20.09.2017

Bischof Georg Bätzing feiert zum ersten Mal Kreuzfest im Bistum Limburg

In den Herzen angekommen

Es war eine Premiere für Bischof Georg Bätzing: Zum ersten Mal feierte er das Kreuzfest des Bistums Limburg – gemeinsam mit dem Hildegardisfest, in Eibingen. Dort hat er sich vor einem Jahr auf seine Bischofsweihe vorbereitet. Von Heike Kaiser.

Verehrung in der Wallfahrtskirche: Kreuzreliquie und Reliquienschrein der heiligen Hildegard.| Foto:Bistum Limburg
Verehrung in der Wallfahrtskirche:
Kreuzreliquie und Reliquienschrein der
heiligen Hildegard.| Foto:Bistum

Seit einem Jahr ist Georg Bätzing Bischof von Limburg. Eine seiner ersten Amtshandlungen war die Weihe von Schwester Dorothea Flandera zur Äbtissin der Benediktinerinnen der Abtei St. Hildegard in Eibingen. Auch das ist gerade ein Jahr her. Zwei Fakten, auf die beim Kreuzfest/Hildegardisfest am vergangenen Sonntag in Eibingen immer wieder Bezug genommen wurde. Die gemeinsame Feier war eine Premiere, weil in diesem Jahr das Hildegardisfest mit dem Ende der Limburger Kreuzwoche zusammen fiel. Bischof Bätzing war Hauptzelebrant des Pontifikalamts am Vormittag, Äbtissin Dorothea Flandera hielt die Festansprache bei der nachmittäglichen Reliquien- und Kreuzfeier.

Ein Jahr Bischof Bätzing: „Wir sind dankbar und froh, dass Sie unser Bischof sind. Sie sind in diesem einen Jahr in diesem Bistum und in unseren Herzen angekommen“, bescheinigte ihm Pfarrer Ralph Senft, der neue Rheingauer Bezirksdekan. Auf Französisch, Englisch und Italienisch hieß Senft unter den rund 1600 Gläubigen die internationalen Pilgergruppen willkommen, die seit Jahren zum Hildegardisfest kommen.

 

Froh, im Rheingau zu sein

„85 Jahre alt, seit 35 Jahren Bischof: Das muss dir erst mal einer nachmachen“, begrüßte Bischof Bätzing einen seiner Konzelebranten, Altbischof Franz Kamphaus: „Wir sind froh, dass du heute hier sein kannst“, sprach Bätzing den Gläubigen aus der Seele.

Vor einem Jahr, erzählte Bätzing, habe er sich in der Abtei St. Hildegard auf seine bevorstehende Bischofsweihe vorbereitet. „Ich habe da oben gesessen und mich gefragt: ,Willst du wirklich nach Limburg fahren, oder fährst du lieber nach Trier zurück?’. Heute kann ich nur sagen: Ich bin froh, dass ich nach Limburg gefahren bin – und froh, heute wieder im Rheingau zu sein“, bekannte er.

 

Mit Leben, Glauben und Liebe füllen

„Mit dem Kreuz“, sagte Bätzing in seiner Predigt, „ist heute noch ganz viel ,Staat zu machen’.“ Nicht mit dem Symbol allein. Wohl aber, „wenn es verbunden ist mit lebendigen Menschen voll Hoffnung, mit lebendig gelebter Solidarität, voll Tatkraft, mit spürbarem Glauben und Gottvertrauen. Wenn das Zeichen des Kreuzes in uns lebt und brennt, dann wird es auch verstanden werden“, rief er den Gläubigen zu. Er forderte dazu auf, „das Zeichen des heiligen Kreuzes dadurch zu verehren, dass wir es mit Leben, mit Glauben und mit Liebe füllen und zu den Menschen tragen“.

Den besonderen Charakter des Doppelfestes prägte auch die musikalische Gestaltung unter der Leitung von Bezirkskantor Florian Brachtendorf. Um den internationalen Wallfahrtsgruppen gerecht zu werden, gab es neben deutschen auch lateinische Gesänge. Zwei Lieder wurden sogar gleichzeitig in Englisch, Französisch und Deutsch gesungen.