14.11.2010

Leserreise der Kirchenzeitung nach Fatima und Santiago de Compostela

Einmal den Jakobus umarmen

28 Leserinnen und Leser der Kirchenzeitung waren unterwegs in Portugal und Spanien. Mit dabei als geistlicher Begleiter: Weihbischof Gerhard Pieschl aus Limburg. Einige Eindrücke der Reise von Ralf Zuleger.

Leser der Kirchenzeitung stellen sich zum Gruppenbild mit Damen und Weihbischof. Foto: privat

Kurzweilig – spannend – erlebnisreich – beeindruckend - abwechslungsreich – höchst interessant – einfach schön und gelungen !

Mit diesen Begriffen lässt sich die Leserreise der Kirchenzeitung nach Fatima und Santiago de Compostela umschreiben. Eine Reise mit vielen Höhepunkten.

Das Rosenkranzgebet und die Lichterprozession in Fatima, das Dominikanerkloster von Batalha, das Zisterzienserkloster von Alcobaca. Lissabon mit der Kirche des heiligen Antonius und dem Hieronymuskloster, das zum Unesco-Weltkulturerbe zählt. Coimbra, die alte portugiesische Universitätsstadt.

Santiago im Heiligen Jahr mit der Kathedrale und der malerischen Altstadt. Eine Umarmung des Apostels Jakobus gemäß dem alten Pilgerbrauch. Der Pilgergottesdienst in der Kathedrale mit Weihbischof Pieschl als Hauptzelebranten. Einen Ausflug ans Ende der Welt – ans Kap Finisterre – sowie eine Stadtbesichtigung von Porto, der „heimlichen Hauptstadt“ Portugals.

Geistlicher und humorvoller Begleiter der Leserreise nach Fatima und Santiago war Weihbischof Gerhard Pieschl. Foto: Ralf Zuleger

Kurzum: Neun wunderschöne Tage in einer harmonischen Reisegruppe. Eine vorzügliche Reiseplanung durch den Reiseveranstalter „Tobit – Reisen“ und ein glänzend aufgelegter Weihbischof Gerhard Pieschl, der der Reise einen ganz besonderen Stempel verliehen hat.

Das Gebet der Touristen in Fatima

„Himmlicher Vater, sieh herab auf uns, Deine bescheidenen, gehorsamen Touristen, die dazu verdammt sind, diese Erde zu bereisen, zu fotografieren, Postkarten abzuschicken, Souvenirs zu kaufen und in pflegeleichter Unterwäsche herum zu laufen.

Wir bitten dich, o Herr, aufzupassen, dass unser Flugzeug nicht entführt wird, unser Gepäck nicht verloren geht und unser Übergewicht nicht bemerkt wird.

Beschütze uns vor habgierigen und skrupellosen Taxifahrern. Gib uns göttliche Führung bei der Suche nach unseren Hotels, dass unsere vorbestellten Zimmer frei und sauber sind, und, wenn irgendwie möglich, dass es heißes Wasser gibt!

Wir beten, dass Telefone funktionieren und die Vermittlung unsere Sprache spricht, dass die Post von unseren

Kindern auf uns wartet, die uns dazu zwingen würde, vorzeitig nach Hause zu fahren. Führe uns, o Gott, in gute, billige Restaurants, wo das Essen vorzüglich ist, die Kellner freundlich und der Wein mit inbegriffen ist.

Gib uns die Kraft, die Museen, Kathedralen und Schlösser zu besichtigen, die in Reiseführern als Muss angegeben sind. Und wenn wir einmal ein historisches Denkmal verpassen, um ein Mittagsschläfchen zu halten, habe Gnade, denn unser Leib ist schwach.

(Der nächste Teil ist für die Ehemänner)

Lieber Gott, halte unsere Frauen fern von Einkäufen und halte sie fern von Gegenständen, die sie weder brauchen noch sich leisten können.

Führe sie nicht in Versuchung, denn sie wissen nicht was sie tun. (Der nächste Teil ist für die Ehefrauen)

Allmächtiger Vater, bewahre unsere Männer davor, fremden Frauen nachzuschauen und sie mit uns zu vergleichen. Beschütze sie davor, sich in Cafés und Nachtclubs aufzuspielen. Vor allem, vergib ihnen nicht ihre Schuld, denn sie wissen ganz genau, was sie tun. Und wenn unsere Reise zu Ende geht und wir zu unseren Lieben zurückkehren, gib uns die Gunst, jemanden zu finden, der sich unsere Fotos und Filme ansieht und unseren

Erzählungen zuhört, so dass unser Leben als Tourist nicht umsonst gewesen ist. Amen!“

Diesen Text betete die Reiseleiterin der Gruppe, Carla Ribeiro, während der ersten Pilgertage in Fatima (Portugal).