05.04.2016

Filmkritik

Ein Mann namens Ove

Das Buch „Ein Mann namens Ove“  von Fredrik Backman war ein Nummer-1-Bestseller in Schweden. Zurecht, denn es ist ein sehr anrührender und liebenswerter Roman. Buch lesen und dann Film anschauen, das geht nicht immer zusammen. „Kino im Kopf“ ist oftmals besser als das, was dann tatsächlich auf die Leinwand kommt. Nicht so in diesem Film. Filmkritik von Rena Fahn.

 

Ove ist ein Mann wie ein Schrank, allerdings wortkarg, missmutig, griesgrämig und pedantisch. Nicht unbedingt der Renner -  weder als Mann, noch als Nachbar.

Seine abschreckende Art und wie er die Nachbarn mit seinem Kontrollzwang drangsaliert, sorgt im Film wiederum für manchen Lacher, einer Komödie also durchaus würdig.

Der Film zeigt in Rückblenden die frühe Jugend von Ove. Wirklich rührende Szenen. Empfindsame Menschen sollten deshalb reichlich Taschentücher mit sich führen.

Früh verstarb Oves Mutter. Der Vater, überfordert mit der Situation einem kleinen Jungen nun auch noch die Mutter ersetzen zu müssen, zeigte seine Zuneigung, in dem er mit dem Kind die meisten gemeinsamen Mahlzeiten im Auto (hier ein Saab) einnahm und ihm Bauweise von Wagen und Motor in allen Einzelheiten näher brachte.

Ove, fast noch ein Teenager, war dann auf sich allein gestellt, als sein Vater jäh aus dem Leben gerissen wurde. Nun verliebte sich Ove – hölzern, unbeholfen, verklemmt - in Sonja, eine intelligente und fest im Leben stehende junge Frau. Die Ehe blieb kinderlos, dabei wäre ihnen eine ganze Fußballmannschaft als Nachwuchs zu wünschen!

Als nun auch noch Sonja aus dem Leben schied und Ove wieder einmal allein zurück blieb, dazu noch beruflich vorzeitig in den Ruhestand geschickt wurde, sah er keinen Sinn mehr im Leben. Er versuchte fortan sich das Leben zu nehmen und der empfundenen Leere zu entfliehen, was ihm aber – welch ein Glück –  nicht gelang.

Grund des Scheiterns war eine junge Familie, die in die Nachbarschaft zog. Oves Wandlung - mittels guter Situationskomik - zu verfolgen, lohnt einen Kinobesuch.

Fragen wie: „Was ist wirklich wichtig im Leben?“ -  „Was bleibt unterm Strich?“ Mit diesem Film kommt man den Antworten ein kleines Stückchen näher.

 

Drama/Filmkomödie „Ein Mann namens Ove“

Dauer: 1h 56m
Regisseur: Hannes Holm
Musik: Gaute Storaas
Story: Fredrik Backman
Ove: Rolf Lassgard

 

Schnell-Check

Humor  +++

Romantik  +

Spannung  +

Tiefgang ++++

Gesamteindruck ++++