Verstorbenen genannt, nachdem die irdische Kirche mit Papst, Bischof, Priester und Diakonen und dem ganzen Volk Gottes genannt ist.
Der Akzent ist hier aber ein anderer als in den Fürbitten, nämlich der Hinweis auf diese umfassende Gemeinschaft über den Tod hinaus, nicht so sehr der Blick auf einzelne Anliegen oder einzelne Personen. Manche Priester verzichten deshalb ausdrücklich auf die Nennung von Namen im Hochgebet, um das Missverständnis zu vermeiden, es ginge hier in erster Linie um diese einzelnen Personen. Selbst wenn der Verstorbene im Hochgebet nicht namentlich genannt ist, ist er in Communio Sanctorum immer mit gemeint.
Michael Kinnen