15.09.2018

Christliche Patientenvorsorge

Hilfe am Ende des Lebens

Die Christliche Patientenvorsorge ist gerade in einer aktualisierten Auflage erschienen. Sie hilft, rechtzeitig heikle ethische Fragen zu klären – und entlastet schwerkranke Menschen und ihre Angehörigen. Wer eine Patientenvorsorge hat, sollte sie alle paar Jahre neu ausfüllen.

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Die moderne Medizin wirft die Frage auf: Wann ist eine Lebensverlängerung richtig – und wann unzumutbar?   Foto: istockphoto

Vielleicht haben wir morgen einen Unfall oder werden schwerkrank. Vielleicht fallen wir dann ins Koma – und können nicht mehr selbst entscheiden, was mit uns geschehen soll. Wie lange wollen wir am Leben erhalten werden? Wie wollen wir behandelt werden? Wie wollen wir sterben? „Es ist sinnvoll, sich rechtzeitig damit zu beschäftigen – auch wenn es Überwindung kostet und kein angenehmes Thema ist“, sagt Michael Feil, Referent für Glaubensfragen und Bioethik der Deutschen Bischofskonferenz. 

Wer die schweren Fragen klären will, dem hilft eine Christliche Patientenvorsorge. Gerade ist sie in einer aktualisierten Neuauflage erschienen, die umfassender ist und die jüngsten gesetzlichen Änderungen berücksichtigt. Die alten Formulare bleiben trotzdem gültig. Feil empfiehlt aber, ein neues zu verwenden. Alle fünf bis zehn Jahre solle man ohnehin eine neue Patientenvorsorge ausfüllen, sagt er. Wer das tut, kann prüfen: Leben die Menschen noch, die ich bevollmächtigt habe? Möchte ich mich heute vielleicht jemand anderem anvertrauen? Und sehe ich alles heute noch so, wie ich es damals gesehen habe? „Wenn das Formular zu alt ist, könnte es sein, dass jemand anzweifelt, dass der Wunsch des Patienten noch aktuell ist“, erläutert Feil.

Eine Patientenvorsorge, betont der Experte, sei „gut für mich, aber sie ist auch gut für meine Angehörigen“. Denn sie nimmt ihnen Entscheidungen ab, die enorm belasten können. Und diese Entscheidungen werden mehr. Feil sagt: „Die Möglichkeiten der modernen Intensivmedizin werfen heute ethische Fragen auf, die es früher so nicht gab.“

Die Tötung auf Verlangen wird deutlich abgelehnt

Umso wichtiger ist es, meine Bevollmächtigten nicht nur ins Formular zu schreiben, sondern auch mit ihnen darüber zu sprechen, wie sie in kritischen Situationen entscheiden sollen. Und welche Werte mir wichtig sind. Eine Christliche Patientenvorsorge etwa basiert, anders als die zahllosen anderen Patientenvorsorgen, auf christlichen Überzeugungen. Sie geht davon aus, dass uns das Leben geschenkt ist und wir es nicht ohne Weiteres beenden können. Die Tötung auf Verlangen und die ärztliche Beihilfe zur Selbsttötung lehnt sie deutlich ab.

Aber nicht nur Christen können die Christliche Patientenvorsorge ausfüllen, sondern alle, die christliche Werte teilen. Viele nutzen dieses Angebot längst. Seit 1999 geben die Kirchen in Deutschland gemeinsam ihre Patientenvorsorge heraus, bisher sind mehr als viereinhalb Millionen Exemplare gedruckt. „Die Kirchen genießen immer noch großes Vertrauen bei vielen Menschen“, sagt Feil. „Offenbar haben die Menschen den Eindruck: Wenn’s um Tod und Sterben geht, bin ich bei der Kirche gut aufgehoben.“

Von Andreas Lesch

Die Christliche Patientenvorsorge können Sie bestellen unter: www.dbk.de