08.06.2021

Idee im Rheingau

Firmung auf dem Pilgerplatz

Die Pfarrei Heilig Kreuz Rheingau plant erstmals, die Firm-Gottesdienste auf dem Pilgerplatz im Kloster Marienthal zu feiern. Dort dürfen nach den aktuellen Corona-Hygiene-Regeln 250 Menschen teilnehmen.


Gemeindereferent Sebastian Braun erläuterte im Kloster Marienthal, wie die Firmvorbereitung und die Planung für die Gottesdienste im Corona-Jahr 2021 angepasst werden.


Alle zwei Jahre werden im Rheingau junge Katholikinnen und Katholiken gefirmt. Die Pfarrei Heilig Kreuz Rheingau bereitet seit Ende September 90 Jugendliche von Geisenheim bis Lorch in drei Gruppen auf ihre Firmung vor. „Auf dem Wallfahrtsplatz im
Kloster Marienthal haben wir die besten Möglichkeiten im Freien. Dort können bis zu 250 Angehörige Platz nehmen“, erklärt Gemeindereferent Sebastian Braun, der neben Pfarrer Marcus Fischer und Pfarrer Konrad Perabo zum Pastoralteam gehört, das die Firmvorbereitung leitet.

Wahlfächer für alle Firmlinge möglich

Drei Katechetinnen unterstützen die Vorbereitung. Darüber hinaus halten Kolleginnen und Kollegen aus dem Pastoralteam und Ehrenamtliche verschiedene Angebote bereit, aus denen die Jugendlichen wählen können – ähnlich wie ein „Wahlfach“. „Viele Angebote mussten in diesem Jahr wegen der Corona-Kontaktbeschränkungen ausfallen“, berichtet Sebastian Braun, beispielsweise Projekte in KiTas, während Aktionen wie Müllsammeln in der Natur durchgeführt werden konnten.
Für jede Gruppe haben zwischen November und März drei Stationsgottesdienste in den Kirchen St. Jakobus in Rüdesheim, St. Martin in Lorch und in der Basilika St. Johannes der Täufer am Schloss Johannisberg stattgefunden. Ein Themenschwerpunkt war „Zugänge zum Glauben“.
In einem anderen Stationsgottesdienst sollten die Jugendlichen spontan benennen, welche Worte aus der Bibel für ihr Leben wichtig sind. „Ich war überrascht, dass den Jugendlichen so viele Bibelzitate und Geschichten eingefallen sind“, gesteht Sebastian Braun, der die Firmvorbereitung unter den gegebenen Umständen als große Herausforderung sieht, weil die Abstände in den Kirchen für die Gruppen mit je 30 Jugendlichen eingehalten werden müssen. „Eigentlich ist die Gemeinschaft und die Nähe eine wichtige Erfahrung in der Firmvorbereitung.“
Der letzte Stationsgottesdienst wird im Juni auf dem Wallfahrtsplatz im Kloster Marienthal stattfinden und sich mit den Zeichen der Firmung und der Feier der Eucharistie beschäftigen. Die Firm-Gottesdienste sollen zwischen dem 4. und 10. Juli gefeiert werden. Firmspender wird jeweils Domkapitular Georg Franz sein, den die Familien noch aus seiner Zeit als Pfarrer und Bezirksdekan in Geisenheim kennen dürften.

Gemeindereferent als Wallfahrtsseelsorger

„Wir sind dankbar, dass wir diesen Ort nutzen dürfen“, betont Sebastian Braun, der zum ersten Mal die Termine für die Firmung koordiniert, denn er kam erst vor zwei Jahren als Gemeindereferent in der Pfarrei Heilig Kreuz Rheingau, nachdem seine Frau die Stelle der Geschäftsführerin in der Abtei St. Hildegard angenommen hatte.
Davor hat das Ehepaar in Erfurt gelebt, und Sebastian Braun war dort 15 Jahre als Gemeindereferent tätig. „In Erfurt umfassten die Firmgruppen 20 bis 25 Jugendliche im Vergleich zu den 90 Jugendlichen der Pfarrei Heilig Kreuz Rheingau“, berichtet er. Selbst ist er zu DDR-Zeiten in einer katholischen Familie aufgewachsen, gehörte somit zu einer Minderheit. „Es war nicht verboten, seinen katholischen Glauben innerhalb der Kirche zu leben“, berichtet er. „Die Gemeinschaft von Gleichglaubenden in einem anderen Umfeld war eine besondere Erfahrung.“ Sebastian Braun ist mit einem Teil seiner Arbeitszeit auch Wallfahrtsseelsorger am Kirchort Eibingen – als Nachfolger von Schwester Hiltrud Gutjahr.

Von Christa Kaddar