10.05.2017

Messdienerchor in Erbach

Mit viel Herzblut

Ein Messdienerchor ist nicht gerade etwas Alltägliches. Im Kirchort St. Markus in Erbach wurde er gegründet, um Spenden für die Jugendarbeit zu sammeln. Am 20. Mai gibt er sein nächstes Konzert. Von Christa Kaddar.


Messdienerchor steht im Altarraum. Foto: Christa Kaddar
Messdienerchor steht im Altarraum. Foto: Christa Kaddar

Aus der Gruppe von damals, 2010, ist inzwischen ein Projektchor geworden. 25 Messdienerinnen und Messdiener sind dabei. „Wir proben nicht das ganze Jahr über, sondern immer nur vor unseren Auftritten, also vor allem vor dem Messdienerkonzert“, erklärt Victoria Moos, die den Chor leitet. „Außerdem wirken wir bei Festen und Konzerten der Gemeinde und im Silvestergottesdienst mit“, ergänzt sie. Derzeit bereitet sich der Chor für sein Konzert am 20. Mai  vor – zwei Mal wöchentlich im Pfarrzentrum
St. Markus, in Ausnahmefällen in der Kirche. Ein Messdienerchor ist nicht gerade etwas Alltägliches. Für seine Entstehung und Entwicklung sind vor allem zwei Gründe ausschlaggebend: Erstens hat der Kirchort St. Markus Erbach die meisten Messdienerinnen und Messdiener im ganzen Rheingau – rund 40 junge Menschen engagieren sich hier. Zweitens wurde  das  Messdienerkonzert  2010  aus  der  Idee  heraus  geboren, Geld für die internationale Romwallfahrt der Ministranten im Jahr 2014 zu sammeln. So wurden die Kosten für die einzelnen Jugendlichen gering gehalten, und es konnten viele mitfahren. „Rom war eine tolle Erfahrung“, schwärmt Luise Kilburg, 17, noch heute. „Durch das Geld aus den Konzerten konnten wir zwei Wochen in Rom bleiben.“ Auch in diesem Jahr wird um Spenden für die Jugendarbeit gebeten, die den Teilnehmern der internationalen Romwallfahrt im nächsten Jahr zugute kommen soll. „Aber es werden nicht alle mit nach Rom fahren, die im Messdienerchor singen und musizieren. Sie machen beim Konzert mit, weil sie einfach Freude daran haben“, unterstreicht Victoria Moos.

Die 21-jährige Studentin hat die Leitung des Messdienerchors von Sabine Müller und Benedikt Müller übernommen, die Ideengeber und Chorgründer waren. Victoria Moos spielt Klavier, Geige und Gitarre; sie kommt aus einer hochmusikalischen Familie, die sich in Erbach auf vielfältige Weise ins musikalische und kulturelle Leben einbringt. Die junge Chorleiterin bleibt dennoch gerne im Hintergrund und lobt ihre Sängerinnen und Sänger. „Das ist ein super engagierter Chor, und es steckt viel Herzblut drin.“
Gerade die jüngsten Kinder bringen sich mit eigenen Ideen ein. So zum Beispiel kam von ihnen der Anstoß, freitags nach der Chorprobe noch gemeinsam einen Film anzuschauen oder beim Konzert ein reines Instrumentalstück zwischen den Liedern einzubauen. „Diese Idee haben wird aufgegriffen, denn bis auf vier Chormitglieder spielen wir alle ein Instrument“, berichtet die 21-Jährige. Neben Piano, Gitarre und Schlagzeug kommen auch Flöte, Klarinette, Geige und Cello zum Einsatz.


„Chorchester“ nennt sich das Instrumental-Ensemble, das den Soundtrack aus „Tarzan“ spielen wird. Das Repertoire ist bunt gemischt. „Wir sind als Messdiener ein Teil der Kirche, aber wir sind auch jung und haben unsere eigene Musik. Beides soll im Mess-dienerkonzert zum Ausdruck gebracht werden“, kündigt Moos an. Dazu gehören neben Lobpreisliedern und einem Neuen Geistlichen Lied „natürlich etliche Pop- und Rocksongs“. Zwischen elf und 25 Jahre alt sind die Mitglieder des Projektchors. Von den älteren sind viele schon länger dabei. Der 17-jährige Lukas Fladung allerdings  ist erst im vergangenen Jahr dazugekommen. „Ich habe erst im Messdienerchor Singen gelernt“, erzählt er. „Es ist toll zu sehen, wie junge Leute hier plötzlich ihre Liebe zu Musik und Gesang entdecken“, bemerkt Luise Kilburg, die nicht nur singt, sondern auch Cello spielt. Victoria Moos ist ohnehin überzeugt: „Jeder Mensch ist musikalisch.“

 

Messdienerkonzert am Samstag, 20. Mai, 17 Uhr, Erbacher Kirche St. Markus. Anschließend Beisammensein in der „Straußwirtschaft“ bei Wein, Wasser, Apfelsaftschorle, Spundekäs’, Kochkäse und „Markusburger“