17.09.2014

Henricus Verhaag läuft aus Solidarität mit syrischen Flüchtlingen durch Deutschland

Von der Küste zur Donau – barfuß

Das fehlende Schuhwerk an seinen Füße ist ein Zeichen der Solidarität mit Flüchtlingen in Syrien.  Henricus Verhaag läuft zu Fuß von der Nordsee bis an die Donau. „Was diese Menschen durchmachen an Leid, da ist mein Barfuß laufen gar nichts dagegen“, sagt der 66-Jährige, der auf seinem Weg durch Deutschland Station in Fulda machte. Von Hans-Joachim Stoehr.

Barfußpilger Foto: Hans-Joachim Stoehr
Barfuß über den Domplatz: Henricus Verhaag macht bei
seiner Aktion für syrische Flüchtlinge Station in Fulda.
Fotos (2): Hans-Joachim Stoehr

Mit seiner Aktion will Verhaag keine sportliche Höchstleistung oder einen Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde erreichen. „Ich will die Leute wachrütteln für das Flüchtlingselend in Syrien. Durch mein Barfußlaufen werden die Leute aufmerksam. Wenn ich dann mit Ihnen ins Gespräch komme, weise ich sie auf den Grund meines Tuns hin“, erklärt Verhaag vor dem Portal des Fuldaer Doms.

Tod eines Jesuiten in Syrien Auslöser für Aktion

Der Barfußläufer aus der Nähe von Bremen nimmt seinen Rucksack ab. Aus der Seitentasche holt er ein Faltblatt heraus. Das hat er mehrfach dabei, um es an Leute unterwegs zu verteilen. Darauf findet sich auch ein Spendenaufruf zugunsten der Jesuitenmission. Diese unterstützt Projekte des Ordens in den Flüchtlingslagern in Syrien. Der gewaltsame Tod des niederländischen Jesuitenpaters Frans van der Lugt in Homs im Frühling war auch der Auslöser für die  Aktion von Verhaag. Wie der Geistliche will sich Verhaag für die leidgeprüften Flüchtlinge einsetzen, die alles verloren haben und dringend Hilfe brauchen. „Die blanken Füße sollen dabei eine Metapher sein: Arm zu sein mit den Armen.“
Der Pilger für einen guten Zweck greift in seinen roten Rucksack und holt eine Windjacke heraus. „Mir ist kühl. Aber oben herum, nicht an den Füßen“, sagt Verhaag mit einem Augenzwinkern. Das Barfußlaufen praktiziert er schon länger, nicht erst seit Beginn seines Laufs durch Deutschland.  „Nach einem Disput mit meinem Orthopäden wegen immer neuer Einlagen entschied ich mich, auf Schuhe und Strümpfe zu verzichten. An das Barfußgehen habe ich mich dann langsam gewöhnt. Ich musste     dieses     Laufen    aber    erst wieder lernen“, erläutert er.

Seine blanken Füße tragen Verhaag täglich um die 20 Kilometer.  „Manchmal sind es auch weniger, etwa, wenn die Strecke für die Füße besonders anstrengend ist.“ Für alle Fälle hat er ein Paar Sandalen in seinem Rucksack. Bei scharfkantigen Kieselsteinen etwa geht es nicht anders. Denn er will ja sein Ziel erreichen, und sich nicht unterwegs verletzen.

Entlang der Flußläufe nach Süden
Seit seinem Start in Cuxhaven an der Nordsee ist Verhaag 35 Tage unterwegs. Auf seinem Weg nach Süden folgte er Flussläufen: der Weser bis Hann. Münden und dann der Fulda. In 22 bis 24 Tagen hofft er, sein Ziel Regensburg an der Donau zu erreichen – barfuß.

Weitere Informationen:
www.barfussunterwegs.de