23.05.2018

Der Löwe rockt die Arche

Kinder aus der ganzen Stadt Gießen haben Uta Kuttner und Michael Gilles mobilisiert. Für ihr Arche-Noah-Projekt hatten sie schnell viele Teilnehmer
zusammen. Aber da geht noch mehr, sind die beiden überzeugt.

Samba, Blues und Tiermasken begeistern Kinder beim Arche-Noah Musical.| Fotos: Gudrun Zörb/Uta Kuttner
Samba, Blues und Tiermasken begeistern Kinder beim Arche-Noah Musical. Foto: Gudrun Zörb/Uta Kuttner

„Nicht nur um eine Arche geht’s, um eine coole Arche“, sagt Uta Kuttner lachend am Telefon. Die Gemeindereferentin im katholischen Pfarreienverbund Gießen berichtet vom Musical-Projekt, das den Titel trägt: „Noah und die coole Arche“. Neben ihr am Telefon sitzt Michael Gilles, Regionalkantor in Gießen. Er hat im Februar 2017 seinen Dienst in St. Bonifatius angetreten, Uta Kuttner fünf Monate zuvor. „Als neue Kollegen wollten wir gern zusammen ein Projekt gestalten“, erläutert Gilles das Vorhaben.

580 Eltern in Gießen angeschrieben

Ihre Idee: katholischerseits ein musikalisches Angebot zu schaffen, das pfarreiübergreifend ist. „In Gießen gibt es keinen katholischen Kinderchor, aber wir haben viele Kinder in den Gottesdiensten. Da ist Potenzial“, ist der Regionalkantor überzeugt. „Wir wollten mit dem Projekt erst einmal testen, wie viele Kinder wir für ein Musical motivieren können.“
Zu den beiden evangelischen Kinderchören in Gießen sei das Projekt keine Konkurrenz. „Wir haben gute Kontakte zu den evangelischen Kollegen hier in der Stadt. Sie leihen uns sogar den kompletten Podestaufbau für die Aufführung des Musicals“, berichtet Michael Gilles. „Wir haben zudem die Listen der Kinder verglichen und festgestellt, dass es fast keine Überschneidungen gibt.“ Das zeige, dass das Potenzial in Gießen nicht ausgeschöpft ist.

580 Eltern von Kindern zwischen sechs und elf Jahren haben Kuttner und Gilles angeschrieben. „Mindestens ein Elternteil ist katholisch“, teilt Uta Kuttner zu den Auswahlkriterien mit. „Das sagt natürlich noch nichts über die Kinder aus, ob sie katholisch sind oder getauft.“ Aber das Projekt sei sowieso umfassender angelegt. „Deshalb haben wir uns für ein alttestamentliches Thema entschieden.“ Damit könnten beispielsweise auch muslimische Kinder etwas anfangen.

Ihr Ziel, 20 bis 30 Kinder für das Musical zu gewinnen, haben sie übertroffen. „Das war ein Selbstläufer. Wir hatten schnell 40 Kinder zusammen, die fest dabei sind. Es sind nur wenige Kinder abgesprungen“, berichtet die Gemeindereferentin.

Rückenwind hat das Projekt zudem durch die beiden großen Gießener Tageszeitungen. „Sie sind gleich auf das Thema angesprungen“, berichten die Kirchenmitarbeiter. In Schulen durften sie Plakate aushängen, und in den katholischen Kitas haben sie geworben, sodass ein Teil der Kinder aus den Kitas St. Thomas Morus und St. Vinzenz stammt. Glückliche Fügung, dass Eva Maria Kahnke aus der Pfarrgemeinde St. Thomas Morus eine künstlerische Ader hat und das Plakat für das Musical zeichnete.

Den Kindern bietet das Musical eine Chance, viele ihrer Talente auszuprobieren. Unter Anleitung singen, tanzen, schauspielern, sich als biblische Figuren oder Tiere verkleiden und Kostüme selber basteln steht auf dem Programm.

Zusätzlich zu den Proben unter der Woche gibt es zwei Probenwochenenden. „Dazu haben wir 14 Ehrenamtliche aus den Gemeinden gewinnen können“, sagt Uta Kuttner. „Zum Beispiel Leute, die schon mal bei einem Musical mitgemacht haben. Auch ein paar Gruppenleiter sind dabei.“ Die Eltern sind nur punktuell eingebunden und können während der Proben etwas anderes machen, „dann haben wir die volle Aufmerksamkeit der Kinder“, weiß Michael Gilles.

Sogar die Musik wird live gespielt

Stolz sind der Regionalkantor und die Gemeindereferentin, dass sogar die Musik live gespielt wird, von der Jugendband „74 Rock“. Bei Samba, Blues und rockigen Stücken wird Noahs Gefährt zur „coolen Arche“.

Das Musical „Noah und die coole Arche“ wird aufgeführt am 31. Mai in St. Bonifatius und am 2. Juni in St. Thomas Morus, beide Kirchen sind in Gießen. Beginn ist jeweils um 15 Uhr. Eintritt frei, Spenden erbeten.