15.03.2016

Johannes Hartl begeistert Gläubige

Ein Shootingstar unter den Theologen

Der Mann entwickelt sich mehr und mehr zum Star der christlichen Szene im Internet. Die Rede ist von dem katholischen Theologen Johannes Hartl. Bekannt wurde der Vater von vier Kindern vor allem mit seinen Vorträgen und Kurzimpulse auf YouTube sowie als Gründer des Gebetshauses Augsburg. Inzwischen schreibt er verstärkt auch Bücher und kommt zum Teil sogar bei der Esoterik-Szene gut an.

Johannes Hartl: immer freundlich, offen, zugewandt. Foto: pr

Wow! Sowas ist selten. Ein „Kathole“, der einmal nicht von den weltlichen Medien oder der spirituellen Szene im Lande, sofort und en Detail verrissen wird, ob seiner angeblich altbackenen und erzkonservativen Ansichten. Erst jüngst schrieb die „Tattva Viveka“ – eine Zeitschrift für Wissenschaft und spirituelle Kultur aus Berlin - über Johannes Hartl, er liefere „einige sehr erfrischende Perspektiven aus dem Weisheitsschatz der christlichen Tradition“ und freute sich sogleich: „Schön, das mal von einem katholischen Theologen zu hören.“

Tatsächlich ist Johannes Hartl inzwischen so etwas wie ein Shooting Star der religiösen Szene Deutschlands. Im Internet ist er fast omnipräsent. Auf YouTube sind etliche Vorträge von ihm zu hören. Das von Hartl gegründete Gebetshaus Augsburg scheint sich mehr und mehr zum Treffpunkt für Charismaten zu entwickeln. Zudem unterhält der Theologe auf seiner Homepage einen recht lesenswerten Blog. Natürlich schreibt er auch Bücher. In „In meinem Herzen Feuer“ zum Beispiel schildert er, wie er auf seiner Reise durch die geheimnisvollen Klöster des Athos, auf den staubigen Dorfstraßen Syriens und in den verlassenen Täler des Libanon sein Gebetsleben fand und formte.

Wer Hartl schon einmal gesehen oder gehört hat, wird schnell feststellen: Der Mann hat was: Ausstrahlung nämlich. Anders als manche katholische Theologen, die ja zuweilen – machen wir uns da mal nichts vor – eher grau oder gar griesgrämig wirken, kommt der Vater von vier Kindern jederzeit positiv rüber. Freundlich, offen, zugewandt.

 

Keine Angst vor "heißen Eisen"

Sein erfolgreichster Vortrag: "Die Kunst, eine Frau
zu lieben". Foto: Screenshot

Das Besondere an Hartl ist sicherlich auch, dass er keine Angst vor heißen Eisen hat und sogar mal Themen anfasst, um die viele Seelsorger lieber einen weiten Bogen machen. Sex zum Beispiel. Doch auch Hartl wird hierbei niemals schlüpfrig oder peinlich. Unverkrampft etwa redet er über Liebe zwischen Mann und Frau. „Warum Sex heilig ist“. Oder er erzählt „Wie man die Stimme Gottes erkennt“ – in nur drei Minuten.

Sein bisher wohl erfolgreichster Vortrag ist mit inzwischen mehr als 100.000 Zugriffen „Die Kunst, eine Frau zu lieben“. Wirklich hörenswert. Dem tut auch (fast) kein Abbruch, dass Hartl da die Idee entwickelt, dass es ebenso am „Feind“ liegen könnte, wenn Beziehungen in die Brüche gehen. Aber so ist das halt bei Mitgliedern der Charismatischen Erneuerung. Sie setzen sich mehr als andere Christen mit der „Gegenseite“ auseinander, den dunklen Strömungen im Menschen und auf der Welt. Doch zu allermeist entwickelt Hartl gute Ideen und Theorien und bringt dabei schon mal – fast spielerisch - theologisch komplexe Konzepte kurz und knackig auf den Punkt. Etwa wenn er in dem vierteiligen Vortrag „Am sechsten Tag schuf Gott den Sex“ sagt, „Liebe ist die Entscheidung, sich selbst zu schenken“. Allerdings, auch das muss gesagt werden, sind manche seiner Vorträge am Ende dann doch deutlich zu lang. Kritiker halten Hartl zudem vor, dass er doch etwas sehr selbstverliebt sei, und seine Werbung für sich selbst doch allzu offensiv ist…

Auch seine Dienste lässt sich Hartl, der eigenen Aussagen zufolge seit einigen Jahren von Spenden lebt, inzwischen ein hübsches Sümmchen kosten. Wer ihn für einen Vortrag buchen will, sollte (laut Hartls Homepage) schon 700 bis 1200 Euro flüssig haben und am besten auch 500 Menschen im Publikum garantieren können. Hartl selbst nennt das, wovon er lebt allerdings lieber „Vorsehung“. Im Interview mit kath.net sagte er einmal „Um ehrlich zu sein: Ich erlebe Gott als besonders real im finanziellen (Bereich).“ Und weiter: „Es gilt, was in Matthäus 6 steht: Sucht zuerst das Reich Gottes, alles andere wird euch dazu gegeben werden´ - das ist wahr!“, so Hartl. Zumindest in seinem Fall stimmt es ja auch! ;-).

Ihr Webreporter Andreas Kaiser