15.07.2015

Statement von Dr. Udo Bentz

Statement von Regens Dr. Udo Bentz, ernannter Weihbischof von Mainz:

 

Von meiner Berufung zum Weihbischof von Mainz habe ich vor vierzehn Tagen, ausgerechnet am 20. Jahrestag meiner Priesterweihe erfahren. Das war der Mittwoch, 1. Juli 2015. Für mich ist das kein Zufall, sondern ein Zeichen, das mich ermutigt hat. Ich bin oft im Gebet in mich gegangen und nach verschiedenen Gesprächen habe ich mich entschieden, diese Berufung zum Weihbischof anzunehmen. Dem Heiligen Vater, Papst Franziskus, dem Apostolischen Nuntius in Berlin, allen an diesem Prozess Beteiligten bin ich sehr dankbar für das Vertrauen, das in dieser Entscheidung zum Ausdruck kommt.

In ganz besonderer Weise möchte ich dem Herrn Kardinal danken. Er traut mir zu, dass ich ihn in guter Weise unterstützen kann. Das möchte ich auch sehr gerne tun, wie es die erste und eigentliche Aufgabe eines Weihbischofs ist. Verehrter, lieber Herr Kardinal, ich freue mich sehr auf diese neue und vertiefte Form der Zusammenarbeit!

Dr. Udo Bentz
Dr. Udo Bentz kurz nach seiner Ernennung. Foto: Anja Weiffen

Der Herr Kardinal hat von den neuen Aufgaben gesprochen, die auf mich zukommen. Ich habe jetzt aber noch keinen Einblick, was dies im Einzelnen bedeutet. Die Priesterausbildung und die Verantwortung für die pastorale Ausbildung in unserem Bistum ist mir ein Herzensanliegen. Deshalb bin ich auch froh, dass ich diese Aufgabe weiterführen darf. Ich arbeite mit Studierenden, Kaplänen und Pastoralassistentinnen und -assistenten zusammen. Da erlebe ich sehr viel Motivation, bestimmten Fragen nachzugehen und sich mit der Situation unsrer Kirche heute auseinanderzusetzen. Da gibt es ganz viel Idealismus und eine große Ernsthaftigkeit. Es ist spannend, dass diese Generation einen anderen Blick auf viele Fragen hat. Das fordert mich selbst auch immer wieder heraus, aber noch mehr bereichert es mich.

Das wird nochmals intensiver und auch wieder anders in der Jugendseelsorge so sein, für die ich künftig Verantwortung übernehmen werde. In den letzten Jahren konnte ich eher aus der Beobachterrolle heraus wahrnehmen, wie kreativ und engagiert in diesem Dezernat gearbeitet wird. Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit. Mir macht es viel Freude, junge Menschen begleiten zu können, die nach Wegen suchen, sich ausprobieren und sich für ihren Glauben und die Kirche engagieren wollen. Darin steckt viel Leben.

Ich werde künftig ja auch bei Firmungen und Gemeindebesuchen vielen Menschen in unserem Bistum begegnen. Das wird eine ganz neue Erfahrung werden: Ich wünsche mir, dass ich intensiver als bisher die Situation in unseren Gemeinden wahrnehmen und begleiten kann. Ich glaube und erhoffe mir auch, dass die Erlebnisse und Begegnungen im Bistum vor Ort und in der Jugendseelsorge meine Arbeit in der Ausbildung bereichern werden. Darauf freue ich mich!

Noch kurz zum Leitwort meines künftigen bischöflichen Dienstes: Ich habe mir einen Vers aus dem Schluss des Markusevangeliums ausgewählt, Kapitel 16, Vers 20. Der heilige Markus ist mein Namenspatron. Das Markusevangelium ist mir besonders lieb. Es ist die Szene der Himmelfahrt Jesu. Die Jünger werden ausgesendet. Sie sollen das Evangelium bezeugen. Es ist der Aufbruch der jungen Kirche. Da heißt es: „Sie predigten überall und der Herr wirkte mit ihnen.“ In kleiner Abwandlung vom lateinischen Bibeltext heißt mein Leitwort „praedicare ubique domino cooperante“ - „Überall predigen und der Herr wirkte mit ihnen“.

In diesem Leitwort steckt für mich sowohl ein Auftrag als auch eine Zusage. Mir kommt es vor allem auf dieses „überall“ an. Das Evangelium hat eine Kraft, die wir als Kirche in die unterschiedlichsten Situationen hinein buchstabieren können – also wirklich überall und das heißt auch: auf neuen Wegen. Dazu gehört dann die Zusage: Der Herr wirkt mit uns! Wir sind nicht allein, bei dem was wir tun. In den vergangenen Jahren begleiteten mich verschiedene biblische Wörter wie Schlüsselwörter in bestimmten Situationen. Dieser Vers begleitet mich schon längere Zeit. Er soll mich noch weiter begleiten – denn diese Zusage – „Der Herr wirkt mit“ - macht mir Mut, meine neuen Aufgaben anzunehmen.

 

Mainz, 15. Juli 2015

 

Regens Dr. Udo Bentz