20.04.2016

Bischof Algermissen stellt Entwurf für „strategische Ziele“ vor

Klein – vielfältig – gut vernetzt

„Es fällt leichter, sich aufzumachen, wenn man das Neue als Gewinn erkennt.“ Mit dem „Neuen“ meint Bischof Heinz Josef Algermissen „strategische Ziele zur Ausrichtung der Seelsorge“. Sie sollen den Weg des Bistums in den kommenden Jahren aufzeigen und wurden Im Fuldaer Generalvikariat vorgestellt. Von Hans-Joachim Stoehr.

Fischernetz. Foto: fotolia
Vernetzt untereinander sollen die vielen kleinen pastoralen Orte 
sein. Foto: fotolia

Über die strategischen Ziele soll in den kommenden drei Monaten in den Kirchengemeinden, Institutionen und Gruppierungen beraten und diskutiert werden. Wobei der Zeitrahmen nachgeordnet ist. Algermissen: „Breite Beratungen sind mir wichtiger als zeitlicher Druck.“ Der Bischof betont zudem: „Diese Beratungen in den Kirchengemeinden sind das synodale Element in unserem Bistumsprozess.“ Und dafür müsse ausreichend Zeit zur Verfügung stehen.

 

Wir brauchen freiwillig Engagierte mit ihren Talenten

Mit dem Bistumsprozess 2030 reagiert das Bistum auf Veränderungen und Entwicklungen in der Gesellschaft und in der Kirche. Für Generalvikar Gerhard Stanke ist die Pastoral der Zukunft nur als „missionarische“ denkbar. „Wir müssen da hingehen, wo die Menschen sind. Und wir wollen ihnen zeigen, von was wir durchglüht sind, was uns antreibt.“ Stanke: „Das können nicht nur Priester und hauptberufliche Laien leisten. Dazu brauchen wir viele freiwillig engagierte Christen mit ihren jeweiligen Charismen (Begabungen, Fähigkeiten), die sich am Verkündigungsdienst beteiligen.“ Hierzu sollen die Ehrenamtlichen qualifiziert werden.

Bischof Algermissen weist darauf hin, dass es anstelle von flächendeckender Allgegenwart geistliche Angebote brauche, die wie Leuchttürme aus der Fläche ragten. Gemeinde. Innerhalb einer größeren Pfarrei gibt es viele kleine „pastorale Orte“ in einer großen Vielfalt. Das kann die Kirche sein, aber auch eine Schule, ein Kloster, die Caritas-Station, Seniorenwohnanlage oder Familien- und Bibelkreise. Wichtig ist: Die „pastoralen Orte“ sind untereinander gut venetzt.

 

Verwaltungsleiter sollen Priester entlasten

Damit die Priester sich um ihre ureigenen Aufgaben in der Seelsorge kümmern können, werden zusätzliche Verwaltungsleiter eingestellt. Sie sollen den Pfarrer, der den Verwaltungsrat leitet, entlasten. Manche bisherigen Kirchenbauten etwa in der nordhessischen Diaspora werden verschwinden. Sie wurden durch den Zuzug katholischer Heimatvertriebener in der Nachkriegszeit errichtet. Durch den demografischen Wandel und die starke Landflucht ist dort die Zahl der Gottesdienstteilnehmer deutlich gesunken. Da bei zahlreichen Kirchenbauten umfangreiche Betonsanierungen anstehen, sei es sinnvoller, sich stattdessen in evangelischen Nachbarkirchen zum Gottesdienst zu versammeln, wie dies bereits geschieht, so Generalvikar Stanke.

 

Priester aus dem Ausland

Derzeit sind 153 Priester des Bistums in der Seelsorge im Einsatz. Hinzu kommen 40 Priester aus Ordensgemeinschaften beziehungsweise aus dem Ausland. Auch wenn es bisweilen zu Problemen kommt, hat sich ihr Aufenthalt im Bistum oft bewährt. So nennt Generalvikar Gerhard Stanke die „ansteckende Glaubensfreude, mit der afrikanische Priester unsere Kirchengemeinden bereichern“. Schwierigkeiten entstanden bisweilen bei der Leitung von Gemeinden durch ausländische Geistliche. In den größeren Pfarreien gibt es aber den leitenden Pfarrer sowie einen mitarbeitenden Priester. Für letztere Aufgabe können auch gut Geistliche aus dem Ausland eingesetzt werden.
 

Der Entwurf der „Strategischen Ziele“ kann im Internet heruntergeladen werden:

www.bistum-fulda.de