04.04.2016

Gewinnspiel zum Kinostart

Ein letzter Tango

Leidenschaft, Liebe, Eifersucht, Erotik: Die Klischees, die dem Tango angeheftet werden, sind zahlreich. Jetzt gibt es einen Film, der ihnen in vollem Umfang gerecht wird: „ein letzter Tango“. Und doch ist er alles andere als ein Klischee. Er ist eine wunderbare Liebeserklärung an den Tango. Und das ehrliche Lebensbild eines der berühmtesten Tanzpaare der Geschichte. Ein Film voll schöner Musik, herrlicher Tanzszenen und echter Gefühle. Unbedingt sehenswert. Gesehen von Johannes Becher.

 

„Ich bin geboren, um Tango zu tanzen.“ Ein Satz mitten aus dem Herzen. Aus dem Herzen einer Tänzerin. Aus dem Herzen des Tango. Aus dem Herzen Argentiniens. Maria Nieves Rego ist jetzt 80 Jahre alt. Wenn sie vom Tango erzählt, dann strahlen ihre Augen. Und wenn sie mit den jungen Schauspielern arbeitet, die Szenen ihres Künstlerlebens im Dokumentarfilm „Ein letzter Tango“ nachstellen, dann spricht ihre Leidenschaft für den Tango aus allen Fasern ihres Körpers. Sie hat die Seele des Tango gefunden. Sie hat seine Freuden in vollen Zügen genossen. Und den Schmerz, den er bereiten kann. Denn Tango ist Leben.

Von diesem Leben mit dem Tango und für den Tango erzählt dieser Film.

Juan Carlos Copes ist heute 83. Jeden Abend steht er in Buenos Aires auf der Bühne – in einer Show mit seiner Tochter. „Ich muss jeden Tag tanzen“, sagt er.

Juan Copes und Maria Nieves waren über Jahrzehnte das berühmteste Tanzpaar Argentiniens. Der Film „Ein letzter Tango“ erzählt ihr Künstlerleben. Wie die beiden sich in jungen Jahren in einem Club erstmals begegnen, sich füreinander begeistern und sich verlieben, wie sie beruflich und privat ein Paar werden, wie sie sich trennen und doch gemeinsam weitertanzen. Und wie er dann seine „Stradivari“ fallen lässt, weil eine andere Frau das von ihm fordert.

„Ich bereue nichts. Ich würde alles genauso machen – nur nicht mit Juan.“ Verbitterte Worte der Nieves. Und: „Kein Mann ist die Träne einer Frau wert.“ Sätze, die von der tiefen Verletztheit einer Frau zeugen, die dem Tango ihr Leben schenkte. Und die der Tango trotz allem privaten Schmerz weiterleben lässt.

Regisseur German Kral verbindet geschickt Spielfilmszenen und Interviews mit den beiden Künstlern. Getrennt, versteht sich. Denn seit Jahren wechseln beide kein Wort mehr miteinander. Zwischen diese Szenen und Dokumentaraufnahmen aus früheren Bühnenzeiten  hat der Regisseur wunderbar lebendige Gespräche eingefügt: Gerade in diesen Sequenzen wird der große Respekt deutlich, den Copes und die Nieves bis heute auch in der jungen Künstlergeneration genießen: Diese Ikonen des Tango haben ihm weltweit eine Bühne bereitet.

Ob es zu einem letzten Tango der streitbaren Legenden Nieves und Copes kommt? Selbst anschauen. Der Film lohnt sich. Weil er voller Musik ist. Weil er voller Gefühle ist. Weil er voller Leben ist – freudig und schmerzhaft.

 

Schnell-Check (Maximal 5 Kreuze):

Humor ++

Romantik +++

Spannung ++

Tiefgang ++++

Gesamt ++++