24.07.2013

Die Bedeutung der drei Kardinalsränge

Was bedeuten die drei Kardinalsränge?
H. B., Offenbach

Kardinal ist ein Titel in der katholischen Kirche, der vom Papst verliehen wird. Er berechtigt den Träger zur Papstwahl, wenn er jünger als 80 Jahre alt ist, und verpflichtet ihn, an der Gesamtleitung seiner Kirche mitzuwirken. Daher auch der Ausdruck „Senat des Papstes“. Die drei Ränge, die es etwa seit 1100 gibt, sind: Kardinaldiakone, Kardinalpriester und Kardinalbischöfe. Diese Ordnung ist historisch bedingt und orientiert sich an den drei Weihegraden – Diakon, Priester und Bischof.
Den Kardinalbischöfen sind sechs Bistümer zugeordnet, die zur Kirchenprovinz Rom gehören. Tatsächlich werden diese Bistümer mit Ausnahme Ostias aber von einem eigenen Bischof geleitet. Die Kardinalbischöfe haben daher eine eher symbolische Rolle. Zu ihnen gehören auch Oberhäupter katholischer Ostkirchen, sofern sie vom Papst ins Kardinalskollegium berufen werden. Zehn der derzeit insgesamt 203 Kardinäle (davon 112 wahlberechtigt) sind Kardinalbischöfe.

Die Klasse der Kardinal­pries­ter umfasst aktuell rund 150 Mitglieder, unter ihnen sechs der neun deutschen Kardinäle (Joachim Meisner, Friedrich Wetter, Walter Kasper, Karl Lehmann, Reinhard Marx, Rainer Maria Woelki). In diese Gruppe wird aufgenommen, wer zur Zeit der Kardinalserhebung Ortsbischof ist. Jedem Kardinalpriester ist eine Titelkirche in Rom zugewiesen, was die Verbindung mit dem Papst als Bischof von Rom unterstreicht. Kardinaldiakone gibt es augenblicklich gut 40. Zu ihnen gehören die Deutschen Paul Josef Cordes, Walter Brandmüller und Karl Josef Becker. Mitglieder dieser Klasse werden normale Kleriker oder Bischöfe ohne eigenes Bistum, insbesondere Kurienmitarbeiter. Sie erhalten eine Titeldiakonie in Rom. Ein Wechsel der Kardinals-klassen ist durch päpstliche Ernennung möglich.
Roland Juchem/kna