25.03.2020

Ideen-Börse

Spirituelle Ideen in der Corona-Krise

Um trotz der Ausbreitung des Corona-Virus weiterhin am kirchlichen und sozialen Leben teilnehmen zu können, gibt es viele kreative Ideen. Einige Beispiele.

Gemeinsame Idee

Glockenläuten als Zeichen der Verbundenheit.
Auch für Menschen ohne Internet wahrnehmbar.

Das Bistum Limburg, das Bistum Mainz und die evangelische Kirche in Hessen und Nassau haben sich zu einer gemeinsamen Aktion entschlossen: Normalerweise rufen die Glocken Gläubige zum Gottesdienst, jetzt rufen sie in der Coronakrise jeden Tag zum gemeinsamen Gebet. Die Kirchen empfehlen ein gemeinsames Geläut für maximal fünf Minuten, täglich um 19.30 Uhr. Ziel ist es, in der Kontaktsperre ein hörbares Zeichen der christlichen Gemeinschaft, des gegenseitigen Trosts und der Ermutigung in der Öffentlichkeit zu setzen.

Alle sind eingeladen, in dieser Zeit auch eine Kerze ins Fenster zu stellen. Für das Abendgebet gibt es verschiedene Vorschläge, die für ein Gebet genutzt werden können. Gläubige können beispielsweise ein Vater Unser beten, die vorgeschlagenen Gebete zur Corona-Krise sprechen, die Vorschläge zu Gebetszeiten der Kirchen nutzen oder aber auch ganz einfach für Menschen bitten, die ihnen lieb sind, die krank sind oder die in dieser schwierigen Zeit in Krankenhäusern arbeiten.

Weitere Informationen dazu lesen Sie hier, und hier.

 

Einige Ideen aus dem Bistum Limburg:

  • Jutta Fechtig-Weinert von der Stadtkirche Frankfurt überlegt an die Paare, die an einem Ehevorbereitungskurs teilnehmen wollten und deren Hochzeit in den meisten Fällen vermutlich auch abgesgat werden muss, einen Mut machenden Brief zu schreiben. Wenn es dazu Ideen oder auch bereits Vorüberlegungen gibt, bitte mit Jutta Fechtig-Weinert Kontakt aufnehmen (fechtig-weinert@stadtkirche-ffm.de)

  • In der Pfarrei St. Marien in Frankfurt gibt es das ökumenische Angebot eines "Hallo-Netzes": Wer gerne am Telefon mit anderen sprechen möchte, kann bei zwei Nummern anrufen. Nach einem ersten Gespräch mit den Initiatoren des Hallo-Netzes kann man, wenn man es möchte, auch mit anderen Netzteilnehmern telefonieren.
    Wer mehr wissen will, kann sich an Andreas Böss-Ostendorf wenden (a.boess-ostendorf@marien-frankfurt.de).

  • Die Gemeinde St. Ignatius, ebenfalls in Frankfurt, lädt dazu ein, gemeinsam eine Bibel zu erstellen: "Alle zusammen schreiben wir das Neue Testament ab.Wenn jede/r einen oder mehrere Abschnitt übernimmt, schaffen wir es, in den kommenden Wochen das Neue Testament zu schreiben. Die einzelnen geschriebenen Seiten werden anschließend zu einer Bibel für die Kirche zusammengebunden. Bitte beachten Sie die Anleitungen. So erschaffen wir eine eigene Bibel für unsere Kirche." 

  • Die Franziskaner in Kamp-Bornhofen beten unter Ausschluss der Öffentlichkeit in der Wallfahrtskirche jeden Abend um 21 Uhr den Rosenkranz für die Bewältigung der Corona-Krise, vorher werden für fünf Minuten die Glocken geläutet. „Wir würden uns freuen, wenn Sie von zu Hause aus, vom Arbeitsplatz aus oder in Ihrer Freizeit mit uns gemeinsam beten. Wir freuen uns auf unsere spirituelle Verbundenheit“, sagt Pater Eryk Kapala. „Damit möchten wir den Menschen Hoffung geben.“
  • Beim Pfarrbüro von St. Antonius Frankfurt können Menschen mit Vorerkrankungen und ältere Menschen Unterstützung zum Beispiel beim Einkaufen durch Helfer anfragen. Einige Ehrenamtliche haben sich dazu bereiterklärt. Wer das Bedürfnis hat, sprechen zu wollen, kann sich telefonisch unter 069 / 74 30 86 61 oder per E-mail an b.henrich@dom-frankfurt.de bei Pastoralreferentin Beatrix Henrich melden.
  • Die Jesuiten aus St. Ignatius in Frankfurt haben einen Vorschlag für einen Gottesdienst, den man zu Hause – allein oder mit anderen, die mit einem zusammenwohnen, feiern kann. „Durch ein unsichtbares Gebetsnetz sind Christinnen und Christen auf der ganzen Welt, die heute beten, miteinander und untereinander verbunden. So begeht die ganze Welt gemeinsam einen Gottesdienst“, schreiben sie auf ihrer Homepage. Vorschläge für einen Gottesdienst gibt es online auf www.jesuiten.org
  • Thorsten Latzel, Pfarrer und Direktor der Evangelischen Akademie Frankfurt, hat „Zehn Gebote für die Corona-Zeit“ formuliert. Das zweite Gebot lautet zum Beispiel: „Du sollst nicht horten – weder Klopapier noch Nudeln und schon gar keine Desinfektionsmittel oder gar Schutzkleidung. Die werden in Kliniken gebraucht, nicht im Gäste-Klo zu Hause.“ Nachzulesen unter www.evangelische-akademie.de/aktuelles/queres-aus-derquarantaene/
  • Die Evangelische Akademie Frankfurt bietet „Livestreams statt Veranstaltungen“ an. Bis Ende April finden dort keine eigenen Veranstaltungen mehr statt; doch dank neuer Kameratechnik können viele der geplanten Vorträge, Diskussionen und Videos nach Hause gesendet werden. Zu empfangen unter www.evangelische-akademie.de

 

Einige Ideen aus dem Bistum Mainz:

  • Das Bistum Mainz hat eine Hotline für Jugendliche und junge Erwachsene eingerichtet: Täglich von 10 bis 15 Uhr gibt es unter 06131/253-606 die Möglichkeit darüber zu reden, was dich gerade beschäftigt. Ruf an, wir sind für dich da. Wir, das sind die Jugendseelsorger*innen der Jugendverbände und in den Dekanaten (das sind sowas wie unsere kirchlichen Regionen) sowie weitere Seelsorger*innen, die in ihrer Arbeit viel mit Messdiener*innen, Firmlingen, Schüler*innen und insgesamt mit jungen Menschen zu tun haben. Außerdem gibt es unter #wirbleibenverbunden täglich Impulse, Anregungen für Aktionen und vieles mehr auf Instagram und Faceboo. Folgt einfach unseren Accounts! Instagram > createyourchurch Facebook > Mainzer Jugendsynode
     
  • Diakon Gerd Wagner ist „Ansprechbar“
    Diakon Gerd Wagner ist „Ansprechbar“,
    Foto: Pfarrei St. Michael Nieder-Ramstadt
    Ostern wird dieses Jahr anders verlaufen als sonst. Wer möchte, kann für Menschen in Altenheimen und Pflegeeinrichtungen Ostergrüße schreiben. Kinder können gerne etwas malen, Erwachsene Briefe schreiben oder ein Postkarte. Die Aktion wird geleitet vom Katholischen Dekanat Darmstadt. Weitere Informationen und Vorlagen finden Sie hier.
     
  • In der Kirche St. Pankratius in Mainz-Hechtsheim gibt es die Möglichkeit, dass Menschen ihre Anliegen und Sorgen zuhause auf einen Zettel schreiben und in eine Kiste in der Kirche legen. Die Anliegen nehmen die beiden Priester der Gemeinde mit in ihre Gottesdienste, die ohne Öffentlichkeit gefeiert werden.
     
  • Diakon Gerd Wagner von der Pfarrei St. Michael in Nieder-Ramstadt bietet eine „Ansprechbar“. Solange die Gottesdienste ausfallen müssen, ist Wagner jeden Mittwoch Nachmittag ab 15 Uhr und sonntags um 10.30 Uhr für jeden ansprechbar – auf dem Kirchplatz von St. Michael. Sorgen, Umgang mit der Situation oder einfach nur ein kurzes Gespräch oder ein persönlicher Segen – das ist das Konzept von „Ansprechbar“. Bei diesen Gesprächen wird darauf geachtet, Übertragungen des Virus unmöglich zu machen: „Ansprechbar“ findet im Freien auf dem Kirchplatz statt.
  • Das Caritas Altenzentrum Maria Königin in Mainz läutet jeden Tag um 12 und um 18 Uhr die Glocken. Damit wollen die Initiatoren zu einem gemeinsamen Gebet aufrufen, das jeder für sich zu Hause betet, und dennoch auf diese Weise in Gemeinschaft mit anderen. „Miteinander beten an dem Ort, an dem ich gerade bin“ heißt das Motto. Geplant sind ein Vaterunser und dieses Gebet zum Thema Corona:
  • Guter Gott, die Corona-Krise macht uns Angst. Solch eine Situation hatten wir noch nie. Auf der ganzen Welt werden Menschen deswegen krank. Und noch viel mehr bleiben zuhause oder auf Abstand zueinander, um sich nicht anzustecken mit dem neuen Virus. Ich bitte dich: Steh uns bei in dieser Situation. Sei bei den Kranken und den Risikopatienten und bei allen, die sich um sie kümmern. Hilf uns, gelassen zu bleiben. Hilf uns, Solidarität zu zeigen mit denjenigen, die wir jetzt besonders schützen müssen. Guter Gott, lass diese Corona-Krise bald vorübergehen. Und schenke uns jetzt Mut und Zuversicht. Amen.

 

Einige Ideen aus dem Bistum Fulda:

  • Aus der Michaelskirche in Fulda wird fast jeden Tag ein Gottesdienst live im Internet übertragen. Von Montag bis Freitag um 18.30 Uhr und am Sonntag um 10 Uhr morgens. Hier geht es zum Youtube-Kanal.
  • Unter dem Motto „Mit guten Gedanken durch den Tag“ hat das Bistum Fulda eine Impulsreihe ins Leben gerufen. Jeden Tag gibt es unter der Rufnummer: 0661/87878 (Anrufe zum üblichen Ortstarif, über Mobil abweichend) einen neuen Impuls. An der Telefonaktion beteiligen sich Pfarrer und Gemeindereferentinnen aus der gesamten Diözese. Zielgruppe der Telefonhotline sind vor allem Menschen, die keinen Zugang zum Internet haben. Durch die täglichen Kurzimpulse möchte das Bistum Fulda die Brücke zu ihnen bauen und miteinander verbunden bleiben.

  • Die Kolpingjugend und das Kolpingwerk im Bistum Fulda laden ein zum gemeinsamen Gebet am Mittwoch, 25. März, um 18 Uhr für mehr Solidarität und  ein verantwortungsvolles Miteinander. Gebetet werden soll gemeinsam ein Vater Unser. Gerne kann ein Foto oder ein kurzes Video mit einer Botschaft per Mail versandt werden an info@kolping-fulda.de

  • In den sieben Seniorenpflegeheimen der Caritas im Bistum Fulda haben Besucher keinen Zutritt mehr. Gleichzeitig versuchen die Mitarbeiter in den Heimen, den Kontakt zu den Angehörigen über Telefon zu gewährleisten. „Wir sind auch dran, neue Wege der Kommunikation zu ermöglichen – etwa via Skype“, sagt Diözesan-Caritas-Direktor Markus Juch. Durch diesen Internetdienst könnten Heimbewohner ihre Angehörigen nicht nur hören, sondern auch sehen.
     
  • Wie alle anderen Feste wird auch das Fest der Erstkommunion verschoben. Hierzu hat sich die Theologische Fakultät Fulda ein Konzept überlegt, wie die Erstkommunionkinder erreicht werden können. Auf der Homepage www.thf-fulda.de/aktuell werden zum Beispiel künftig Materialien für eine Familienkatechese angeboten. „Jetzt bekommst Du nicht nur Nachrichten von der Schule, sondern auch von der Kirche!“, heißt es in einem ersten Anschreiben an die Erstkommunionkinder.