24.11.2011

Positionen zum Betreuungsgeld

Das Betreuungsgeld ist „familienpolitischer Irrsinn“. Zwei Milliarden Euro Steuergelder würden dafür „verschleudert“, Kinder von frühkindlicher Bildung fernzuhalten.
Manuela Schwesig, SPD-Vize und Sozialministerin von Mecklenburg-Vorpommern

Das Betreuungsgeld ist „finanzpolitisch, familienpolitisch, integrationspolitisch, frauenpolitisch und auch wirtschaftspolitisch Unsinn“. (...) „Die Chancen der Kinder, die Betreuung in einer öffentlichen Einrichtung am meisten brauchen, werden mit dem Betreuungsgeld aufs Spiel gesetzt.“
SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier.

„Wer Krippenbetreuung für Kinder unter drei Jahren nicht nur bedenkenlos empfiehlt, sondern auch noch idealisiert, handelt verantwortungslos.“ „Bildung kann später spielend nachgeholt werden, ein Zuwenig an Zuwendung und emotionale Entwicklung nicht.“
Initiative Familiennetzwerk

„Das Betreuungsgeld ist ein völlig falsches Signal an die Eltern und wird dem Bildungsauftrag der Krippen in keiner Weise gerecht.“ „Mit der Einführung widerspricht die Bundesregierung dem eingeschlagenen familienpolitischen Weg.“
Margit Knapp, Stellvertretende Vorsitzende der Katholischen Erziehergemeinschaft Bayern

„Das Betreuungsgeld ist ein bildungspolitisch falsches Signal.“ Die positiven Effekte eines frühen Krippenbesuches seien wissenschaftlich vielfach belegt, besonders für Kinder aus sozial benachteiligten Familien und für Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund. „So werden zum Beispiel die sprachlichen Kompetenzen von Kindern in der Kinderkrippe erheblich verbessert.“
Renate Zimmer, Direktorin des Niedersächsischen Instituts für frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe)

„Wenn es bei der Barzahlung bleibt, werde ich nicht zustimmen.“ „Wir dürfen nicht dahin kommen, dass eine Managerin ihre Nanny mit staatlichem Betreuungsgeld bezahlt – und eine alleinerziehende, arbeitende Mutter, die ihr Kind in die Kita gibt, nicht gefördert wird.“
Rita Pawelski (CDU), Vorsitzende der Gruppe der Frauen der Unionsfraktion

„Der Familienbund der Katholiken fordert eine Anschlussleis-tung an das Elterngeld in Höhe von 300 Euro für alle Eltern. Es darf keine Beschränkung auf Eltern geben, die ihr Kind nicht in einer Kita betreuen lassen. Es braucht auch eine Leistung für das zweite und dritte Lebensjahr.“
Familienbund der Katholiken.