20.09.2022

Jubiläumsjahr der Ständigen Diakone im Bistum Fulda

Einblick ins diakonische Leben

Im Jubiläumsjahr der Ständigen Diakone im Bistum Fulda erscheint erstmals ein „Laurentiusbrief“. Er steht unter der Überschrift „diakonisch leben“. Erstellt hat ihn ein Team von Diakonen unter der Leitung von Dr. Stefan Ohnesorge. Von Hans-Joachim Stoehr


Diakon Dr. Stefan Ohnesorge zeigt ein Exemplar des Laurentiusbriefs.


Der vierseitige Brief erscheint im Format Din-A-3 in einer Auflage von 1000 Stück. Zudem kann die Publikation im Internet heruntergeladen werden. Benannt ist der Brief nach dem heiligen Laurentius, einem Diakon, der im antiken Rom Fürsorge für Arme und Kranke organisierte. Der Impuls für den Brief kam von Professor Richard Hartmann,  Pastoraltheologe  der  Theologischen Fakultät Fulda und Ausbildungsleiter für die Ständigen Diakone im Bistum.

Eine große Vielfalt an Typen

Stefan Ohnesorge, Jahrgang 1958 und gebürtiger Fuldaer, empfing 2017 die Diakonenweihe. Ursprünglich wollte der Diplom-Theologe Pastoralreferent im Bistum Fulda werden. Aber während des Studiums kam 1983 für ihn und andere Mitbewerber die Nachricht, dass der neue Fuldaer Bischof Johannes Dyba keine Pastoralreferenten mehr einstellen wird. Die Folge: „Ich musste mich umorientieren“, so der Theologe. Nach einer Zeit als wissenschaftlicher Assistent und einer Promotion im Alten Testament wandte sich der Theologe dem Verlagswesen zu. Und aus dieser drei Jahrzehnte währenden Tätigkeit in Limburg, Fulda und Maria Laach stammen auch seine Kenntnisse, die für das Projekt „Laurentiusbrief“ gefragt waren.
Für Stefan Ohnesorge unterscheidet sich die Gruppe der Ständigen Diakone von manch anderen kirchlichen Berufsgruppen: durch ihre unterschiedlichen Berufe bestehe eine große Vielfalt.
Diese Vielfalt der „Typen“ hatte Auswirkungen auf die Gestaltung des „Laurentiusbriefs“. Zum einen in den Berufen der Autoren, aber auch in den Tätigkeiten, in denen diese Diakone ihren Dienst wahrnehmen. Ohnesorge selbst ist beispielsweise in der Klinikseelsorge tätig. Meins Coetsier, wie Ohnesorge promovierter Theologe, ist als Gefängnis-Seelsorger in Hünfeld und Fulda tätig. Ohnesorges Beitrag ist überschrieben: „Ein Lebensweg mit Passion“,  der von Coetsier „Diakonia – Gott einlassen“.
Ebenfalls zu den Autoren zählen Ludwig Wagner, vor seinem Ruhestand Mitarbeiter bei der Post, der sich in der Hospizarbeit engagiert. Diakon Andreas Müller war bei der Bahn beschäftigt und ist jetzt in der Gemeindeseelsorge in St. Raphael Raum Gelnhausen tätig. Wagner schreibt zu „Gottes Auftrag – eine geduldige Sache“, Müller zu „Liebe – eine Dreiecksgeschichte“. Müller und Wagner  sind  nebenberufliche Diakone, während Ohnesorge und Coetsier hauptberuflich eingesetzt sind.

Zentrale Frage: Wo gehst du hin?

Neben diesen Beiträgen von Diakonen kommt Bischof Michael Gerber zu Wort. „In Laurentius begegnen wir einem Archetyp des Diakons, der es als seine Sendung sieht, zusammen mit anderen diakonisch gesinnten Menschen sich auf den Weg zu begeben, der vor die Mauern führt“, schreibt Gerber mit Blick auf den Namen und Standort der Grabeskirche des Heiligen San Lorenzo fuori le Mura – vor den Mauern, bezogen auf das antike Rom.
Professor Hartmann geht in seinem Beitrag der Frage nach: „Wo gehst du hin?“ Beigefügt sind dem „Laurentiusbrief“ Zitate aus kirchlichen Dokumenten.

Der Laurentiusbrief wird in Pfarreien des Bistums verteilt. Im Internet kann er als pdf-Datei heruntergeladen werden: www.diakone-fulda.de

Von Hans-Joachim Stoehr