16.01.2019

Weihbischof Gerhard Pieschl wird 85 Jahre alt

Seine typische Geste: die offenen Arme

Manchmal kämpferisch, dabei immer herzlich. Ein Freund deutlicher Worte, gesegnet mit einem heiteren Gemüt. Das macht den emeritierten Weihbischof Gerhard Pieschl aus Limburg aus. Am 23. Januar wird er 85 Jahre alt. Von Heike Kaiser

Weihbischof Pieschl Foto: Bistum Limburg
Weihbischof Gerhard Pieschl geht gern mit ausgebreiteten Armen auf andere zu – wie hier bei seinem 40-jährigen Bischofsjubiläum 2017. Foto: Bistum Limburg

„Sorge dafür. dass die Leute fröhlich sind.“ Dieses Motto der heiligen Elisabeth hat sich Weihbischof Gerhard Pieschl zu eigen gemacht. Er ist gerne in Kontakt mit Menschen – ob bei einer Leserreise der Kirchenzeitung, die er als geistlicher Reiseleiter begleitet, oder bei einem seiner häufigen Spaziergänge durch die Limburger Innenstadt, wo er nach seinem Rücktritt im Jahr 2009 wohnen geblieben ist.

Seit 1977 ist er Limburger Weihbischof. Seitdem begleitet ihn sein Wahlspruch „Non recuso laborem“, „Ich scheue keine Mühen“, den er Augen zwinkernd auch gern übersetzt mit: „Ich drücke mich nicht“. Mühen hat er vor allem dann nicht gescheut, wenn er sich für andere Menschen einsetzen konnte. Ob als Polizei- und Militärseelsorger oder Vertriebenenbischof. „Mitmenschlichkeit“, sagt Pieschl, „darf für mich nie zu einer Floskel werden.“

Bodenständig und menschenfreundlich

Sein Engagement würdigte die Öffentlichkeit mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, der Wilhelm-Leuschner-Medaille des Landes Hessen und der Ehrenplakette des Bundes der Vertriebenen. Pieschl ist selbst Heimatvertriebener: Geboren wurde er am 23. Januar 1934 in Mährisch-Trübau, im heutigen Tschechien, als „tschechoslowakischer Staatsbürger deutscher Volkszugehörigkeit“. Im Alter von elf Jahren musste er, gemeinsam mit seiner Mutter und seinen Geschwistern, aus der Heimat fliehen. Sein Vater wurde 1944 als Offizier bei den Kämpfen um Budapest getötet.

Priester ist Gerhard Pieschl seit 1961. Im Jahr 2000 wurde er Ehrendomherr des Metropolitankapitels seines Heimatbistums Olmütz, 2010 wurde ihm die Ehrendoktorwürde der Universität Pecs in Ungarn verliehen. Gerhard Pieschl ist bei all den Ehren aber immer bodenständig geblieben. „Ich wollte immer nur ich sein“, erklärt er.

Gerhard Pieschl ist vor allem eins: ein leidenschaftlicher Seelsorger. Einer, der mit ausgebreiteten Armen auf andere zugeht.