17.04.2013

„Drei Fragen an …“ den Fotografen Rafael Herlich

Fotos, die für mehr Respekt werben

Der Fotograf Rafael Herlich zeigt mit seiner Ausstellung "Jüdisches Leben im Dialog" Momentaufnahmen jüdischen Lebens in Deutschland. Gerne zeigt der Frankfurter seine Bilder in Schulen. Seine Motivation, ist seine Familiengeshichte. Von Bernhard Perrefort. 

Frauen lesen die Thora
Im liberalen Judentum dürfen auch Frauen aus der Thora lesen und die Gebetskleidung tragen. Frauen zählen
auch zum Minjan (zehn Personen, die für den Gottesdienst benötigt werden). Fotos: Rafael Herlich. 

 

 

Frage: Ein Foto der Ausstellung zeigt einen Bundeswehrsoldaten mit jüdischen Symbolen. Steht das Bild dafür, dass sich jüdisches Leben in Deutschland inzwischen doch weitgehend normalisiert hat? Ein anderes Bild zeigt Fußballer …

Ein Bundeswehrsoldat legt
sich Gebetsriemen und
Gebetsschal an. 

Herlich: Das Bild des jüdischen Soldaten in Bundeswehruniform steht für Vertrauen seinerseits in die Bundeswehr. Das Bild der drei Fußballer, der eine ist Christ, der andere Muslim und ein weiterer ist Jude, symbolisiert für mich persönlich den Dialog unter den drei großen Religionen in Deutschland. Niemand weiß, wer welcher Religion angehört, und sie spielen zusammen in dem Jüdischen Fußballverein Makkabi“.

Warum ist Ihnen dieses Schulprojekt Jüdisches Leben im Dialog“ so wichtig?

Wichtig ist für mich jüdisches Leben in seiner Vielfalt zu zeigen und vor allem im friedlichen Dialog mit anderen Religionen. Durch diese Fotoausstellung können Kinder sich mit der Thematik beschäftigen und sich informieren.

Ist es persönliche Betroffenheit, dass Sie sich als Fotograf intensiv mit dem Thema befassen?

Wer ist Christ, wer Jude, wer Moslem?
Im Fußballverein "Makkabi" jagt jeder
dem runden Leder nach, egal, welcher 
Religion er angehört. 

Ja, persönlich bin ich betroffen. Mein Vater hat während des Kriegs elf seiner Familienmitglieder verloren, weil sie Juden waren. Durch meine Fotos möchte ich zeigen, dass es wichtig ist, Respekt vor dem Menschen mit seiner eigenen Religion zu haben.

Wenn Schulen an der Ausstellung Interesse haben, können sie sie bei Rafael Herlich bestellen: E-Mail: info@foto-Herlich.de