31.03.2021

Erstkommunion in der Corona-Pandemie

Unvergessliches Fest

Es ist Weißer Sonntag, oft ein Tag der Erstkommunionfeier. Die ist für jedes Kind ein besonderes Fest, viele erinnern sich ein Leben lang daran. Vielleicht gerade dann, wenn etwas anders war, ungeplant. So, wie in diesen beiden Pandemie-Jahren. Und vielleicht ja auch bei Ihnen.

	Erstkommunionkinder in weißen Alben posieren für ein Gruppenbild nach der Messe zur Feier der Erstkommunion am 21. Juni 2020 in einer Kirche in Bonn. Auf den Boden sind Kreise gemalt, um den Abstand einzuhalten.
Kreatives Gruppenfoto: Mit den Kreisen am Boden halten die Erstkommunionkinder den Corona-Abstand ein. 

Von Susanne Haverkamp

„O Gott, was kommt denn jetzt?“ Annegret Bosse erinnert sich gut an ihre erste Reaktion, als im Frühjahr 2020 klar wurde: Die geplante Erstkommunion kann so nicht stattfinden. „Wir waren ja schon auf der Zielgerade, als alles ausgebremst wurde“, sagt die Gemeindereferentin der Pfarrei St. Josef in Hollage bei Osnabrück. Sie erinnert sich aber auch an den zweiten Gedanken:„Egal, was passiert, wir machen es uns schön!“

Die Betonung, sagt Annegret Bosse, „liegt auf dem Wort: wir“. Denn anders als sonst, wenn die Gemeinde von manchen als Dienstleister verstanden wird, der eine perfekte Feier zu bieten hat, wurde die Erstkommunion 2020 ein Gemeinschaftsprojekt. „In alle weiteren Planungen haben wir die Familien einbezogen und gefragt, was ihnen wichtig ist und wie wir das gemeinsam gestalten können.“

Das Ergebnis waren drei Feiern, an verschiedenen Terminen und draußen. „Wir waren auf dem Außengelände der Hollager Mühle“, sagt Bosse. „Das hatte eine Leichtigkeit und eine Stimmung, die hat alles andere wettgemacht.“ Dass das Wetter nicht perfekt war zum Beispiel. Dass man auf einfachen Bänken und Stühlen sitzen musste, dass es kein Fahnen- und Blumenmeer gab. „Aber der Wir-Funke, der ist übergesprungen, und das war wirklich ein erhebendes Gefühl“, sagt Bosse. Alle hätten noch nie sehr gespürt, „dass Kommunion Gemeinschaft bedeutet. Es war wirklich besonders.“

Auch in diesem Jahr wird es besonders. Vielleicht sogar noch mehr, denn noch nicht einmal die Vorbereitung konnte normal laufen. Doch niemand sagt: Macht ja nix! „Die Eltern, die auch Katecheten sind, wollen den Kindern unbedingt das Gemeinschaftsgefühl in der Kleingruppe ermöglichen“, sagt Bosse. „Deshalb schieben wir die Feiern auf jeden Fall nach hinten.“

Der Funke ist übergesprungen. Die Kommunion ist wirkliche Gemeinschaft. Die Freude über die Feier überragt alle Einschränkungen. Noch lange werden sich die Erstkommunionfamilien 2020 und 2021 an dieses Ereignis erinnern. Vor allem daran, dass es eine besondere Bedeutung hatte – nicht wegen der Geschenke, sondern wegen der gesamten Situation. Eine Hoffnungsfeier im Glaubensleben von Familien.

Und wie war Ihre Erstkommunion?

Am Weißen Sonntag finden seit Jahrzehnten Erstkommunionen statt. Ihre auch? Wie war die Feier und was hat sie für Sie und Ihre Familie bedeutet? Fand sie auch in einer Notzeit statt? Oder unbeschwert im Kreis der Großfamilie? Schreiben Sie uns: Wir gestalten eine Doppelseite mit Ihren Erstkommunionerinnerungen. 

Verlagsgruppe Bistumspresse, „Erstkommunion“, Postfach 2667, 49016 Osnabrück oder an redaktion@bistumspresse.de