25.10.2017

Im Sinne der Verstorbenen

Menschen besuchen an Allerheiligen und Allerseelen die Gräber ihrer verstorbenen Angehörigen. Diese sollen zu diesen Tagen besonders schön geschmückt sein. Gärtner und Floristinnen geben Tipps zum Bepflanzen der Gräber.

Herz aus Trockenmaterialien
Ein gestecktes Herz aus Trockenmaterialien wird gerne zu Allerheiligen auf‘s
Grab der verstorbenen Angehörigen gelegt. | Foto: fotolia

 

Werner Kaiser Foto: privat
Werner Kaiser
Foto: privat

Werner Kaiser, Blumenhaus und Gärtnerei Kaiser in Hundsangen:
„Es ist wichtig, dass es einen Ort gibt, wo die Angehörigen trauern können. Diesen Ort sollten sie nach ihren Wünschen gestalten. Generell sollte man ein Grab mit dem bepflanzen, was man schön findet.

Vor 20 Jahren war es noch klar, dass an Allerheiligen die Chrysantheme gepflanzt wird. Das war so, weil sie sich besonders gut hält. Die Farben weiß und gelb vermitteln Helligkeit, was in der dunklen Jahreszeit schön ist. Aber auch frische Schnittblumen können auf das Grab gestellt werden. An Allerheiligen geschieht das zum letzten Mal im Jahr."


 

Iris Oppermann-Schulz Foto: privat
Iris Oppermann-Schulz
Foto: privat

Iris Oppermann-Schulz, Blumendekogeschäft in Limburg:
„Die Friedhofskultur hat sich verändert. Immer weniger Menschen haben Zeit, sich um die Gräber ihrer Angehörigen zu kümmern. Einen Ort zum Trauern zu haben, finde ich sehr wichtig und der sollte schön gestaltet sein. Generell gilt: was gefällt, ist erlaubt. Da kann ich als Angehöriger auch überlegen: Was hätte dem Verstorbenen oder der Verstorbenen gefallen? Das Wichtigste ist, dass es in seinem Sinne ist.

Zu Allerheiligen empfiehlt es sich, die Gräber mit Heidepflanzen oder Silberstacheldraht zu bepflanzen. Aber auch Sommerheide und Efeu eignen sich gut. Ich bevorzuge gedeckte Farben wie Weiß oder Grau. Schön sind zum Beispiel weiße Alpenveilchen, die bis zum Frost auf dem Grab blühen können."


 

Michael Uffelmann
Michael Uffelmann
Foto: privat

Michael Uffelmann, Gärtnerei Uffelmann in Kassel-Kirchditmold:
„Es gibt viele Möglichkeiten, das Grab von Verstorbenen zu Allerheiligen zu schmücken. Das ist Geschmackssache. Frische Blumen sind zu Allerheiligen eher etwas Kurzfristiges, aber auch Rosen und die Lieblingsblumen der Verstorbenen oder des Verstorbenen sind möglich.

Jedoch werden statt Schnittblumen mittlerweile lieber bepflanzte Schalen auf die Gräber gestellt. Hier empfielt sich, Dauergestecke zu nehmen mit langlebigen Blüten, die ohne viel Wasser auskommen.
Beliebt sind auch Heide- und Stacheldrahtpflanzen auf den Gräbern. Oder aber man bedeckt das Grab mit Tannen- oder Koniferengrün."


 

Ulrike Bosold
Ulrike Bosold
Foto: privat

Ulrike Bosold, Unverblümt – Naturfloristik in Fulda:
„Zu Allerheiligen sollte etwas Dauerhaftes aufs Grab. Wenn es bald zu Minusgraden kommt, halten frische Blumen nicht lange. Dann kommen hauptsächlich Trockenmaterialien zum Einsatz. Es kann aber auch zum Beispiel eine Rose in den Kranz gesteckt werden, die dann immer wieder ausgetauscht wird. Von der Farbgestaltung her sollten es keine schreienden Farben sein, sondern eher natürliche. Brauntöne oder auch grün und weiß eignen sich gut. Auch Rosé-Farben sind beliebt.

Grundsätzlich entscheidet der Kunde, was er schön findet. Gestecke können je nach Platz auf dem Grab und Wunsch angepasst werden. Zu Allerheiligen empfiehlt sich ein Kranz oder ein Gesteck in Herz- oder Kreuzform. Was für mich am Wichtigsten ist: Es soll individuell sein."

 

Umfrage: Sarah Seifen