26.09.2018

Simone Weinmann-Mang ist Unternehmerin und engagiert bei den Rittern vom Heiligen Grab

Glaube als Glück

Simone Weinmann-Mang, Unternehmerin, ist seit langem mit dem heutigen Erzbischof Georg Gänswein befreundet. Sie engagiert sich vielfältig, auch bei den Rittern vom Heiligen Grab. Bilder dreier Päpste schmücken ihr Büro. Von Ruth Lehnen.

Mutter, Chefin, Leitende Komturdame: Simone Weinmann- Mang | Foto: Ruth Lehnen
Mutter, Chefin, Leitende Komturdame: Simone Weinmann-Mang, Foto: Ruth
Lehnen

26, 27 Jahre ist es her, da lernte die Familie Mang beim Skiurlaub am Arlberg-Pass den Freiburger Priester Georg Gänswein kennen. Den Georg Gänswein, der heute Erzbischof und Präfekt des Päpstlichen Hauses ist. Und der zugleich dem emeritierten Papst Benedikt XVI. dient. Eine Freundschaft zwischen der Familie Mang und Georg Gänswein ist entstanden, und in der Folge gab es viele Rombesuche.

Im Büro von Unternehmerin Simone Weinmann-Mang sind die Erinnerungen daran zu sehen: Papst Johannes Paul II. – die Familie Mang bringt die Hostienschalen zu dem gebeugten Papst. Papst Benedikt XVI.: Der deutsche Papst hat die Tochter von Mangs so oft gesehen, dass er sie mit einem „Da bist Du ja wieder“ begrüßt hat. Und Papst Franziskus hat das Ehepaar Weinmann- Mang an ihrem Hochzeitstag gesegnet. Auch eine hölzerne Papststatue, Johannes Paul II., begrüßt die Besucher der Firma, die in Obertshausen im Rhein- Main-Gebiet „innovative Schutzabdeckungen“ herstellt.

Sie ist katholisch und sie zeigt es

„In meinem Büro hängen keine Produktbilder, sondern Papstbilder“, sagt Simone Weinmann- Mang mit einem Lächeln. Weil ihr die Päpste wichtig sind, und weil Besucher gleich wissen sollen, dass ihr der Glaube wichtig ist. Ja, sie ist katholisch, und sie zeigt es. Ist sie ein Papstfan? Oh Nein, sagt die Unternehmerin, ein Fan sei sie nicht. Die Begegnungen mit den Päpsten seien schön gewesen, aber: „Meinen Glauben hat das nicht geweckt, nicht verstärkt, nicht erschüttert.“ Denn: „Meinen Glauben hatte ich vorher.“

Sie habe großes Glück, glauben zu können. Darauf hat sie einmal eine atheistische Freundin hingewiesen, die selbst nach einem Trauerfall untröstlich war. Diesen Satz hat Simone Weinmann- Mang, die heute 59 Jahre alt ist, nie vergessen. Sie ist entschlossen, Gott zu vertrauen, auch wenn es ihr schwer wird.

Ihre Mutter hat sie verloren, als sie erst 18 Jahre alt war. Den Gedanken, wie Gott ihr das antun konnte, hat sie fallenlassen und glaubt jetzt, dass Gott wusste, „was für meine Mutter das Beste war“. Nichts möchte sie fürchten, sondern jeden Tag im Vertrauen auf Gott leben.

Sie glaubt an die Fügungen Gottes, der sie immer wieder anders gelenkt habe, als sie selbst geplant hatte: Ursprünglich wollte sie Medizin studieren, aber dann wurde es Jura, ursprünglich wollte sie jung verheiratet mit ihrem Mann ins Ausland gehen, aber dann wurde ihr Vater krank, und das junge Paar beschloss, die 1864 gegründete Firma Arno Arnold zu übernehmen. „Wenn man sich einfügt, fügt es sich“, sagt sie.

Heute sind Simone Weinmann- Mang und ihr Mann Chefs von rund 100 Mitarbeitern des Werkzeugmaschinen- Unternehmens. Die zierliche Frau und Mutter eines Sohnes und einer Tochter hat sich unter Maschinenbauern durchgesetzt, sie kümmert sich ums Personal, die Verträge und ums Marketing.

Simone Weinmann-Mang ist überzeugt, dass man als Familie, die auf der Sonnenseite des Lebens steht, etwas zurückgeben muss. Zum Beispiel als Pfarrgemeinderatsvorsitzende, zwölf Jahre lang ist sie das gewesen. Sie hat auch Firmgruppen geleitet. Den Firmlingen hat sie erklärt, dass sie ihre Beziehung zu Gott wie die zur besten Freundin pflegen müssen, miteinander reden, jeden Tag.

Vertrauen, Treue, Verlässlichkeit, Zeugnis geben, das sind die Worte ihres Glaubens. Auch im Gourmetrestaurant vor dem Essen beten, egal, ob alle gucken – das ist ihr wichtig.

Im Ordenskleid mit Schleier und Kreuz

Bei den Rittern vom Heiligen Grab zu Jerusalem hat sich die Obertshausenerin gleich wohlgefühlt. Frauen und Männer des Ordens, Ritter und Damen genannt, engagieren sich fürs Heilige Land. Da, wo Jesus gelebt hat, sollen auch weiter Christen leben. Die Ordensmitglieder unterstützen sie durch Gebet und mit Geld; im Heiligen Land und hierzulande geben Ritter und Damen Zeugnis ab für den Glauben. Angetan mit dem Ordenskleid frage sie sich deshalb nicht, ob ihr der schwarze Schleier steht: „Es geht um das große rote Kreuz.“

Seit einem Jahr ist Simone Weinmann-Mang Leitende Komturdame der Komturei St. Hildegard Mainz/Wiesbaden des Ritterordens. Sie wurde – eine Neuerung – gewählt, und zwar einstimmig. Im Mai hat sie für die Mitglieder eine Pilgerreise nach Rom organisiert, und Erzbischof Gänswein hat es wieder möglich gemacht: Alle haben Papst Franziskus die Hand schütteln dürfen. Ein bisschen steif seien sie gewesen, ein bisschen deutsch, meint Weinmann-Mang, aber das könne ja noch besser werden. Es soll nicht die letzte Pilgerfahrt nach Rom gewesen sein.

 

Zur Sache: Der Ring

Simone Weinmann-Mang bedauert, dass es in Deutschland viel Zurückhaltung gegenüber Papst Benedikt XVI. gebe. Sie benutzt ein Bild: Wenn eine Frau einen Ring von ihrer Mutter erbe, lasse die eine Frau den Ring umarbeiten; sie nimmt den Stein und macht etwas Neues daraus. Die andere hingegen trägt den Ring so, wie er ist – aus Verehrung für die Mutter, auch wenn manche sagen, er sei altmodisch. Weinmann- Mang findet, dass Papst Benedikt sich wie jemand verhält, der den Ring unverändert lässt, Franziskus hingegen entscheide anders.