16.12.2021

Peter Eugen Eckes stiftet eine Kapelle in den Weinbergen

Das besondere Weihnachtsgeschenk

Peter Eugen Eckes aus Rheinhessen ist heimatverbunden und großzügig. Der Unternehmer und Mäzen hat eine Kapelle in den Weinbergen gestiftet. Er möchte ein Zeichen setzen, dass es mit der christlichen Tradition weitergeht. Von Theresa Breinlich


Ein guter Ort, um zur Ruhe zu kommen: Unternehmer Peter Eugen Eckes vor der Baustelle der Kapelle


Vor Weihnachten soll sie noch zu leuchten beginnen, mitten in den Weinbergen in Rheinhessen, die Kapelle in symbolträchtiger Dreiecksform. Es ist ein Geschenk aus Dankbarkeit, das der Unternehmer im Ruhestand Peter Eugen Eckes seiner Heimatgemeinde Zornheim macht, und es ist ein Geschenk mit christlicher Bedeutung. Das ist für ihn entscheidend. „Wir, ich und meine Frau Ruth, empfinden außerordentliche Zuneigung zu diesem Ort, an dem wir uns seit mehr als 40 Jahren wohlfühlen, und wollen seine Attraktivität steigern. Es soll auch ein Bekenntnis sein für unsere christliche Überzeugung“, sagt der Katholik, mehrfache Millionär und Träger des Verdienstkreuzes am Bande.
Peter Eugen Eckes stammt aus einer Unternehmerfamilie und war bis 2005 im Aufsichtsrat des gleichnamigen Fruchtsaftkonzerns aus Nieder-Olm. Als Manager war er unter anderem in Marokko und Brasilien tätig. Die Verbundenheit zu seiner Heimatregion hat er dabei nie verloren. Die Kapelle in den Weinbergen ist sein größtes, aber nicht sein erstes Geschenk an sie. Er ist ein Mäzen. So nennen ihn viele. Rheinhessen kulturell und wirtschaftlich voranzubringen und noch schöner zu machen, danach strebt er.

Gern verteilt er Spendenschecks

Eckes hat den „Dreigrazien-Brunnen“ auf dem Dorfplatz seines Heimatorts mitfinanziert, er unterstützt die Nieder-Olmer Künstlerin Liesel Metten ebenso wie das TanzMainz-Festival, ist Vorsitzender des Kuratoriums des Bach-Chors in Mainz und war Vorsitzender im Verein Rheinhessen Marketing e.V. Spendenschecks verteilt er gerne. Nicht nur große Projekte zählen für ihn. Alles, was der 82-Jährige für gut und unterstützenswert hält, wird bedacht.Wo Menschen aktiv werden, macht er mit, ob es die Malteser sind, der Orgelbauverein vonSt. Stephan in Mainz oder in Zornheim. Eine baufällige Kirchentreppe, der Fußballverein,  dessen Vereinsheim ein Wasserschaden getroffen hat, oder der ortsansässige Geschichtsverein – sie alle haben schon von Eckes’ Großzügigkeit profitiert.
„Wenn wir hier schon so schön leben, dann sollte man sich engagieren, denken wir. Wir möchten auch ein Beispiel setzen, um andere zu motivieren, es uns nachzumachen. Es gibt ja einige mittelständische Unternehmen in der Gegend“, findet er. Er gibt nicht nur das Geld, sondern mischt mit. Bei Fundraising-Veranstaltungen ist er dabei. Manchmal gebe es Diskussionen, warum er hierfür spende, aber nicht für etwas anderes, aber das sei eher die Ausnahme, berichtet er. Die Menschen freuen sich über das, was neu entstanden ist.
Es hat einen Grund, dass vieles, was die Familie Eckes unterstützt, mit der Kirche zu tun hat. „Wir sind in einer katholischen Familie aufgewachsen. Das hat uns positiv beeinflusst. Meine Frau und ich sind eher konservativ. Wir sind überzeugt in gewissem Maße und denken, dass wir unsere Wertekultur auch verteidigen müssen. Wir möchten Zeichen setzen, dass es mit der christlichen Tradition weitergeht“, erklärt er.

"Wenn mich etwas begeistert, dann packe ich es gleich an"

Auch wenn das Projekt „Weinbergskapelle“ perfekt zum Ehepaar Eckes und seinem Engagement für den Glauben und Rheinhessen passt, und es so scheint, als wäre es seit Jahren geplant, geht es auf einen Zufall zurück. Der Unternehmer erkannte schnell die Chance und ergriff sie. Vor zwei Jahren hatten Studentinnen der Hochschule Mainz die Aufgabe, zum Semesterabschluss eine Kapelle für Zornheim zu entwerfen. Die fertigen Arbeiten wurden ausgestellt und Peter Eugen Eckes besuchte mit seiner Frau die Präsentation. Sie waren beeindruckt.
„Wenn mich etwas begeistert, dann packe ich es gleich an. Dann heißt es, nicht zögern, sondern machen“, sagt er. So entschieden sie spontan, die Kapelle dem Heimatort als Dankeschön für die Ehrenbürgerschaft zu schenken. „Wenn ich mit meiner Frau Ruth in Bayern bin, dann freuen wir uns, wie viele schöne Kapellen es in der Landschaft zum Innehalten gibt“, meint er. Ein Kuratorium hatte sich für den Entwurf „Lichtfeld“ der Studentin Lisa Denecke entschieden. „Wir fanden, er wird der Natur hier am ehesten gerecht. Es ist ein guter Ort, um zur Ruhe zu kommen und abzuschalten. Es soll ein kirchliches Juwel in der rheinhessischen Landschaft werden“, erklärt Peter Eckes.
Das Architekturbüro Kissler Effgen aus Wiesbaden übernahm die Planung. Es hatte auch das neue Zentralsekretariat der Deutschen Bischofskonferenz entworfen. Die neue Kapelle für Rheinhessen steht jetzt auf einem 900-Quadratmeter-Grundstück an der Wanderstrecke „Hiwweltour Zornheimer Berg“ und bietet Platz für 20 Besucher. Das Gebäude setzt sich aus mehreren Dreiecken zusammen, die einen weiten Blick in die offene Landschaft erlauben. In die Frontglasscheibe ist ein Kreuz eingefasst und weist so das Gebäude eindeutig als einen christlichen Ort aus.

Beten und die Landschaft genießen

Die Kapelle soll als kontemplativer Ort im Besitz der Gemeinde bleiben. „Jeder kann hier rein, sich ausruhen, sinnieren, beten und einfach die Landschaft genießen“, sagt er. Dem Rheinhessen gefällt besonders gut, dass sie mitten zwischen Weinreben steht. „Der Wein ist wesentlich in der Liturgie. Für mich ist er ein Gottesgeschenk“, sagt Peter Eugen Eckes. Dazu passt, dass in unmittelbarer Nähe ein Weinpavillon mit Ausschank im Bau ist. Bei der Grundsteinlegung hatte Eckes daher lachend bemerkt: „Bald kann man in Zornheim am Weinpavillon ein Gläschen trinken und nachher gleich in der Kapelle beten.“

Von Theresa Breinlich