23.04.2014

"Wir preisen deinen Tod" – Warum ohne Orgel?

Ist es Vorschrift, dass die Gemeindeantwort nach der Wandlung, „Wir preisen deinen Tod“, ohne Orgelbegleitung gesungen werden muss? Die zumindest bei uns äußerst schleppend vollzogene Passage wäre glaubhafter, wenn sie sinnvoll vom Organisten geführt würde. B. B., Hamburg

Es ist nicht ausdrücklich verboten, ist aber aus guten Gründen auch nicht die Regel. Denn die Gemeindeantwort („Akklamation“) auf das Hochgebet, das der Priester alleine spricht oder singt, soll sich als Antwortruf – auch wenn er gesungen wird – unterscheiden von einem „normalen“ Liedgesang.

Es kommt hier auf den Inhalt an, nicht so sehr auf die schöne Melodie des Gesangs. Wenn die Gemeindeantwort auf das Hochgebet aber ohne Orgel „schleppend“ erfolgt und dagegen durch Orgelbegleitung unterstützt – aber nicht übertönt – würde, ist dies dem Anliegen wohl näher als der formalistische Verzicht auf die Orgelbegleitung.

Die Akklamation „Deinen Tod, o Herr, verkünden wir“ ist nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil eingeführt worden als ein Zeichen der tätigen Teilnahme der Gottesdienstbesucher am Geschehen. Das Messbuch kennt an dieser Stelle drei Textvarianten für die Gemeindeantwort. Die häufigste ist: „Deinen Tod, o Herr, verkünden wir und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit.“ Für einen solchen Sprechgesang sieht das Messbuch auch Melodievorschläge vor.

Zwei weitere Varianten sind eher unbekannt und haben im Messbuch keine eigene Melodievorgabe. Sie lauten: „Heiland der Welt, schenke uns dein Heil; denn durch Tod und Auferstehung hast du uns erlöst“ und „Sooft wir dieses Brot essen und aus diesem Kelch trinken, verkünden wir deinen Tod, o Herr, bis du kommst in Herrlichkeit.“

Der Kanon „Wir preisen deinen Tod“ ist darüber hinaus eine nicht eigens im Messbuch vorgesehene Variante. Sieht man diesen Gesang als eigenständigen Kanon, spricht nichts gegen eine Orgelbegleitung, ist der Charakter eher ein Bezug zum Hochgebet, sollte der Wortlaut und Inhalt des Antwortrufes für sich stehen, wenn möglich, ohne Orgelbegleitung.

Von Michael Kinnen