27.06.2014

Wie Großeltern dabei helfen können, dass ihre Enkel im Glauben aufwachsen

Mit dem Säugling durch die Osternacht

Meine Oma hat mit mir gebetet. Meine Großeltern haben mich zu Wallfahrten mitgenommen. Heute bin ich Mutter und erlebe, wie meine Eltern ihren Enkel an die Hand nehmen, ihm den Glauben näher bringen. Ein Beispiel. Von Julia Hoffmann.

Oma hält Kind auf dem Arm im Gottesdienst Foto: kna-bild
Mit Oma Gottesdienst feiern.
Foto: kna-bild

Unser Sohn Jan kam letztes Jahr an Fastnacht zur Welt. Neben vielen anderen Fragen stellte sich mir auch die, wie er am besten im Glauben aufwachsen würde. Und ich fragte mich, wie es mir gelingen würde, auch meinen Glauben weiterhin zu leben. Eben mit Kind.

Welche Rolle dabei die Großeltern spielen, zeigte sich schon wenige Wochen später, zu Ostern. Mir war es sehr wichtig, am Gottesdienst in der Osternacht teilzunehmen. Andererseits hatte ich Zweifel, wie ein so kleines Baby einen so langen Gottesdienst überstehen würde. Wir suchten eine Pfarrei aus, in der ein Kinderwortgottesdienst gefeiert wurde, bei dem die Kinder zur Eucharistiefeier in die Kirche kamen. Trotz der kinderfreundlichen Atmosphäre machte ich mir Sorgen, dass Jan mitten im Hochgebet losschreien könnte, oder gar mit ständigem Gequengel den Gottesdienst stören könnte.

Da kamen mir meine Eltern zur Hilfe. „Zusammen schaffen wir das. Zur Not gehen wir abwechselnd mit ihm spazieren“, ermutigten sie mich. Also gingen wir zum Gottesdienst, der drei Stunden dauerte. Und es war herrlich: Der kleine Jan schlief, der kleine Jan schaute und staunte. Und auch, als die Orgel einsetzte und einige Erwachsene zusammenzuckten, blieb das Kind ganz ruhig. Ich war sehr erleichtert.

Diese Osternacht war wie ein Auftakt und ein Beispiel dafür, wie uns Jans Großeltern dabei helfen, ihn im Glauben zu erziehen. Diese Formulierung klingt kompliziert, dabei sind es oft kleine Gesten im Alltag. Etwa ein Kreuzzeichen auf die Stirn vor dem Schlafen gehen. Oder wenn die Kirchenglocken läuten und meine Mutter zu mir sagt: „Wenn du willst, pass ich auf den Kleinen auf. Dann kannst du mal in Ruhe zum Sonntagsgottesdienst gehen.“

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