05.04.2015

Impuls zu Ostern

"Ich habe den Herrn gesehen"

"Ich habe den Herrn gesehen", ruft Maria Magdalena. Eine Botschaft, die bis heute trägt.

 

 

Wer in diesem Jahr die Karwoche begeht, das Osterfest feiert, kann das kaum tun, ohne an die Flugzeugkatastrophe in den Alpen zu denken. An die Opfer, an ihre Angehörigen und Freunde, die besonders trauern. Da klingt die Frage des Paulus, „Tod, wo ist dein Stachel?“, nicht nur rhetorisch. Auch die Liedzeile „Verklärt ist alles Leid der Welt“ geht weniger leicht über die Lippen.

Ostern 2015 ist für viele in Europa mit Trauer umflort. Ein Mensch aber, „der trauert, kann wirklich mitempfinden“, sagte Kardinal Reinhard Marx vergangene Woche. Trauernde wissen, dass diese Welt noch nicht am Ziel ist und dass Gleichgültigkeit kein Weg ist, der zu Gott führt. Das gilt auch für Maria von Magdala, die verzweifelt zusah, wie Jesus gekreuzigt wurde, ihn bestattete und zwei Tage später frühmorgens voll Trauer zum Grab ging. 

Dann aber machte sie eine Erfahrung, die sie umwarf. Langsam nur begriff sie, was geschehen war: Jesus lebte; sie war ihm begegnet. Gott musste ihn von den Toten auferweckt haben. Seine Liebe hatten den Tod besiegt. Davon musste sie den anderen Jüngern berichten. Das tat sie. Und mit ihnen verkündete sie eine Botschaft, die heute noch wirkt und tragen kann: Ich bin Jesus begegnet.

Zu erzählen, wo und wie ich Gott begegnet bin, fällt nicht leicht. Oft bemerke ich es erst im Nachhinein. Daher kommen in dieser Ausgabe Menschen zu Wort, die sagen: Ich bin Gott begegnet, ich habe ihn erfahren in meinem Leben. So lebt Marias Botschaft weiter. Sie beantwortet noch nicht alle Fragen, alles Leid. Aber sie schenkt Hoffnung!

Von Roland Juchem