11.01.2022

Kurzinterview "Moment mal"

Großes Interesse für faire Mode

Frankfurt steht ab dem 17. Januar eine Woche lang im Zeichen der Mode. Am Rande informiert eine Fair-Fashion-Week über Nachhaltigkeit und Klimafragen. Fragen an Ursula Artmann, Geschäftsführerin des Weltladens in Bornheim.


Fair-Fashion-Week: Was ist das genau?
Ich nenne es so etwas wie den „Katholikentag von unten für Modeinteressierte“ – Veranstaltungen für mode-affine Menschen, die zu diesem Thema aber auch andere Fragen stellen als die, die von der Mode-Industrie beantwortet werden. Und das Ganze im Rahmen einer Veranstaltungswoche, in der viele Menschen aus der Branche zusammenkommen, sich informieren, diskutieren, neue Ware begutachten und so weiter.
 

Ursula Artmann

Wer organisiert das Event?
Innerhalb der Steuergruppe der Fairtrade Town Frankfurt haben wir eine Arbeitsgruppe gegründet, die die Fair Fashion Week geplant hat. Die Veranstaltungen selbst werden von unter-
schiedlichen Organisationen durchgeführt.

Ein Gegengewicht zur schnelllebigen Modeindustrie setzen: Wie kann das gelingen?
Wir sind mit dem Thema keine Einzelkämpfer auf weiter Flur – immer mehr Menschen denken darüber nach, unter welchen Bedingungen das produziert wurde, was sie täglich am Leib tragen. Die Prozesse, bis ein gesellschaftliches Umdenken Wirkungen zeigt, dauern natürlich. Hier sehe ich uns als Teil einer Graswurzelbewegung, die viel Macht entfalten kann und sicherlich auch wird.

Sie möchten über Nachhaltigkeit und Bedingungen in Produktionsländern aufklären, Alternativen in der Modeindustrie aufzeigen. An welche Zielgruppe wenden Sie sich?
Wir spüren ein großes Interesse von vielen jüngeren Leuten, die sich mit dem Thema „globale Gerechtigkeit“ auseinandersetzen. Aber auch Ältere kommen ins Nachdenken. Natürlich sind nach wie vor Frauen eher an Modethemen interessiert als Männer, das wird sich vermutlich nie ändern. Aber es gibt auch viele Männer, die sinngemäß sagen: „Ich konsumiere nicht so viel Kleidung, aber das, was ich kaufe, soll langlebig sein, und niemand soll dafür ausgebeutet worden sein.“ Und das ist unserer Meinung nach genau der richtige Weg!

Informationen: www.frankfurtnachhaltig.de/kampagnen/fair-fashion-week


Interview: Heike Kaiser