28.05.2019

Kasseler Pilger unterwegs durch das Haune- und Fuldatal

Auf den Spuren des heiligen Sturmius

Kennen Sie die Sturmius-Route? Der Kasseler Pfarrer Stefan Krönung hat die Idee dazu entwickelt. Wie einst Sturmius pilgert er unter dem Motto „#glaubengeht“ mit einer Gruppe durch das Haune- und das Fuldatal. Von Hans-Joachim Stoehr.

Der Kasseler Seelsorger und Malteser Stefan Krönung pilgert gern. „Wir Malteser sind zum Beispiel regelmäßig auf der Bonifatius-Route unterwegs gewesen“, nennt er ein Beispiel. Der Pilgerweg von Bischof Michael Gerber vor dessen Amtseinführung war dann der Auslöser, mit Menschen aus seiner Kasseler Pfarrei und darüber hinaus selbst „aufzubrechen“.

Wie Sturmius die Fulda entlang

Fröhliche Gruppe: die Kasseler Pilger mit Pfarrer Stefan Krönung (links) | Foto: privat
Die Kasseler Pilger mit Pfarrer Stefan Krönung (links). Foto: privat

Der aus Petersberg stammende Seelsorger ist mit dem Pilgern vertraut. Und mit den Heiligen, die mit Bonifatius in Ost- und Nordhessen gewirkt haben. „Bei Menschen, die aus dem Ausland kommen oder die mit der Kirche bisher nichts zu tun hatten, sind Heilige wie Sturmius oder Wigbert kaum bekannt“, weiß er. Und auch nicht, dass die beiden in Fritzlar wirkten und Sturmius von Fritzlar aus aufbrach nach Hersfeld und von dort die Fulda aufwärts bis zu dem Ort, an dem er dann das Kloster Fulda gründete. Das war 744 – also vor 1275 Jahren. 

Doch zurück in die Gegenwart und zu den Kasseler Pilgern: Gepilgert wird bei „#glaubengeht“ in Etappen jeweils sonntags auf einer Teilstrecke zwischen Fulda und Kassel. Der Ausgangspunkt und das Ende der Etappe sind jeweils an einem Haltepunkt der Cantus-Bahn, die zwischen Kassel und Fulda verkehrt. Inzwischen ist die Gruppe, die zwischen sieben und 15 Mitpilgern besteht, in Rotenburg an der Fulda.

Für Pfarrer Krönung und sein Kernteam hat der Pilgerweg etwas mit missionarischem Aufbruch zu tun. Auch wenn auf den ersten Blick Familien einen gemütlichen Spaziergang unternehmen. Aber: „Die Gruppe ist offen für Menschen, die mitgehen wollen, die keine Christen sind. Die Etappen sind nicht zu lang, damit auch Familien sich beteiligen können. Es gab aber eine Ausnahme: „Gleich die erste Etappe führt über 22 Kilometer von Fulda nach Hünfeld. Da mussten wir uns ganz schön ranhalten, dass wir noch den letzten Cantus nach Kassel erwischten“, erinnert sich Krönung. Aber Zeit für einen Imbiss war noch: „Einer unserer Mitpilger hatte einen Bekannten in einer Dönerbude. Und so stärkten wir uns dort nach der anstrengenden Strecke.“

Plan: Wigbert-Tour von Kassel nach Fritzlar

Pfarrer Krönung freut sich schon mit seiner Pilgergruppe auf die nächste Etappe an Christi Himmelfahrt. Nach der Ankunft in Kassel soll es das aber noch nicht gewesen sein. „Dann machen wir eine Wigbert-Tour“, sagt er. Der Gefährte von Bonifatius und Vorsteher des Klosters in Fritzlar ist im dortigen Dom bestattet. 

Ein Kurzfilm von unterwegs ist hier zu sehen:

https://youtu.be/nCsZtd0KYgc

 

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Meinung: Hingehen statt stehen

Hans-Joachim Stoehr
Redakteur 
Hans-Joachim Stoehr

Pilgern und missionarischer Aufbruch – für Pfarrer Stefan Krönung gehört das zusammen. Denn das Gehen und In-Bewegung-Sein drückt physisch aus, um was bei der Mission geht: Nicht Stehen bleiben und warten, dass jemand einen anspricht, sondern hingehen. Deshalb geht es beim Pilgern auch nicht um die Kilometerleistung, sondern um die Veränderung, die durch das äußere Geschehen des Pilgerns in einem selbst passiert. Pilgern als Weg, sich selbst besser zu erkennen? Ja. Aber vor allem, um zu erkennen, wohin Gott einen führen will. Und dann diesen Weg gehen – vor allem hin zu den anderen Menschen.