24.03.2015

In Minijobportalen werden alle möglichen und unmöglichen Dienste angeboten

Vom Kloputzdienst zur Übersetzungshilfe

Egal ob Schminktipps, Weckservice, Ernährungsberater oder Übersetzungsdient: Bei Minijob-Diensten kann jeder seine Dienste und Talente im Internet anbieten. Nicht alle Angebote sind seriös...

Manche Sachen machen ja durchaus noch Sinn, wie man neuerdings neudeutsch sagt. Etwa, das Angebot zur Überprüfung der Betriebskostenabrechnung. Nicht ganz ohne ist auch die Offerte eines angeblich gelernten Kochs, bei Ihnen zuhause ein professionelles 2-Gänge-Menü zu kochen. Für 20 Euro. Das hat was. Vielleicht...

Längst nicht jedes Angebot ist seriös

Doch etliche Anzeigen sind – man möge mir meine Direktheit verzeihen - einfach nur bescheuert. So zum Beispiel die vielen sicher nicht ganz seriösen Angebote „Ich werde Ihnen 1000 echte internationale Facebook Likes liefern für 5,-€“. Das stinkt fast schon zum Himmel. Ähnlich wie auch die Offerte eines jungen Mannes, der wem auch immer verspricht, „ich werde eine unvergessliche Nacht mit Ihnen verbringen“. Und das alles für nur noch 50 Euro.

Der US-Anbieter Fiverr stand Pate für deutsche Portale

Wie dem auch sein. Seit einiger Zeit gibt es in Deutschland – neben den Portalen für Honoraraufträge oder Heimarbeiten wie machdudas.de oder den Portalen zur Vermittlung sogenannter 450-Euro-Jobs wie minijob-anzeigen.de oder 450-euro-jobs.de - auch Agenturen, in denen allerkleinste Nebentätigkeiten zu Markte getragen werden. In vorderster Front wäre hier Fiverdeal zu nennen. Der Anbieter kopiert mehr oder weniger offensichtlich das Prinzip des Us-amerikanischen Originals Fiverr. Zumindest ist das Prinzip ähnlich. Mit Hilfe eines Onlineformulars können Nutzer ihr Job-Angebot zum Festpreis erstellen.

Kreative verdienen mehr…

Fast flächendeckend: Immer mehr Minijobber bieten in
Deutschkand ihre Dienste an.

Wer mit seiner Dienstleistung Erfolg haben will, braucht - das beweist schon ein kurzer Rundumblick - vor allem eine gute Idee. Vom morgendlichen Weckdienst über Gitarrenunterricht via Skype bis zur Logogestaltung oder Übersetzungshilfe für komplexe Texte ist alles schon angeboten worden. Vor allem die kuriosen Einfälle (siehe oben) mancher Nutzer machen die Seiten zu etwas Besonderem, sogar für Menschen, die selbst nichts brauchen, und sich einfach nur mal umschauen wollen.

Medienberichten zufolge soll irgendwo und irgendwann ein Nutzer für ein paar Cent Würmer und anderes Kriechgetier bei lebendigem Leib vertilgt, und sich dabei auch gefilmt haben… Spätestens seit dem Dschungelcamp, das hier ganz offensichtlich Pate stand, wissen wir, manche Leute tun für Geld offenbar alles. Nicht weiter verwunderlich ist es daher, dass auf Fiverdeal auch ein kompletter Kloputzdienst für fünf Euro angeboten wird. Interessenten dafür gibt es sicher genug. Ähnlich wie bei den Online-Marktplätzen Ebay oder Amazon können auch bei Fiverdeal Angebot und Dienstleister bewertet werden.

Reich aber wird bei den Minijob-Deals sicherlich niemand. Ein Anbieter von Telefonstreichen, der hier aus gutem Grund nicht genannt werden soll, fand allerdings in nur 25 Tagen 17 Abnehmer, und erwirtschaftete sich mit seiner Idee immerhin 85 Euro.

Ihr Webreporter Andreas Kaiser