01.07.2015

Über die App "ShareTheMeal" können sie einem afrikanischen Kind helfen

Fingerwisch gegen den Hunger

Eins von sieben Kindern hungert auf der Welt. Mit der simplen, deswegen geradezu genialen App „ShareTheMeal“ können Sie ab sofort einem Kind in Afrika ein warmes Essen kaufen. Für nur 40 Cent. Einfacher ist helfen nie gewesen.

Selten hat es eine App so schnell in die Herzen und auf die Handys der Menschen geschafft. Erst seit ein paar Tagen ist die Anwendung ShareTheMeal auf dem Markt und schon ist sie so etwas wie ein viraler Hit in den sozialen Netzwerken. Auch das Echo in den klassischen Medien war und ist riesengroß. Alle haben berichtet: vom RTL-Nachtmagazin, über Bild, Brigitte, Spiegel, fast sämtliche Computerzeitschriften, Die Welt bis hin zur Heilbronner Stimme; nur um mal ein paar Namen zu nennen. Tenor: „So macht helfen Spaß“, oder „Noch nie war helfen so einfach wie heute“. Und die Schlagzeilen stimmen tatsächlich.

Alle fünf Sekunden stirbt ein Kind an den Folgen von Mangelernährung

Ein Start-Up aus Berlin zur Rettung der hungrigen Welt

Wer die App - für Googles Android, Apples IOs, oder Amazon Kindle - auf dem Handy oder Tablet hat, der muss nur zweimal über seinen berührungsempfindlichen Bildschirm wischen – und schon bekommt ein Kind in Afrika ein warmes Essen. Für nur 40 Cent. Mit diesem „Kleckerbetrag“ nämlich lässt sich derzeit in Zusammenarbeit mit dem Welternährungsprogramm der UNO in Afrika ein Schulkind mit Essen versorgen.

Wer mag, spendet gleich für eine ganze Woche (2,80 Euro), einen Monat (12 Euro), drei Monate (36 Euro), ein halbes Jahr (76 Euro) oder ein ganzes Jahr (146 Euro). Außer dem guten Gefühl, mit einer kleinen Spende einem Kind geholfen zu haben, kann man über die App auch verfolgen, wer sich sonst noch so im Bekanntenkreis an der guten Sache beteiligt, wie viele Mahlzeiten schon gespendet wurden, und wie viele Essen noch benötigt werden, um das von ShareTheMeal gesetzte Tagesziel zu erreichen.

Hunger ist ein hausgemachter Skandal

Hintergrund des Start-Ups mit Sitz in Berlin ist einer der größten hausgemachten Skandale dieser oft so gar nicht nächstenliebenden Welt. Obwohl auf diesem Planeten noch immer genug Nahrungsmittel angebaut werden, um alle 7,28 Milliarden Menschen satt zu bekommen, leiden rund 800 Millionen Menschen an Hunger. Anders formuliert: Jeder 9. Mensch und jedes 7. Kind hat nicht genug zu essen. Etwa alle fünf Sekunden stirbt ein Kind an den Folgen von Fehl-, Unter- oder Mangelernährung. Hunger tötet noch immer mehr Menschen als AIDS, Malaria und Tuberkulose zusammen.

Die App ist in fast allen Sozialen Netzwerken Thema

Dagegen zieht nun das Team um die beiden App-Erfinder Sebastian Stricker und Bernhard Kowatsch zu Felde. Auch wenn Stricker und Kowatsch auf den ersten Blick wirken wie die typischen Start-Up-Gründer, so haben sie doch einen gänzlich anderen beruflichen Hintergrund als die Hipsters und Yuppies, die sonst im ach so angesagten Berlin unterwegs sind.

Beide haben sie schon für das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen gearbeitet. Ihr Unternehmen ShareTheMeal bezeichnen sie selbst als „100 Prozent Non-Profit“. Erstes Ziel ist es, alle bedürftigen Schuldkinder in Lesotho mit ausreichend Nahrung zu versorgen. Stricker und Kowatsch wissen, dass dieses Ziel am besten und schnellsten über die Versorgung der Kids mit Schulmahlzeiten zu erreichen ist. Partner vor Ort ist das United Nations World Food Programme.

Schon jetzt gilt ShareTheMeal Zeitungsberichten zufolge als eine der effizientesten Formen der Entwicklungshilfe. Wo bei anderen Hilfsorganisationen bis zu 35 Prozent der Spendengelder für die Verwaltung drauf gehen, sind es bei ShareTheMeal angeblich gerade mal zehn Prozent. Grund genug das Ganze einfach mal auszuprobieren, meint

Ihr Webreporter Andreas Kaiser