31.03.2015

Ein Gespräch mit dem Limburger Alt-Bischof

Franz Kamphaus: „Vergesst mir Ransel nicht!“

Franz Kamphaus war von 1982 bis 2007 Bischof im Bistum Limburg. Seit seiner Emeritierung lebt er als Seelsorger im St. Vincenzstift in Aulhausen im Rheingau. Zu den Entwicklungen im Bistum Limburg hat er sich öffentlich in den vergangenen Jahren nicht geäußert. Jetzt hat Stefan Herok mit ihm gesprochen. Zum Beispiel über die zukünftige Gestalt von Kirchengemeinden.

Bischof Kamphaus mit zwei Mitbewohnerinnen in Aulhausen. Foto: St. Vincenzstift
„Du, Bischof“, sagen die Bewohner in Aulhausen zu Franz Kamphaus.
Foto: St. Vincenzstift

Er sehe den Dienst der Hauptamtlichen, sagt Bischof Kamphaus, zukünftig viel stärker im Bereich der Bildung und Befähigung Ehrenamtlicher. „Nehmen wir einmal Ransel“, sagt er. Ransel ist ein kleiner Rheingauort, hoch über Lorch gelegen, Richtung Taunus, 550 Einwohner, mit der schönen alten Kirche St. Katharina, wo Franz Kamphaus häufiger Gottesdienste hält. „Die Gemeinde wird auf Dauer“, so sagt er, „nur dann lebensfähig bleiben, wenn Ehrenamtliche da sind, die die Sache in die Hand nehmen.“ Die müssten allerdings dafür gestärkt, beauftragt und begleitet werden durch Hauptamtliche.

 

Kirche in Ransel von Innen. Foto:  Volker  Rohrbach
Erstkommunionfeier in St. Katharina in Ransel
Foto: Volker Rohrbach

Bischof Kamphaus hält diese Begleitung vor allem in spiritueller Hinsicht, für Gebet und Gottesdienst für erforderlich: „Denn irgendwann wird auch sonntags kaum noch ein Geistlicher zur Gottesdienstvertretung kommen können. Und die Leute aus Ransel werden nicht regelmäßig nach Lorch gehen oder nach Geisenheim oder sonst wohin. Da muss man realistisch sein. Und das ist auch nicht böswillig von ihnen, sondern in gewisser Weise ihr Recht. Gott, Glaube, Kirche, Gemeinde, das alles gehört in die allernächste Lebenswelt der Menschen. Sonst wird es schwer, in Gott beheimatet zu sein und in der Kirche. Diesen Anspruch dürfen wir nicht aufgeben. Und wir müssen es auch nicht, solange sich noch ,zwei oder drei in seinem Namen versammeln‘. Ab und zu zum Gottesdienst woanders hingehen, ja. Und ab und zu wird in Ransel Eucharistiefeier sein.

 

Aber wir dürfen Ransel für den Rest der Zeit kirchlich nicht aufgeben! Das Gemeindeleben wird dort weitergehen, wenn wir mit den Menschen vor Ort auch ein liturgisches Leben entwickeln. Und wenn ihre schöne Kirche ein Ort bleibt, wo etwas passiert, wo Menschen Gott und einander begegnen und wo ein Gespür wachgehalten wird für das Heilige und Allerheiligste. Dafür müssen wir sie befähigen, selbst Verantwortung zu übernehmen. Das hätten wir schon viel früher und viel intensiver beginnen müssen…

 

Das vollständige Gespräch mit Bischof Franz Kamphaus lesen Sie in der aktuellen Osterausgabe der Limburger Kirchenzeitung „Der Sonntag“