14.09.2017

Vom Papier in die Praxis

Sie arbeiten künftig in Projektgruppen zur Umsetzung der Strategischen Ziele im Bistumsprozess mit. Vier Teilnehmer blicken auf den Beginn ihrer Arbeit im Fuldaer Marianum zurück. Und sie schauen nach vorn auf ihre künftige Tätigkeit.

Marina Brenzel Foto: privat„Als vermutlich jüngstes Mitglied der Projektgruppen durfte ich beim Start viele neue Eindrücke und auch Informationen zur Struktur und Arbeitsweise sammeln. Die Ziele, die in den kommenden zwei Jahren erreicht werden sollen, sind sicher eine große Herausforderung, die meine bunt gemischte Projektgruppe ‚Pastoral‘ gerne annimmt. Ich freue mich, dass wir nun endlich mit der Umsetzung vom Papier in die Praxis beginnen. Allerdings hatte ich gehofft, dass mehr junge Menschen ausgewählt werden, um die Zukunft des Bistums zu gestalten.
Bei allen strukturellen Überlegungen ist es mir persönlich sehr wichtig, das oberste Ziel, die Menschen mit Jesus Christus und Seiner Frohen Botschaft in Kontakt zu bringen, nicht aus den Augen zu verlieren. Für die Jahre bis 2030 hoffe ich, dass viele Menschen, die für den Glauben brennen, sich selbst, ihre Erfahrungen und auch ihre Ideen miteinbringen, sodass auch nachfolgende Generationen in einer lebendigen Kirche eine Heimat finden können.“
Marina Brenzel, Jugendverbände

 

Henriett Horvath Foto: privat„Die Diözesane Arbeitsgemeinschaft der Mitarbeitervertretungen (DiAG-MAV) hat mich gebeten in der Projektgruppe „Haupt- und Ehrenamtliche Mitarbeiter“ mitzuarbeiten. Mein erster Eindruck: Der Start war sehr professionell vorbereitet. Die strukturierte Moderation war dabei zunächst ungewohnt, aber sehr hilfreich, da Fragen und Widerstände ernst genommen wurden. Mehrmals wurde von Seiten der Steuerungsgruppe betont, dass kritische Fragen und Auseinandersetzungen im weiteren Prozess gewünscht sind. Das halte ich für den Weg in die richtige Richtung, wenn Menschen in verschiedenen Gruppen mit unterschiedlichen Vorstellungen mit einbezogen werden.
Daher bin ich gespannt, was sich im Bistum verändert und lasse mich gerne positiv überraschen. Auch hoffe ich, dass die Sicht der Mitarbeiter berücksichtigt wird und ausreichend finanzielle Mittel für Weiterqualifizierung und Personal zur Verfügung gestellt werden. Denn wir brauchen beides: qualifizierte Ehren- und Hauptamtliche.“
Henriett Horváth, Gemeindereferentin/DiAG-MAV


 

Joachim Hein Foto: privat„Jedem Teilnehmer des Starttags war klar: Nach der längeren Arbeit an den Grundsätzen der Pas-toral und den verabschiedeten Strategischen Zielen gab es endlich den Startschuss für den konkreten Beginn. So lag neben der Erleichterung darüber auch etwas Spannung in der Luft, als drei Tänzerinnen das Motiv des Projektes in Bewegung umsetzten und Generalvikar Stanke uns in das Projekt einführte.
In der Projektgruppe 5, Finanzen und Immobilien, beugten wir uns gleich über die ersten Ziele unserer Gruppe. Unter uns acht Projektmitgliedern kam schnell eine konstruktive und anpackende Arbeitsatmosphäre auf. Schon im Oktober werden wir uns mit diesen Fragen beschäftigen: An welchen Kriterien können sich die anstehenden Entscheidungen zum Erhalt von kirchlichen Gebäuden ausrichten, wenn uns das Glaubensleben vor Ort, ökologische Nachhaltigkeit aber auch die Finanzierbarkeit wichtig sind? Wie wollen wir mit dem nicht pastoral genutzten Anlagevermögen im Bistum umgehen? Die Spielräume für Vorschläge aus den Projekten sind groß. Aber Konflikte und Kompromisse bleiben nicht aus. Wir können damit umgehen!“
Joachim Hein, Katholikenrat

 

Andreas Ruffing„Papier ist bekanntlich geduldig, an diesem Samstag wurde es für mich nun konkret und greifbar! Der Weg zur Neuausrichtung unseres Bistums beginnt. Die Grundlagen sind gelegt, Wegmarken beschrieben, der Auftrag ist erteilt. Klar, was genau kommen wird, weiß im Moment noch niemand, viele Fragen sind noch offen. Aber jetzt kann, nein, jetzt muss es losgehen. Jetzt gilt es, neue Wege zu erkunden und auszuprobieren, auf denen andere später folgen können. Der Tag hat diesen wichtigen Impuls gegeben: ,Jetzt geht es los!‘ Der zweite Impuls des Tages lautet für mich: ,Wir sind gemeinsam unterwegs!‘. Gemeinsam als Haupt- und Ehrenamtliche. Mit unseren unterschiedlichen Biografien, unseren vielfältigen Erfahrungshintergründen und Fähigkeiten. Gut, dass der Tag die Möglichkeit bot, die anderen kennenzulernen, etwas von ihrer Motivation zu erfahren und zugleich die eigene Motivation in den Blick zu nehmen. Damit ist jetzt die Voraussetzung geschaffen, um gut in den einzelnen Gruppen zu arbeiten. Der Start ist geglückt!“
Andreas Ruffing, Seelsorgeamt

 

 

Meinung: Ein weiterer Schritt

Hans-Joachim Stoehr Foto: privat
Hans-Joachim Stoehr,
Redakteur I Foto: privat

Jetzt geht’s los! Ein weiterer Schritt in die Zukunft des Bistums ist mit dem Start der Projektgruppen gemacht. Was in Papierform als Ziel formuliert ist, soll jetzt in Projektgruppen für die Praxis umgesetzt werden. Das ist wie beim Wandern. Eine Karte zeigt das Ziel. Um dorthin zu gelangen, muss ich mich aber in Bewegung setzen.
Die Zusammensetzung der Projektgruppen ist nicht in Stein gemeißelt. Wer seine Kenntnisse und Erfahrungen in den Bistumsprozess einbringen will, kann sich für die nächsten zwei Jahre beim Bistum bewerben.
Mit der Umsetzung von Veränderungen sind aber nicht nur die Mitglieder der Projektgruppen betraut. Jeder, der diese Zeilen liest, kann sich am Bistumsprozess beteiligen: in seiner Kirchengemeinde, in seiner Familie, an seinem Arbeitsplatz. Das Ziel: Eine lebendige Kirche, die auch die nächste Generation begeistert.