12.01.2012

Wie Gruppen und Pfarreien sich im Internet mit Videos präsentieren können

Die Gemeinde in Szene setzen

Pro Stunde werden weltweit 48 Stunden Filmmaterial neu auf der Internetplattform Youtube eingestellt. Für Experten ist die Sache längst klar: Eigene Videos sind auf der Homepage schon bald ein Muss. Auch für Gemeinden bietet es Vorteile, sich per Video zu präsentieren.

Inzwischen ist es schon fast „kinderleicht“, selbst ein Video zu drehen, zu schneiden und ins Netz zu stellen, um die Gemeinde, einzelne Gruppen und Personen zu porträtieren. Damit es aber auch ein gutes Video wird, sollte man einiges beachten. Der Videojournalist Stefan Klinkhammer empfiehlt Gemeinden, die eigene Videos hergestellt haben, diese auf jeden Fall in ihre Homepage einzubinden – dort sind sie leicht zu finden und man kann Zusatzinfos (etwa über die präsentierte Gruppe oder Aktion) dazustellen.

Wie kommt man an die Ausrüstung?

An Ausrüstung für die eigene Videoproduktion braucht es nicht viel, meint Klinkhammer: „Im Grunde reicht schon fast ein gutes Kamera-handy, oder eben ein Camcorder – da gibt es bereits ab 200 Euro gute. Dazu noch möglichst ein externes Mikrofon für guten Ton, idealerweise ein Stativ und fertig.“ Vieles davon können ehrenamtlich Aktive auch in den Kreismedienzentren ihrer Landkreise ausleihen.
Die Software, um die Filme dann auf dem PC zu schneiden, findet sich etwa unter Windows – mit dem „MovieMaker“ meist schon vorinstalliert. Ansonsten werden gute Schnittprogramme schon ab 60 Euro aufwärts angeboten. Wichtig ist, dass man sich vor dem Drehen einen inhaltlichen Plan – ein „Storyboard“ – für den Film schreibt.
Beispiel: ein Film über eine kirchliche Jugendgruppe. Hier empfiehlt Klinkhammer folgenden Aufbau: zum Einstieg ein Überblicksbild etwa von der Kirche oder dem Pfarrheim, wenn sich die Gruppe dort trifft. Dann hineingehen und Bilder von den Gruppenräumen machen, wo möglichst Jugendliche auch aktiv sind. Nun bietet sich ein erklärender O-Ton vom Gruppenleiter oder Pfarrer an, der die Gruppe vorstellt, und danach noch einige Stimmen von Jugendlichen, warum sie gern hierherkommen.
„Man sollte lieber ein paar Bilder mehr drehen, als dass man nachher zu wenig Material hat beim Schneiden“, rät der Video-journalist. Zudem sollte der Kameramann, die Kamerafrau darauf achten, die Einstellungen und Perspektiven beim Drehen zu verändern: mal Nahaufnahme, mal ein Detail, mal eine Totale. Das bringt Abwechslung und Auflockerung in den Film. „Aber immer nur einzelne Motive drehen, nicht mit der Kamera beim Drehen hin- und herschwenken, zoomen, wackeln – oder womöglich dazwischenquatschen“, betont Klinkhammer. Und: Immer auch auf gutes und ausreichend Licht achten und nicht gegen das Licht filmen.

Einen Film zu drehen braucht Zeit

 

Beim anschließenden „Betexten“ des Filmes seien, so Klinkhammer, der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Allerdings sollte man sogenannte Bild-Text-Scheren vermeiden – sprich: Der Text muss auch immer zum Bild passen. Achtung heißt es auch bei der Filmlänge. „Der ganze Film sollte nicht länger als zwei, drei Minuten sein, denn dann lässt die Aufmerksamkeit der Zuschauer rapide nach“, sagt Klinkhammer und erinnert an stundenlange, todlangweilige Dia-Abende, die man früher über sich ergehen lassen musste.
Außerdem sollte man den Aufwand nicht aus dem Blick verlieren. Für einen „Zweiminüter“ muss der ungeübte Filmemacher etwa zwei bis drei Tage „Produktionszeit“ einrechnen, sprich: Konzept überlegen, drehen, Filmmaterial sichten, schneiden, texten, vertonen. Klinkhammers Erfahrung: „Die Zeit muss man sich einfach nehmen, wenn’s wirklich ein schöner Film werden soll, der gern angeklickt wird.“

Helene Jeschke