14.07.2016

Der neue Limburger Bischof will sich Zeit nehmen, sein Bistum kennenzulernen

Hören, hören, hören

„Für mich ist das alles hier noch ungewohnt“, räumt Georg Bätzing ein. Bei der ersten Pressekonferenz nach seiner Ernennung zum Bischof von Limburg stellt sich der bisherige Trierer Generalvikar den Fragen von rund 60 Presse-, Hörfunk- und Fernsehjournalisten. Heike Kaiser war dabei.

Georg Bätzing, ernannter Bischof von Limburg

„Ich bin normal, ich bin ich, ich bin gewählt – und jetzt bin ich hier“, bringt der 55-Jährige auf den Punkt, was er als eine seiner wichtigsten Aufgaben als künftiger Bischof sieht: Normalität ins Bistum Limburg einkehren zu lassen. „Danke, dass Sie mich dabei kritisch begleiten werden. Dem stelle ich mich gerne“, wendet er sich an die Journalisten.

Er fühlt sich „entlastet“, sagt Bätzing. Es sei eine einsame Zeit für ihn gewesen zwischen dem Montagabend, als er die Wahl des Limburger Domkapitels angenommen habe, und dem darauf folgenden Freitag, als seine Ernennung öffentlich bekanntgegeben wurde. Denn er musste bis dahin Stillschweigen bewahren. „Als es endlich ’raus war, bin ich zuallererst zu meiner Familie nach Niederfischbach gefahren.“ Sie habe es kaum fassen können, „war neben der Kapp’, dass der Onkel, der Bruder, Großonkel nun Bischof wird“.

Mut gibt Georg Bätzing, dass ihm seit seiner Ernennung immer wieder in Begegnungen versichert werde: „Du hast Courage, geh’ diese Aufgabe an“ oder: „Du bist der Richtige, das wird gelingen.“ Er habe bislang jede Aufgabe angenommen, die ihm aufgetragen wurde, erzählt der 55-Jährige – zuletzt die des Generalvikars in Trier. Und auch die hat er gemeistert: „Bei meinem Abschied haben mir jedenfalls viele bisherige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesagt: ,Das hast du gut gemacht’“, berichtet Bätzing schmunzelnd.

Ein großes Anliegen, kündigt er an, sei ihm die Ökumene. „Während der Heilig-Rock-Wallfahrt in Trier wird um die Einheit der Christen gebetet, und das möchte ich in Limburg weiterführen.“ Wo er wohnen wird, ist noch nicht entschieden. „Im Bischofshaus am Domberg war ich bislang nicht, ich kenne es nicht.“ Was er aber vom Haus und seiner Ausstattung gehört habe, sei „skurril“, und das passe weder zu Limburg noch zu Trier: „Dafür sind die beiden Diözesen viel zu bodenständig.“

Bei seinem Blick auf das Nachbarbistum hat Georg Bätzing in der Vergangenheit wahrgenommen, „wie viele Verletzungen es in Limburg gibt, wie viel Vertrauen ins Bischofsamt ins Wanken geraten ist in einer gelähmten und angstvollen Atmosphäre“. Er berichtet von pastoralen Mitarbeitern, die ihm mit Tränen in den Augen begegnet seien. „Doch das ist und war keine Limburger Krise. Die Menschen hier haben es nicht verdient, dass sie in Geiselhaft genommen werden für eine Situation, die klar verortet werden kann bei denjenigen, die sie verursacht haben.“ Damit meint er vor allem den früheren Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst. Sein Vorgänger habe ihm jedoch herzlich zu seiner Ernennung gratuliert. „Das freut mich sehr“, betont Bätzing.

Als neuer Limburger Bischof müsse er dafür einstehen, dass das Vertrauen ins Bischofsamt wieder zurückkehre. „Dafür brauche ich verlässliche Gesprächspartner, das kann ich nicht allein.“ Er sei auf andere angewiesen und immer in Teams eingebunden gewesen, bekennt Bätzing. Vor allem will er hören, hören, hören – und zu Dialog und Kommunikation einladen. „Das geht hier alles, das ist in Limburg gute Tradition.“ Er will „sich nicht zu dick machen“, verspricht Bätzing, denn: Der Bischof sei Diener seiner Diözese und nicht Herr. Er könne, betont der künftige Limburger Bischof, mit seinem Neuanfang gut an das anknüpfen, was der Apostolische Administrator, Weihbischof Grothe, in den vergangenen zwei Jahren geleistet habe.

„Ich komme als Fremder und muss das Bistum mit seinen Strukturen, mit seinen Menschen und Traditionen erst noch kennenlernen. Die Zeit dafür werde ich mir nehmen. Ich will versuchen, verlässlich zu sein“, verspricht er. Und er bete darum, „dass die Menschen im Bistum Limburg mich herzlich aufnehmen und mir ihre Sorgen offenbaren.“ Dass die Zeit in Limburg eine gute Zeit wird, „das wünsche ich den Gläubigen und mir.“